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StartseiteVerbrauchertippMuss der Vermieter den Hund genehmigen?31.08.2018

Haustiere in der MietwohnungMuss der Vermieter den Hund genehmigen?

In Mietwohnungen sorgen Haustiere oft für Diskussionen. Denn was ist, wenn der Hund zu laut bellt oder der Nachbar eine Katzenhaarallergie hat? Und wie verhält es sich mit exotischen Tieren wie Schlangen? Generelle Regelungen gibt es kaum. Nur in wenigen Fällen ist die Sachlage klar.

Von Katja Scherer

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Mit Halsband und Leine versehen liegt ein Deutscher Schäferhund auf einer Wiese (Zentralbild)
Deutscher Schäferhund (Zentralbild)
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Ob Hunde, Katze, Meerschweinchen oder Hamster: Nicht jeder Vermieter sieht es gern, wenn sich Mieter tierische Freunde zulegen. Tun können Vermieter dagegen allerdings meist nur wenig, sagt Mietrechtsanwalt Marco Rath aus Düsseldorf.

So sei die Haltung von Kleintieren in Mietwohnungen immer erlaubt: "Das sind Zierfische, Vögel oder Hamster oder kleine Meerschweinchen. Da brauchen sie grundsätzlich keine Erlaubnis."

Auch ungefährliche exotische Tiere wie kleine Schlangen oder Echsen gelten als Kleintiere. Und selbst Hunde oder Katzen in der Wohnung können Vermieter nicht einfach pauschal verbieten. Sie können lediglich im Vertrag festhalten, dass der Mieter vorab um Erlaubnis fragen muss.

Hunde, Katzen, Regularien

Damit eine solche Vertragsklausel wirksam ist, muss allerdings die Formulierung stimmen. So reiche es nicht, zu schreiben "Hunde und Katzen bedürfen der Zustimmung", sagt Anwalt Marco Rath. Stattdessen müsse der Vermieter genau angeben, welche Tiere einer Zustimmung bedürfen und welche nicht: "Da muss in der Formulierung drin stehen, dass Hunde und Katzen erlaubt werden müssen, aber Kleintiere erlaubt sind. Und es müssen Kriterien angegeben werden, wann genau Hunde- und Katzenhaltung verboten ist."

Will ein Mieter etwa einen Kampfhund kaufen, können Vermieter das bereits im Voraus untersagen. Bei anderen Hunden und Katzen muss der Vermieter normalerweise die Erlaubnis erteilen - kann diese aber im Nachhinein wieder entziehen, wenn es Probleme gibt. Zum Beispiel, falls der Hund zu laut bellt und aggressiv ist oder die Katze tote Mäuse ins Treppenhaus schleppt. Auch Vögel, etwa Papageien, können wegen Lärmbelästigung verboten werden.

Die Nachweispflicht dafür liegt beim Vermieter: "Deswegen ist es seine Aufgabe nachzuweisen, wann und wo Unrat liegt oder das Tier zu laut war oder sonstige Unpässlichkeit durch das Tier entstanden sind. Er sollte ein entsprechendes Protokoll führen, um das dann auch darlegen zu können."

Zehn Meerschweinchen?

Einspruch einlegen kann der Vermieter unter Umständen auch, wenn sich sein Mieter gleich mehrere Tiere zulegen will, sagt Erik Uwe Amaya vom Vermieterverband Haus & Grund Rheinland. Das gelte sowohl bei Hunden und Katzen, als auch bei Kleintieren - die ja eigentlich immer erlaubt sind: "Das heißt, wenn man dann zehn Meerschweinchen in der Wohnung hat, dann gilt das eben schon wieder nicht so."

Eine feste Anzahl, wie viele Tiere gehalten werden dürfen, gibt es allerdings nicht. Das hänge stets individuell von der Größe der Tiere und der Größe der Wohnung ab, sagt Amaya. Können sich Vermieter und Mieter nicht auf eine Anzahl einigen, kann ein Schlichter zu Rate gezogen oder eine gerichtliche Entscheidung eingeholt werden. Ebenso bei der Frage, ob ein Hund zu laut bellt oder nicht: "Es ist immer eine Einzelfallentscheidung. Es gibt hier keine generelle Regelung."

Eindeutig ist der Sachverhalt dagegen bei gefährlichen Tieren wie Giftschlangen oder Tieren, die unter Artenschutz stehen und deren Haltung illegal ist: Die kann ein Vermieter in jedem Fall untersagen.

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