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HandelsstreitErdogan warnt vor "Ende der Partnerschaft" mit USA

Der Bild zeigt den türkischen Präsidenten Erdogan. Er hält in seiner Residenz eine Rede an die Nation. (AP /Dpa-Bildfunk/ Lefteris Pitarakis)
Der türkische Präsident Erdogan. (AP /Dpa-Bildfunk/ Lefteris Pitarakis)

Der türkische Staatspräsident Erdogan hat im Konflikt mit den USA vor einem Ende der Partnerschaft gewarnt.

In einem Gastbeitrag der "New York Times" drohte Erdogan damit, die Türkei werde sich nach alternativen Partnern umsehen, falls die US-Regierung die Souveränität seines Landes nicht respektiere. Er könne sich dann genötigt sehen, die Suche nach neuen Freunden und Verbündeten zu beginnen, so der türkische Präsident. Beobachter werten das als einen weiteren Annäherungsversuch der Türkei an Russland.

In dem Gastbeitrag warf Erdogan der Regierung Trump darüber hinaus vor, den türkischen Prediger Gülen nicht auszuliefern. Erdogan macht Gülen für den Putschversuch in der Türkei vor zwei Jahren verantwortlich. Er schrieb, der Putschversuch ähnele dem, was das amerikanische Volk nach Pearl Harbor und den Angriffen vom 11. September erlebt habe.

Die Regierung in Ankara teilte zudem mit, die erlassenen Strafzölle der USA auf Stahl und Aluminium verstießen gegen die Regeln der Welthandelsorganisation. Man erwarte, dass alle WTO-Mitglieder sich an internationale Vereinbarungen hielten. Nach Trumps Ankündigung, die Zölle noch einmal zu verdoppeln, beschleunigte sich der Verfall der Landeswährung Lira erneut. Wann die Sanktionen in Kraft treten, wurde nicht mitgeteilt. Erdogan rief seine Landsleute auf, Devisen und Gold in die Landeswährung zu tauschen, um dem Kursverlust entgegenzuwirken.

Der Büroleiter der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung in Istanbul, Hans-Georg Fleck, sieht die Türkei vor dem Sturz in eine Wirtschaftskrise. Diese sei im Wesentlichen hausgemacht, sagte er im Deutschlandfunk. Mit Blick auf Trumps Ankündigung fügte er hinzu, die Impulse, die von außen kämen, trügen nur dazu bei, dass schon laufende Entwicklungen verstärkt würden.

Die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei werden derzeit durch mehrere Streitfragen belastet, darunter die Inhaftierung des US-Pastors Brunson.