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StartseiteVerbrauchertippHelfer oder Staubfänger04.12.2018

HaushaltsgeräteHelfer oder Staubfänger

Eierkocher, Glasöffner und Entsafter – es gibt viele kleine Küchenhelfer auf dem Markt. Doch was davon braucht man wirklich und was endet später ungenutzt im Schrank? Die Verbraucherzentrale Hamburg rät, Neuanschaffungen gut zu überdenken.

Von Lisa von Prondzinski

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Braune Eier im elektrischen Eierkocher  (imago/blickwinkel)
Eierkocher: Für manche eine große Hilfe, andere brauchen zum Eierkochen nur einen Topf, Wasser und eine Uhr (imago/blickwinkel)
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Das Haushaltsgerät Denn du bist, was du isst

Kleine Küchengeräte können richtig schick aussehen, so dass man sie unbedingt haben möchte. So ging es auch dieser Kölnerin mit ihrem elektrischen Entsafter:

"Also ich hab einen elektrischen Entsafter und der ist schwierig zusammenzubauen und wie ich festgestellt habe, benutze ich ihn selten. Weil Zitronen und Orangen presse ich per Hand selten, alles andere macht mir doch zu viel Arbeit."

Vor allem die Reinigung des Geräts sei aufwendig. Deshalb steht der gar nicht mal so günstige Entsafter jetzt nutzlos im Küchenschrank.

"Erst mal drüber schlafen"

Dabei sollen kleine Küchengeräte einem die Arbeit erleichtern. Doch sind Elektromesser, Folienschweißgerät, Brotmaschine und Co. tatsächlich sinnvoll? An dieser Frage scheiden sich die Geister, denn natürlich spielen Vorlieben eine große Rolle. Nehmen wir den Eierkocher: Für manche kann so ein Spezialgerät eine große Hilfe sein. Andere dagegen brauchen zum Eierkochen nur einen Topf, Wasser und eine Uhr. Sie finden ein Spezialgerät absolut überflüssig. Verbraucherschützer wie Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg raten dazu, jede Neuanschaffung immer gut zu überdenken:

"Ich sollte immer die Grundfrage stellen, brauche ich das Ding wirklich außerhalb des ersten Kaufimpulses. Das heißt, das ist immer klug, wenn ich so was sehe, erst mal drüber zu schlafen."

Wichtige Fragen sind auch:

"Wie oft würde ich das denn brauchen? Was kostet mich das Gerät jetzt einmalig, was kostet es im Betrieb? Vielleicht habe ich da irgendwelche Betriebsmittel, die ich erneuern muss. Und ist das Gerät zum Beispiel reparabel, wenn da was kaputt geht? Kann man da was reparieren dran?"

Oder landet das Gerät schon bei kleinsten Defekten auf dem Müll? Das würde die Ökobilanz verschlechtern, denn sowohl die Herstellung als auch die Entsorgung der elektrischen Kleingeräte belastet die Umwelt. Da die meisten dieser kleinen Küchenhelfer auch aus Kunststoffen bestehen, würden bei deren Verbrennung gesundheitsbelastende Schadstoffe freigesetzt.

Alternativen: Ausleihen oder Tauschringe

Außerdem müssen Geräte, die nur selten zum Einsatz kommen, nicht unbedingt in jedem Haushalt stehen. Eine umweltschonende Alternative sind Ausleihen oder Tauschringe in der Nachbarschaft, sagt der Verbraucherschützer Jorde:

"Das ist in den Großstädten im Allgemeinen leichter und einfacher. Da gibt es solche Initiativen bereits. Da kann man sich eintragen und alle Geräte, die man selten nutzt, sich dort gegen eine geringe Gebühr leihen und man braucht keinen Platz dafür."

Auf dem Land mit weniger Einwohnern könne es mit Tauschringen schwieriger sein, doch mit Hilfe des Internets lasse sich auch dort etwas aufbauen:

"Wenn es das noch nicht gibt, wäre es eine sehr wichtige Geschichte, das möglichst bald in seiner eigenen Umgebung einzurichten."

Neben Kaufen und Leihen, sorgt auch noch das Schenken für viele unbenutzte Geräte in den Küchenschränken. Denn viele Küchenhelfer sind nett gemeinte Geschenke wie zum Beispiel eine elektrische Pfeffermühle: Die mag beim ersten und zweiten Einsatz noch witzig sein, aber danach flaut das Interesse bei den meisten doch ab. Ähnlich ist es wohl auch bei Raclette- und Fondue-Sets. Deshalb sollte sich jeder darüber Gedanken machen, welches Geschenk sinnvoll ist oder vielleicht nur Ballast.

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