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StartseiteInformationen am MorgenWie die Zukunft der E-Mobilität aussehen könnte24.04.2018

Hannover MesseWie die Zukunft der E-Mobilität aussehen könnte

Zu teuer, zu geringe Reichweite, zu wenig Ladestationen: Noch gehören E-Autos zu den Ladenhütern. Auf der Hannover Messe werden dazu neue Technologien präsentiert. Doch ob Batterie oder Brennstoffzelle: Flächendeckend durchgesetzt hat sich eine Technik noch nicht.

Von Thomas Hans

An einer Ladestation im Zentrum von Leipzig am Augustusplatz stehen Elektroautos - ein Tesla und ein Volvo - zum "Auftanken". (picture alliance / dpa / Volkmar Heinz)
In Sachen E-Mobilität sind sich die Experten einig: Es muss noch viel getan werden (picture alliance / dpa / Volkmar Heinz)
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Zu wenig Reichweite, zu lange Ladezeiten. Das sind zwei der größten Kritikpunkte an E-Autos. Doch die Hersteller arbeiten daran, das zeigt auch die Hannover Messe einmal mehr. Das Technologieunternehmen ABB präsentiert dort beispielsweise eine neue Schnellladestation vom Typ Terra 350. Der Vorstandsvorsitzende Hans-Georg Krabbe erklärt die Vorteile.

"Die laden im Prinzip in zwölf Minuten 300 Kilometer. Das heißt, Sie werden ein ähnliches Gefühl haben, wie Sie es von den normalen Tankstellen heutzutage kennen. Das heißt, wir haben einen deutlichen Sprung gemacht. Das ist ungefähr die Vervierfachung bis Versechsfachung der heute möglichen Ladekapazitäten. Also deutlich schneller."

Michael Breitner ist Wirtschaftsinformatiker an der Leibniz Universität Hannover. Außerdem sitzt er im Vorstand des Energieforschungszentrums Niedersachsen. Er kritisiert, dass viele Hersteller aktuell nur rein auf batteriegespeiste Motoren, nicht aber auf Brennstoffzellen setzen.

"In der Stadt, wo wir nicht so viele Kilometer fahren, werden wir batterieelektrische Fahrzeuge mit nciht so großen Batterien bekommen. Also eine Reichweite von 150, irgendwas 200 Kilometer. Das gibt batterieelektrisch Sinn. Alles was an Reichweite benötigt wird, die darüber hinausgeht, wird langfristig wahrschienlich nicht batterieelektrisch sein, sondern da wird eine Brennstoffzelle den Strom erzeugen, und die Brennstoffzelle, gespeist aus Wasserstoff, Methan oder Ammoniak oder welche anderen Stoffe wir in der Brennstoffzelle zerlegen und daraus Strom gewinnen."

Unklar, wohin die Reise geht

Der Automobilzulieferer Elring Klinger setzt auf Batterie und Brennstoffzelle. Letztere sei genau genommen sicherer - und nachhaltiger, weil viel einfacher zu entsorgen, sagt Thomas Heihsel von Elring Klinger. Allerdings sei aktuell unklar, wohin die Reise am Ende tatsächlich geht.  

"Wir sehen die Batterietechnologie die nächsten fünf Jahre dominierend. Alles, was darüber hinausgeht, wird auch die Brennstoffzelle ihren Einsatz finden, grade wenn man an schwerere Anwendungen, also Lkw oder Nutzlastbereiche denkt, Züge - all solche Bereiche wären da denkbar."

Technik hat sich noch nicht durchgesetzt

Egal, ob Batterie oder Brennstoffzelle, flächendeckend durchgesetzt hat sich die Technik noch nicht. In der Branche ist von einem Henne-Ei-Problem die Rede erklärt Energie-Experte Michael Breitner.

"Wir wissen nicht, wo wir anfangen sollen. Also, ist zuerst die Henne da oder das Ei? Einerseits müssen wir die Stückzahl nach oben kriegen der Elektrofahrzeuge, andererseits sind die Elektrofahrzeuge heutzutage erheblich teurer als Benzinfahrzeuge. Dieses Problem müssen wir lösen, wir müssen den Gordischen Knoten durchschlagen und die Stückzahl für elektrifizierte Fahrzeuge nach oben bringen. Dann werden die auch von alleine marktfähig und sich durchsetzen."  

Die E-Mobilität wird damit wohl auch im nächsten Jahr ein großes Thema auf der Hannover Messe sein.

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