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StartseiteKultur heuteVernetzung zweier Standorte "wäre auch mein Wunsch"10.06.2020

Grütters zum Streit um Bundesinstitut für FotografieVernetzung zweier Standorte "wäre auch mein Wunsch"

Essen oder Düsseldorf? Eine neue Machbarkeitsstudie soll den Streit um das geplante Bundesinstitut für Fotografie schlichten. Es gehe darum, "der Fotografie auf nationaler Ebene den Platz einzuräumen, der ihr gebührt", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Dlf.

Monika Grütters im Gespräch mit Stefan Koldehoff

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Monika Grütters, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, im Porträt (picture alliance/Paul Zinken/dpa)
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU) (picture alliance/Paul Zinken/dpa)
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Im Streit um den Standort für ein Bundesinstitut für Fotografie plädiert Kulturstaatsministerin Monika Grütters für eine mögliche "Verlinkung" der rivalisierenden Städte Essen und Düsseldorf. Im Deutschlandfunk sagte Grütters, sie habe heute eine entsprechende Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben: "Dabei soll der Standort Essen betrachtet werden, weil das ja die Empfehlung der Expertenkommission war, aber auch der mögliche Standort Düsseldorf berücksichtigt werden."

"Das bildhafte Gedächtnis der Kulturnation"

Bei dem geplanten Bundesinstitut für Fotografie gehe es um das bildhafte Gedächtnis der Kulturnation Deutschland, so Grütters. Es sei wichtig, "der Fotografie auf nationaler Ebene den Platz einzuräumen, der ihr gebührt".  

Das Bild zeigt einen Tisch voller alter schwarz-weiss Fotos sowie die Hände von Senioren, die Bilder auswählen. (imago stock&people) (imago stock&people)Deutsches Fotozentrum - Neues Institut an der Ruhr statt am Rhein? 
Nicht in Düsseldorf, sondern in Essen soll das geplante Bundesinstitut für Fotografie entstehen, so eine unabhängige Expertinnenkommission.


Eine von Grütters beauftragte unabhängige ExpertInnenkommission hatte im März ihr Konzept vorgelegt und sich für den Standort Essen ausgesprochen: Dort gebe es bereits bedeutende Fachinstitutionen wie die Sammlungen des Folkwang Museums, der Krupp-Stiftung und des Ruhrlandmuseums und die entsprechenden Studienangebote an der Folkwang-Universität der Künste. Außerdem stehe auf der Zeche Zollverein auch ein geeignetes Gebäude zur Verfügung.

Düsseldorfer Politiker hatten Ende vergangenen Jahres an Grütters und der ExpertInnenkommission vorbei vom Haushaltsausschuss des Bundestages 41,5 Millionen Euro für eine Gründung in der NRW-Landeshauptstadt zugesagt bekommen. Das Vorgehen war allgemein als politischer Affront wahrgenommen worden.

"Gewisse Irritationen"

Die "Ungleichzeitigkeit" der beiden Initiativen habe "gewisse Irritationen" ausgelöst, sagte Grütters im Deutschlandfunk. Für sie sei allerdings entscheidend, was die Experten sagen: "Denn die haben ihre Empfehlungen, am Standort Essen ein Bundesinstitut für Fotografie zu errichten, auf sehr viele Interviews und Studien und Besuche an anderen Stellen gegründet. Und deshalb ist das für mich erst einmal auch maßgeblich für die nächsten Schritte."

Die neue Machbarkeitsstudie wird von der "Partnerschaft Deutschland GmbH" erstellt, einer Beratungsagentur, die von Bund, Ländern und Kommunen getragen wird. Es sei wichtig, so Grütters, dass diese Agentur, "nachdem sie beide Standorte in Augenschein genommen hat, sich noch einmal mit einer Empfehlung an uns richtet."

Entscheidung voraussichtlich Anfang 2021

Eine Vernetzung beider Standorte sei denkbar, so Grütters: "Ein Bundesinstitut mit den Aufgaben Archivierung, technologische Fragen oder auch die Rechtefragen – alles das soll Teil der Aufgabe des Bundesinstituts sein, und wenn so etwas dann in Essen wäre, wie es die Experten vorschlagen, weil dort schon ein dichtes tradiertes Netzwerk mit dem Schwerpunkt Foto gegeben ist, dann kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es einen Ableger oder Showroom in Düsseldorf gibt." Denn auch in Düsseldorf gebe es eine wichtige Fotoszene: "Insofern kann ich mir vorstellen, dass wir eine Verlinkung hinbekommen. Das wäre auch mein Wunsch."

Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie soll Anfang 2021 vorliegen.

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