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StartseiteSport AktuellProteste gegen Übernahme31.07.2017

Hannover 96Proteste gegen Übernahme

Der Präsident von Hannover 96, Martin Kind, will die Mehrheit der Stimmrechte des Vereins übernehmen. Damit könnte er den Club aus dem Fußballgeschäft verdrängen. Für viele Fans ist das eine Horrorvorstellung.

Von Dietrich Mohaupt

Martin Kind, Geschäftsführer des Fussball-Bundesligisten Hannover 96 (picture alliance / dpa - Philipp von Ditfurth)
Martin Kind, Geschäftsführer des Fussball-Bundesligisten Hannover 96 (picture alliance / dpa - Philipp von Ditfurth)

Lautstark ließen am Abend einige hundert 96-Fans vor dem Stadion am Maschsee ihrem Frust freien Lauf:

"Kind muss weg … Kind muss weg!”

Kind muss weg - der Hörgeräte-Hersteller Martin Kind ist seit 20 Jahren Hauptsponsor und mit kurzer Unterbrechung Präsident des Vereins. Er könnte heute Abend die Stimmenmehrheit an der Hannover 96 Management GmbH erwerben – wenn der Aufsichtsrat des Vereins einem entsprechenden Vorstandbeschluss folgt. Die Hannover 96 Management GmbH gehört wirtschaftlich einer Gruppe von Geschäftsleuten um Martin Kind, die Stimmrechte allerdings liegen zu 100 Prozent beim Sportverein Hannover 96 e.V.

Der Boss könnte den Verein aus dem Geschäft verdrängen

Wenn die Mehrheit dieser Stimmrechte an Martin Kind verkauft würde - dann könnte der Vereinsboss den Verein komplett aus dem Fußballgeschäft verdrängen. Für die Interessengemeinschaft Pro Verein eine Horrorvorstellung:

"Vor über 120 Jahren ist der Ursprungsverein gelegt worden, und nachdem die Profimannschaft schon vor fast zwanzig Jahren ausgegliedert wurde soll jetzt auch noch komplett die Trennung zwischen dem eigentlichen Mutterverein und der Profigesellschaft erfolgen – und das ist natürlich nicht im Sinne dessen, was die Mitglieder, die hier eingetreten sind in den Verein, im Sinn haben."   

Die Gegner von Martin Kind berufen sich auf einen Beschluss der Mitgliederversammlung, der es dem Verein verbiete, seine Stimmanteile an der Hannover 96 Management GmbH zu verkaufen – Martin Kind interpretiert dies allerdings nur als eine Empfehlung. Sollte der Verkauf heute Abend beschlossen werden, drohen dem Verein langwierige rechtliche Auseinandersetzungen.

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