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StartseiteVerbrauchertippRentenantrag nicht vergessen!19.06.2020

Gut versorgt in den RuhestandRentenantrag nicht vergessen!

Was viele nicht wissen: Die Rente kommt nicht automatisch, sobald man das Renteneintrittsalter erreicht. Sie muss beantragt werden, und zwar rechtzeitig. Denn sonst drohen Verzögerungen bei der Auszahlung oder Einbußen kommen. Was bei der Beantragung der Altersrente zu beachten ist.

Von Klaus Deuse

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Ein Mann und eine Frau sitzen vor einem Stapel Unterlagen zusammen an einem Tisch und lesen einen Brief (gestellte Szene) (picture alliance/ dpa/ Christin Klose)
Schon ab Mitte 50 sollte man seine Rentenunterlagen prüfen (picture alliance/ dpa/ Christin Klose)
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Nach der letzten Gehaltsüberweisung fließt nicht nahtlos die erste Rentenzahlung auf das Konto eines Ruheständlers, sagt Dirk Wilze von der Deutschen Rentenversicherung:

"Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung grundsätzlich nur auf Antrag erbracht werden. Deshalb müssen unsere Kunden unbedingt einen Antrag stellen, um ihr Rentenverfahren einzuleiten."

Nur wer schon vorher eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder eine Erziehungsrente erhalten hat, muss keinen neuen Antrag stellen. In dem Fall wird lediglich nachgefragt, ob sich Änderungen ergeben haben.

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Warum man die persönliche Rentenauskunft kontrollieren sollte

Auf den Ruhestand steuert übrigens niemand unvorbereitet zu, betont Dirk Wilze:

"Ab dem 55. Lebensjahr verschicken wir automatisch alle drei Jahre eine persönliche Rentenauskunft. Sie enthält unter anderem eine Übersicht über alle gespeicherten Versicherungszeiten, Angaben zu der erwartenden Rentenhöhe und allgemeine Hinweise zum Rentenanspruch."

Diese persönlichen Rentenauskünfte sollte man aufbewahren und zugleich regelmäßig überprüfen, ob die aufgeführten Angaben über die Versicherungszeiten stimmen. Im Zweifelsfall ist es ratsam, sich mit der Rentenversicherung in Verbindung zu setzen. Sie können auch ein Anlass sein, die Altersbezüge durch private Vorsorge noch aufzustocken. Rückt der Abschied vom Berufsleben näher, sollte man rechtzeitig einen Termin für den Antrag auf Altersrente vereinbaren. Im Internet findet man unter Deutsche Rentenversicherung die nächstgelegene Beratungsstelle mit Telefonnummer und Öffnungszeiten.

"Wir empfehlen, den Antrag rund drei Monate vor Rentenbeginn zu stellen. So können wir gewährleisten, dass die Rente pünktlich zum Rentenbeginn überwiesen wird."

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Was in den Rentenantrag gehört

Zu den benötigten Unterlagen gehören neben Personalausweis, Rentenversicherungsnummer und Versichertennummer der Krankenkasse unter anderem Nachweise für den Besuch von Fachhochschulen, Universitäten oder die Anerkennung von Ausbildungszeiten. Lücken im Erwerbsleben, also zeitweilige Arbeitslosigkeit, lassen sich durch einen Bescheid der Agentur für Arbeit belegen.

Für die Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten benötigen die Rentenberater die Geburtsurkunden der Kinder. Selbst wenn der Antrag drei Kalendermonate nach Erreichen des Rentenalters gestellt wird, gilt das noch als rechtzeitig. In dem Fall wird die Rente rückwirkend gezahlt. Wer aber mehr als drei Monate verstreichen lässt, muss mit Einbußen rechnen, warnt Rentenexperte Wilze. Denn:

"Geht der Antrag später ein, wird die Rente frühestens vom Antragsmonat an geleistet. Hier gibt es halt keine rückwirkende Zahlung."

Was tun, wenn die Rente nicht ausreicht?

Stellt sich bei der Berechnung heraus, dass die Rente nicht zur Sicherung des Lebensunterhaltes genügt, besteht nach den Worten von Dirk Wilze Anspruch auf die Grundsicherung:

"Im Rentenbescheid geben wir unseren Kunden einen Hinweis. Die Grundsicherung können unsere Kunden von ihrer Stadt oder Gemeinde erhalten. Die Deutsche Rentenversicherung nimmt aber gern den Antrag entgegen und leitet ihn dann weiter."

Es kann also nie schaden, die zugeschickten Rentenauskünfte ab dem 55. Lebensjahr genau zu lesen, um möglichen Finanzierungslücken im Alter noch vorzubeugen zu können.

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