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StartseiteInterviewÖkonom Sinn: Varoufakis musste wegen Brüssel und Paris gehen20.07.2015

GriechenlandkriseÖkonom Sinn: Varoufakis musste wegen Brüssel und Paris gehen

Hans-Werner Sinn glaubt, Yanis Varoufakis musste als Finanzminister zurücktreten, weil er einen Austritt Athens aus der Eurozone plante. Das hätten europäische Spitzenpolitiker verlangt, als sie davon erfuhren, sagte der Ifo-Präsident im DLF. Weitere Hilfen führten nun dazu, dass Griechenlands Schulden abgeschrieben und dann vergemeinschaftet würden.

Hans-Werner Sinn im Gespräch mit Jürgen Liminski

Der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn. (Imago / Sven Simon)
Der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn. (Imago / Sven Simon)
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Nach dem Referendum von Griechenland hätte Bundeskanzlerin Angela Merkel sagen müssen, "dann geht es nicht mehr zusammen, dann müssen wir über Plan B reden", so Sinn im Deutschlandfunk. Auch Athen sei bereits soweit gewesen, Varoufakis habe von einem Austritt und einer Parallelwährung gesprochen. Deshalb habe er zurücktreten müssen. Sinn wörtlich: "Das hatten die Politiker in Brüssel in Paris spitzgekriegt und verlangt, dass er geht." Frankreichs Präsident Hollande habe daraufhin erreicht, dass die Verhandlungen wieder aufgenommen werden.

"Europa geht jetzt in eine Transferunion", erwartet der Wirtschaftswissenschaftler, "das heißt die überschuldeten Staaten bekommen erst mal öffentliche Kredite anstatt der privaten". Nach einigen Jahren würde man dann feststellen, dass eine Rückzahlung der Kredite nicht möglich ist, daraufhin würden diese abgeschrieben und vergemeinschaftet. "Das schafft Unfrieden", so Sinn. 

Das vollständige Interview können Sie in unseren Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

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