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StartseiteVerbrauchertippDas taugen Jugendtarife im Mobilfunk 13.01.2020

Handy-NutzungDas taugen Jugendtarife im Mobilfunk

Jugendliche sind als Intensivnutzer für die Mobilfunkanbieter eine begehrte Zielgruppe. Sie werden mit Spezialtarifen umworben. Doch was bieten die und lohnen sie sich? Ein Blick auf Discounter-Angebote kann nicht schaden, rät die Stiftung Warentest.

Von Dieter Nürnberger

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Die Logos von Telefonica, Vodafone, Deutsche Telekom und Drillisch. (picture-alliance/dpa)
Praktisch alle Mobilfunkanbieter locken Jugendliche mit auf sie zugeschnittenen Tarifen (picture-alliance/dpa)
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Musik hören oder Serien mobil schauen, chatten und natürlich die Accounts in den sozialen Netzwerken im Blick behalten - Jugendliche und junge Erwachsene nutzen ihr Smartphone in der Regel intensiv. Und wenn sie nicht älter als 28 Jahre alt sind, können sie bei fast jedem Mobilfunkanbieter einen speziellen Tarif wählen. Meist mit dem neudeutschen Zusatz "Young" im Namen, so Kirsten Schiekiera von der Stiftung Warentest:

"Das sind dann Einsteigertarife, die sind dann vielleicht rund zehn Euro billiger als ein vergleichbarer Tarif. Zum Teil ist aber auch so, dass diese genauso teuer wie Normaltarife sind, dafür bekommt man aber mehr Datenvolumen - vielleicht zwei oder drei Gigabyte mehr im Monat." 

Stiftung Warentest hat 24 solcher Jugendtarife untersucht. Sie alle bieten den Mobilfunkstandard LTE, eine Telefonflatrate für alle deutschen Netze und auch Datenvolumen zum Surfen innerhalb der EU, allerdings in unterschiedlicher Höhe. Und vom jeweiligen Datenvolumen hängen auch die Preise ab. Tarife mit zwei Gigabyte gibt es bereits ab knapp zehn Euro, sollen es 20 Gigabyte Datenvolumen sein, muss allerdings schon mit rund 35 Euro im Monat gerechnet werden.

Mitunter bieten die Jugendtarife auch recht innovative Preismodelle an: beispielsweise die sogenannte Zero-Rating-Option. Hier arbeiten die Mobilfunkanbieter mit Online-Unternehmen zusammen. Die Jugendlichen müssen vorab festlegen, welches konkrete Streaming- oder auch Spiele-Angebot sie nutzen wollen: "Ich kann mir also, wenn ich beispielsweise ein absoluter Fernsehserienfan bin und Netflix für Zero Rating angegeben habe, diese Serien auch mobil anschauen. Und mein Datenvolumen bleibt zum größten Teil erhalten. Es gibt da aber einige Ausnahmen: Gerade im Bereich der Spiele gibt es zum Teil Werbespots, die zwischendurch laufen - die werden dann doch vom Datenvolumen abgezogen."

Warentester: Besonders günstig und leistungsstark gibt es nicht

Derzeit bieten allerdings nur die Telekom und Vodafone solche Zero-Rating-Optionen an. Diese Tarife sind rund zehn Euro teurer als die üblichen Jugendangebote.

Und wie bei Mobilfunktarifen generell üblich: Die Anbieter ködern ihre Kunden mit Aktionspreisen für das erste Jahr, der höhere Normalpreis wird dann im zweiten Jahr fällig. Dagegen ist nichts einzuwenden, so die Stiftung Warentest, allerdings sollten die Nutzer dies stets im Hinterkopf haben. Besonders, wenn sie schon älter sind, sagt Kirsten Schiekiera:

"Wenn man die Altersgrenze von 28 Jahren überschritten hat, wird man automatisch in den Normaltarif übergeleitet. Aber das gilt insgesamt für alle Mobilfunktarife: Man sollte genau hinschauen. Was will ich und was ist mir wichtig? Und ebenso: Passt das auch in einem Jahr oder in zwei Jahren noch zu mir. Heutzutage laufen die meisten Tarife ja über zwei Jahre."

Zudem verlangen alle untersuchten Anbieter für die Aktivierung des Jugendtarifs eine einmalige Gebühr zwischen knapp zehn und immerhin 40 Euro.

Fazit der Stiftung Warentest: Besonders günstige und zugleich leistungsstarke Jugendtarife gibt es nicht. Die intensive Online-Nutzung hat ihren Preis, so Kirsten Schiekiera:  

"Da bekomme ich auch preislich vergleichbare Tarife bei Discountern. Andererseits sind es zum Teil wirklich komfortable Tarife - auch mit hohen Up- und Download-Geschwindigkeiten. Wo dann auch wirklich ein schnelles Surfen möglich ist. Also: Das kann sich durchaus lohnen."

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