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StartseiteSport am WochenendeHausarrest und Bewährung für Barry Bonds17.12.2011

Hausarrest und Bewährung für Barry Bonds

BALCO-Dopingskandal ist abgearbeitet

Nach neun Jahren zieht die amerikanische Justiz einen Schlussstrich unter den Skandal, der Marion Jones ins Gefängnis brachte.

Von Jürgen Kalwa

Balco-Skandal brachte die ehemalige Sprinterin und Dopingsünderin Marion Jones ins Gefängnis (AP)
Balco-Skandal brachte die ehemalige Sprinterin und Dopingsünderin Marion Jones ins Gefängnis (AP)

Eigentlich hatte Steuerfahnder Jeff Novitzky nur einen Mann im Visier, als er mit seinen Ermittlungen im Milieu der kalifornischen Fitnessstudios begann: einen prominenten Baseballprofi, der im Laufe der Jahre massiv an Muskelmasse zugelegt hatte. Barry Bonds, Home-Run-Spezialist und einer der besten Spieler in der Geschichte derTraditionssportart, schien die ideale Person, um gegen die amerikanische Dopingepidemie vorzugehen, die von den Sportverbänden ignoriert wurde.

Doch weil Novitzky intensiv recherchierte, gelang ihm ein regelrechter Coup: Er deckte ein ganzes Doping-Netzwerk auf, das in der Öffentlichkeit unter dem Namen Balco bekannt wurde. Neue leistungsfördernde Stoffe wurden enttarnt. Und nicht nur Victor Conte, der Balco-Besitzer, landete im Gefängnis. Auch die einst gefeierte Leichtathletin Marion Jones. Sie hatte vor der Staatsanwaltschaft unter Eid gelogen, als sie behauptete, nie gedopt zu haben. Genauso wie Barry Bonds, dem daraufhin ebenfalls der Prozess gemacht wurde.

Die Anklage allerdings schleppte sich hin. Denn der Hauptbelastungszeuge, Bonds' langjähriger Freund und Fitnesstrainer Greg Anderson, verweigerte konsequent jede Aussage und nahm sogar eine mehrmonatige Gefängnisstrafe wegen Missachtung des Gerichts in Kauf. Bonds wurde im April von den Geschworenen schließlich doch noch für schuldig befunden, die Ermittler rechtswidrig behindert zu haben und erhielt dafür am Freitag seine – vergleichsweise milde – Strafe: 30 Tage Hausarrest in seiner Villa in Los Angeles, eine Bewährungsfrist von zwei Jahren, 250 Stunden gemeinnützige Arbeit und eine Geldbuße von 4000 Dollar.

Der Prozess gegen Bonds war übrigens nicht billig. Er kostete den amerikanischen Steuerzahler rund 75 Millionen Dollar.

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