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StartseiteVerbrauchertippMarken-Limo oder Billiggetränk?25.07.2018

Handelsmarken im SupermarktMarken-Limo oder Billiggetränk?

In vielen Supermärkten-Regalen stehen neben Marken-Produkten die Handelsmarken. Oft sind es No-Name-Produkte oder Eigenmarken - das Design ist wenig aufwendig, dafür aber soll der günstigere Preis überzeugen. Die Stiftung Warentest hat Markenprodukte und die billigeren Konkurrenzprodukte untersucht.

Von Dieter Nürnberger

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Getränkeregal im Coop-Supermarkt mit vielen bunten Limonadenflaschen. (imago / Geisser)
40 Prozent aller verkauften Produkte sind mittlerweile Eigen- oder Handelsmarken (imago / Geisser)
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Die meisten der günstigen Handelsmarken finden die Kunden bei alltäglichen Lebensmitteln, wie beispielsweise Milch, Butter oder Nudeln. In jüngster Zeit sind jedoch auch höherwertige Produkte hinzugekommen. Feinkostartikel etwa, oder auch Bioprodukte.

Über die Hersteller der Handelsmarken erfahren Verbraucher eher wenig, auf dem Etikett steht meist nur der Händler, also der Name der Supermarkt- oder Discounter-Kette, so Ina Bockholt von der Stiftung Warentest. "Handelsmarken werden tatsächlich von bekannten Markenherstellern produziert, aber eben nicht nur. Es gibt auch Hersteller, die sich auf die Handelsmarken spezialisiert haben. Und manche Discounter beispielsweise haben auch eigene Unternehmen, etwa eigene Fleischwerke oder Schokoladenfirmen."

Handelsmarken mit wachsenden Marktanteilen

Eine durchaus erfolgreiche Strategie: Denn betrug der Marktanteil der Handelsmarken im Lebensmittelbereich 1998 noch rund 20, sind es heute bereits 40 Prozent. In den vergangenen sechs Jahren führte die Stiftung Warentest rund 1.700 Produktuntersuchungen bei Lebensmitteln durch. Und obwohl einige Handelsmarken aus den Fabriken von traditionellen Markenherstellern stammen, waren die Produkte nicht per se identisch. 

"Manchmal waren es nur feine Unterschiede - wie bei Margarine. Da gab es zum Beispiel die "Deli Reform" und die "Aldi Süd"-Margarine: Beide kamen aus demselben Werk. Sie unterschieden sich etwas im Geschmack, auch bei den Fettsäuren." Auch wenn das bekannte Markenprodukt im Test knapp vor der Eigenmarke des Handels lag, beide Margarinen wurden mit "gut" bewertet. Und diese Tendenz lässt sich fortschreiben. Denn die Qualitätsurteile der Berliner Verbraucherinstitution zeigen: Generell sind Markenprodukte und Handelsmarken oft gleichauf. Die Unterscheide liegen im Detail, sind aber praktisch kaum relevant.

Ina Bockholt weiter: "Bei der Sensorik - also beim Geschmack - da waren die Markenprodukte etwas im Plus. Sie erzielten öfter ein ‚sehr gut‘ in unseren Bewertungen."

Bei Schadstoffen etwas im Nachteil

Erstaunlicherweise waren die Markenprodukte im Vergleich zu den Handelsmarken aber auch mehr als doppelt so oft "mangelhaft". Tendenziell bieten die Handelsmarken somit öfter eine "gute" oder zumindest "befriedigende" Gesamtqualität, zumindest war dies bei 85 Prozent der Lebensmitteluntersuchungen so. Und manche Detailergebnisse ließen sogar aufhorchen.        

"Bei Schadstoffen waren die Markenprodukte etwas im Nachteil. Sie hatten mehr "mangelhafte" Ausreißer als die Handelsmarken. Auffällig waren da die Untersuchungen von Basilikum-Pesto, Leinöl oder auch bei grünem Tee."

Doch insgesamt lagen die Schadstoffurteile der meisten Produkte im grünen Bereich. Egal, ob Markenprodukt oder Handelsmarke. Fazit der Warentester: Wer gern Handelsmarken kauft, findet in umsatzstarken Supermärkten und Discountern im Vergleich zu den Markenprodukten eine oft vergleichbare Qualität. Und das zu einem Preis, der sich durchaus sehen lassen kann, sagt Ina Bockholt. "Wir haben einen Warenkorb zusammengestellt. Darunter waren zum Beispiel 'Coca-Cola' und das 'Lidl'-Pendant, oder auch 'Nutella' und das Pendant von 'Real'. Und es zeigte sich, dass Käufer von Handelsmarken 45 Prozent sparen können."

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