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GrenzkontrollenHarte Kritik von Menschenrechtlern

Grenzkontrollen an der deutsch-österreichische Grenze in Lindau (Bayern) am Abend des 13. September 2015 (dpa / picture-alliance / Stefan Puchner)
Grenzkontrollen an der deutsch-österreichische Grenze in Lindau (Bayern) am Abend des 13. September 2015 (dpa / picture-alliance / Stefan Puchner)

Die Wiedereinführung der Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze stößt bei Menschenrechtsorganisationen auf harte Kritik.

"Pro Asyl" warf der Bundesregierung vor, hilfsbedürftige Flüchtlinge zur Durchsetzung politischer Interessen zu missbrauchen. Wegen der Kontrollen würden die Menschen gezwungen, über Wald und Wiese ins Land zu kommen und im Freien zu campieren, erklärte ein Sprecher in Berlin. "Amnesty International" warnte, die Asylsuchenden drohten in Ungarn in einem "lebensgefährlichen Chaos" zu versinken. Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, al-Hussein, rief die EU in Genf auf, legale Wege für die Einreise von Migranten zu schaffen, um Schleppern das Handwerk zu legen. Kritik kam auch von der Parteivorsitzenden der Linkspartei, Kipping. Sie verurteilte die Rückkehr zu den Grenzkontrollen als menschenverachtend. Der CSU-Europaparlamentarier Ferber sagte dagegen im Deutschlandfunk, damit reagiere die Bundesrepublik lediglich auf eine Notsituation, da sie nicht mehr in der Lage sei, die vielen Flüchtlinge zu bewältigen.

In Brüssel beraten die EU-Innenminister heute darüber, wie die Asylsuchenden besser auf die Mitgliedsstaaten verteilt werden könnten.