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StartseiteStreitkulturE-Scooter – zukunftsweisend oder verkehrsgefährdend?01.06.2019

Hans-Peter Kleebinder vs. Burkhard StorkE-Scooter – zukunftsweisend oder verkehrsgefährdend?

Auf dem E-Scooter abgasfrei durch die Stadt rollen - das ist nun auch in Deutschland erlaubt. Die einen feiern die Zulassung als Durchbruch einer klimafreundlichen Mobilität. Die anderen fürchten noch mehr Gedränge auf den Straßen und stellen sich die ökologische Verkehrswende anders vor.

Moderation: Britta Fecke

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Die Füße eines Mannes auf einem E-Scooter.  (picture alliance / Tobias Schwarz)
Sollen das Verkehrsverhalten ändern: E-Scooter (picture alliance / Tobias Schwarz)
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Was sind sie eigentlich – Fahrzeug oder Spielzeug? Noch steht der Praxistest für die abgasfreien und zusammenfaltbaren E-Scooter aus. Wenn alles so läuft, wie sich ihre Befürworter das wünschen, werden sie gerade auf Kurzstrecken eine ernst zu nehmende Alternative fürs Auto. Sie könnten als Transportmittel für die letzte Meile einen Anreiz bieten, auf Bus und Bahn umzusteigen. Oder aber sie werden zur Plage, weil sie die Zahl der Fahrzeuge vergrößern, ohne wirkliche Erleichterung zu bringen. Eine Verkehrswende, so die Kritiker, läuten die  E-Scooter nicht ein.

Burkhard Stork ist Bundesgeschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Er fordert eine "moderne Radverkehrsinfrastruktur".

"Wir müssen ans Auto ran"

"Da ist es plötzlich in der Welt – das neue Heilsversprechen. Seit langem überlegen wir, was kann die neue Mobilität bringen, wer wird sie wirklich vorantreiben. E-Autos sind uns versprochen worden, Car-Sharing. Autonomes Fahren hängt noch in der Luft. Bike-Sharing vor zwei, drei Jahren in den asiatischen Großflotten. Alles sollte über Nacht das Verkehrsverhalten der Deutschen verändern. Jetzt sind es die E-Tretroller, die plötzlich über Nacht und alleine alles ändern sollen. Nein, es wird nicht passieren. Wir brauchen Menschen, die ihr Verkehrsverhalten verändern. Wir brauchen Menschen, die neue Verkehrsformen für attraktiver halten als das Auto. Und dazu müssen wir an den Platz und an die Attraktivität des Autos ran. Und wenn wir da nicht konsequent sind, dann werden die E-Tretroller schon in wenigen Jahren völlig vergessen sein."

Hans-Peter Kleebinder ist unabhängiger Mobilitätsexperte und engagiert sich unter anderem im wissenschaftlichen Beirat des Bundesverbands für eMobilität e.V. (BEM)

"Brandbeschleuniger für die Mobilitätsrevolution"

"Endlich ist es so weit. E-Scooter erobern endlich auch in Deutschland unsere Ballungsräume und Städte und erweisen sich dabei als flexible und intelligente Ergänzung zu Auto und öffentlichem Nahverkehr. Ich sehe diese erste neue Form von Mikromobilität als willkommenen und notwendigen Brandbeschleuniger für die überfällige Mobilitätsrevolution. Sie führt uns zu einer vernetzten, umweltbewussten und kundenorientierten Mobilität. Weg vom Besitz und Status hin zum Nutzen und Teilen. Die Frage ist, wie schaffen wir gemeinsam gegen unsere Gewohnheiten diese Mobilitätswende – für mehr Lebensqualität und persönliche Autonomie für alle."

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