Die Nachrichten
Die Nachrichten

Handball-WMBündnis 90/Die Grünen kritisieren Menschenrechtssituation in Ägypten

Portrait des Politikers Omid Nouripour (Grüne) während einer Bundespressekonferenz (imago images / Metodi Popow)
Omid Nouripour (Grüne) in Berlin. (imago images / Metodi Popow)

Für Bündnis 90 /Die Grünen greift die Kritik an Ägypten als Gastgeberland der Handball-Weltmeisterschaft deutlich zu kurz.

"Wir sollten nicht vergessen, dass es neben Corona noch ganz andere Dinge gibt, die man bei Ausrichtung dieser Weltmeisterschaft in Ägypten diskutieren muss", sagte Omid Nouripour, außenpolitischer Sprecher der Partei, und verwies auf die "katastrophale Menschenrechtssituation" vor Ort.

Daran habe er bislang "kaum wirkliche Kritik gehört", sagte der Bundestagsabgeordnete dem Sport-Informations-Dienst: "Bei etwa 60.000 politischen Gefangenen, systematischer Folter und 57 Hinrichtungen allein zwischen vergangenem Oktober und November erstaunt das schon ein wenig. Das sind Verbrechen, die die Verbandsfunktionäre offen thematisieren müssen."

Bisher stand das nordafrikanische Gastgeberland vor allem wegen eines umstrittenen Hygienekonzepts in der Kritik der Sportöffentlichkeit. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International oder Human Rights Watch hatten allerdings schon länger auf die kritische Menschenrechtslage im Land aufmerksam gemacht.

Auch aus dem Handball selbst kommt Kritik. So wandte sich der Abteilungsleiter und Jugendwart des ASV Senden in einem offenen Brief gegen die Teilnahme an einer WM in Ägypten, da das Land Demokratie und Menschenrechte mit den Füßen trete.

Diese Nachricht wurde am 14.01.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.