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StartseiteVerbrauchertippPerfekte Fotos mit dem Smartphone09.10.2018

Handy statt Spiegelreflex-Kamera Perfekte Fotos mit dem Smartphone

Smartphones schießen immer schönere Fotos. Das liegt vor allem an größeren Sensoren, die für eine bessere Bildqualität sorgen. Für einen guten Schnappschuss sind dabei meist schon die Voreinstellungen ausreichend.

Von Michael Voregger

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Eine Hippiefrau schießt ein Selfie vor ihrem Reisebus (imago/Westend61)
Mit modernen Smartphones können Nutzer auch komplexe Licht-Situationen meistern (imago/Westend61)
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Die Kameras in den Smartphones werden immer besser. Wenn man eine Spiegelreflex-Kamera mit einem Handy vergleicht, dann fällt sofort der Größenunterschied auf. Klassische Kameras haben auch die Möglichkeit, die Objektive zu wechseln. Die Hersteller der Smartphones greifen deshalb inzwischen häufig zu einem Trick und bauen gleich zwei oder mehr Kameramodule in das Gehäuse ein. Peter Nonhoff-Arps ist Redakteur bei der Zeitschrift ct.

"In den hochwertigen Handys werden bessere Optiken verbaut - das macht schon sehr viel aus. Das Grundbild das vom Sensor geliefert wird, wird schon besser. Das, was den Handys passiert ist, dass die Software das Bild bestimmt. Das Bild so berechnet und so aufbereitet, dass der Fotograf nachher sagt: Das sieht ja toll aus."

Größere Sensoren 

In den aktuellen Modellen von Samsung und Apple sind auch größere Sensoren als früher üblich verbaut. Auch das sorgt für eine immer bessere Bildqualität. Für einen guten Schnappschuss sind dabei meist schon die Voreinstellungen ausreichend. Bei vielen Smartphones können aber auch die Aufnahme-Einstellungen angepasst werden. Andreas Weiss arbeitet als Fotograf im Ruhrgebiet.

"In den neuen Versionen gibt es tatsächlich einen Profimodus, der da hinterlegt ist, in dem ich dann viele Optionen von Hand einstellen kann. Ähnlich bei einer Spiegelreflexkamera, um auch komplexere belichtungstechnische Situationen zu meistern."

Eine Bild-Auflösung von 12 Megapixeln dürfte dabei für die meisten Zwecke völlig ausreichen. Die Displays der Smartphones und selbst moderne Flachbildfernseher haben ohnehin nur eine Auflösung von maximal 4K - also 4 Megapixel. Da die meisten Fotos nicht ausgedruckt und ohnehin nur am Display des Telefons angeschaut werden würde theoretisch auch schon eine 4 Megapixel-Kamera ausreichen. Peter Nonhoff Arps.

"Mit 6 Megapixeln kann man schon schöne Ausdrucke machen. Wenn die Qualität der Bilder gut ist und bei 12 Megapixel hat man schon eine ganze Menge Spielraum für Berechnungen, um Ausschnitte zu produzieren und so weiter."

Softwaretechnik für besondere Effekte

Wer seine Fotos gerne anspruchsvoll nachbearbeiten möchte, sollte darauf achten, dass die Kamera so genannte RAW-Dateien abspeichern kann.

"Dann können Fotografen die Bilder aus den Rohdaten selber bestimmen. Die Schärfe bestimmen, den Weißabgleich vernünftig machen und so weiter."

Beliebt sind die Aufnahmen von Menschen. Bei einem klassischen Porträt-Foto ist für viele Fotografen das Ergebnis erst dann perfekt, wenn die aufgenommene Person freigestellt wird. Das heißt - das Gesicht ist scharf und der Hintergrund ist leicht verschwommen. Bei der Spiegelreflexkamera werden dazu die Einstellungen der Blende verändert.

"Das ist beim Smartphone nicht so einfach möglich. Wenn ich jemand fotografiere, dann ist die Person scharf und auch der Hintergrund scharf. Das machen Smartphones dann anders, wenn ich sage: Ich möchte ein schönes Porträt haben. Dann berechnen die den Hintergrund unscharf. Es ist reine Softwaretechnik. Da ist eine Bilderkennung drin - die erkennt das Gesicht und macht alles drumherum unscharf."

Entscheidend für die Qualität der Fotos sind die verwendeten Algorithmen. Die bestimmen, wie ein Bild nach der Aufnahme nachbearbeitet wird. In den Smartphones wird sehr viel nachgeschärft. Die kleinen Sensoren liefern eben nicht so gute Ergebnisse, wie ein Vollformatsensor in einer Spiegelreflexkamera. Hochwertige Smartphones sind dennoch sehr leistungsfähig und liefern auf Anhieb hochwertige Fotos.

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