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StartseiteVerbrauchertippKohlenmonoxid-Melder können Leben retten13.03.2020

HaushaltKohlenmonoxid-Melder können Leben retten

In geschlossenen Räumen, die nicht ausreichend belüftet werden, kann eine hohe Konzentration von Kohlenmonoxid in der Atemluft tödlich sein. Schutz bieten Warngeräte, die den CO-Anteil in der Luft kontinuierlich messen.

Von Klaus Deuse

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Feuerwehrmänner in Schutzkleidung bei einem Einsatz in einem Wohnviertel nach einer CO-Warnung. (imago / 7aktuell)
Ein Fall für den Notruf: Etwa 3.000 CO-Vergiftungen gibt es jährlich in Deutschland (imago / 7aktuell)
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Kohlenmonoxid Tödliche Gefahr aus der Therme

Kohlenmonoxid ist mit menschlichen Sinnen nicht wahrnehmbar. Denn es ist unsichtbar, geruchs- und geschmacklos. Jörg Stange, der bei der Feuerwehr Bochum lange für den Bereich Atemschutz- und Messgeräte zuständig war, kennt die Gefahr, die von diesem Gas ausgeht.

"Wir haben jährlich in Deutschland etwa 3.000 CO-Vergiftungen. Davon gehen ungefähr 500 tödlich aus."

Kohlenmonoxid entsteht unter anderem durch Haushaltsgeräte, die mit kohlestoffhaltigen Substanzen wie Erdgas, Flaschengas, Holz oder Öl bei nicht ausreichender Sauerstoffzufuhr betrieben werden. Bei defekten Heizungsanlagen, Gasthermen oder unzureichend funktionierenden Abluftanlagen kann Kohlenmonoxid auch in die Wohnräume gelangen. Ob eine erhöhte CO-Belastung besteht, lässt sich mit einem CO-Warnmelder überprüfen. Im Handel sind diverse Modelle in der Preisklasse zwischen 25 und 70 Euro erhältlich. Anbringen, sagt Feuerwehr-Fachmann Stange, sollte man die Melder an den möglichen Gefahrenstellen.

"Das ist in den Räumen erforderlich, wo man eine Heizungsquelle hat, die fossilen Brennstoff verfeuert. Und gegebenenfalls wenn man einen Kaminofen hat, auch dort."

Schornsteinfeger oder Heizungsbauer können helfen

Grund für eine erhöhte Kohlenmonoxid-Belastung muss aber nicht immer eine defekte Therme im Badezimmer oder der Küche sein. Manchmal sind es auch Vögel, deren Nester auf einem Schornstein den Abzug blockieren. Die Melder sollten grundsätzlich in unmittelbarer Nähe des Abzugsschachtes einer Gastherme oder einer offenen Feuerstelle angebracht werden. Und zwar etwa einen Meter darüber, da Kohlenmonoxid leichter ist als Luft und aufsteigt. Die im Handel erhältlichen Geräte lassen sich per Magnethalterung oder Dübel-Verankerung meist selbst anbringen. Ansonsten kann man Schornsteinfeger oder Heizungsbauer damit beauftragen. Die Lebensdauer eines Kohlenmonoxid-Alarmmelders ist begrenzt und lässt sich nicht durch den einfachen Austausch von Batterien verlängern.

"Je nach Hersteller zwischen drei und zehn Jahren. Da ist ein elektrochemischer Sensor drin. Und dieser Sensor verbraucht sich auch während der Zeit. Dann müssen die Geräte ausgetauscht werden."

Gemessen werden die Schwellenwerte für einen Alarm nach einer festgelegten Europäischen Norm (EN 50291). Viele CO-Alarmmelder verfügen über eine Voralarmfunktion, die schon unterhalb der gesetzlichen Konzentrationswerte ausgelöst wird. Dann leuchtet ein LED-Lämpchen im Display des Gerätes auf. In dem Fall rät Jörg Stange: "Und wenn die Vorwarnstufe angeht, dann kann man einfach noch mal lüften und gucken, wo ist hier was nicht in Ordnung. Gegebenenfalls den Heizungsbauer oder Schornsteinfeger fragen."

Sinnvoll auch für Gartenlauben

Ertönt aber ein akustisches Warnsignal, ist Eile geboten.

"Dann einfach direkt das Haus, die Wohnung verlassen und die Feuerwehr anrufen."

Feuerwehrmann Stange empfiehlt die Installation eines CO-Warnmelders übrigens auch Besitzern von Gartenlauben, die einen Katalytofen nutzen. Ein solches kompaktes Gasheizgerät ohne offene Flamme entzieht bei der Verbrennung Sauerstoff aus der Umgebung.

"Wenn der Katalytofen nicht funktioniert, kommt es auch da zum Anstieg von CO. Man merkt es nicht."

Die freiwillige Anschaffung eines CO-Alarmmelders erhöht die eigene Sicherheit. Aber diese Melder ersetzen keinesfalls die gesetzlich vorgeschriebene Wartung von Heizungs- und Kaminanlagen oder Gasthermen. Wer sich um die fachmännische Wartung dieser Anlagen kümmern muss, ob Mieter oder Vermieter, ist im Zweifelsfall im Mietvertrag geregelt.

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