Sonntag, 22.09.2019
 
Seit 00:05 Uhr Lange Nacht
StartseiteVerbrauchertippSuche nach der richtigen VR-Brille21.08.2019

HeadsetsSuche nach der richtigen VR-Brille

Für den Einstieg in virtuelle Realität ist eine entsprechende Brille notwendig. Bisher wurde der Markt von zwei Anbietern beherrscht. Inzwischen bemühen sich fast 20 unterschiedliche VR-Headsets zum Anschluss an den PC um die Gunst der Kunden. Die Preisunterschiede sind groß.

Von Michael Voregger

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Ein Mann und eine Frau mit VR-Brille schauen in die Kamera. Die Frau hält eine Astronauten -Figur (Jo Kirchherr/ imago images / Westend61)
Virtual-Reality-Brillen sind zu ganz unterschiedlichen Preisen erhältlich (Jo Kirchherr/ imago images / Westend61)
Mehr zum Thema

VR in der Medizin: Neurologe: Ethische Fragen werden zu wenig berücksichtigt

Sportwissenschaft Interaktives Krafttraining mit dem Roboter

Augmented-Reality-Kunst Die Realität erweitern

Man steigt mit einer VR-Brille in eine künstliche und digital erschaffene Welt ein. Mit einer Kopfbewegung kann man sich dort umschauen und bewegen. Wird der Kopf gedreht, dann übertragen sich die Bewegungen in die virtuelle Realität.

Der Nutzer kann sich umschauen und sieht die Umgebung räumlich - also dreidimensional. Das Gehirn lässt sich mit einem VR-Headset einfach austricksen. Beliebte Anwendungen sind Spiele und simulierte Besuche von Sehenswürdigkeiten.

Patrick Becker betreibt mit seinem Bruder den VR Room in Gelsenkirchen. Hier kann jeder Interessierte gegen eine kleine Gebühr einen Blick in die virtuelle Realität werfen.

Dreiteilung bei den Brillen

"Es kommt auf die Art der Brille an, die man einsetzen will. Es gibt die sehr einfachen Brillen, wo man nur das Handy einstecken muss. Da muss man nicht auf sehr viel achten, sondern einfach loslegen. Wenn man etwas aufwändiger sein will, so wie wir hier, wo man sich frei bewegen kann und einen größeren Bewegungsraum hat. Dann braucht man einen Computer dafür und mehr Platz natürlich. Da muss man zu Hause im Zweifel die Möbel zur Seite räumen."

Bisher waren VR-Brillen nur in der gleichen Qualitäts- und Preisliga auf dem Markt. Inzwischen gibt es eine Dreiteilung in Mainstream-Headsets, Enthusiasten-Geräte und professionelle Brillen zu ganz unterschiedlichen Preisen.

Jan Keno Janssen ist Redakteur bei der Computerzeitschrift ct:

"Die einfachsten kosten so 250 bis 300 Euro. In dem Consumerbereich geht das hoch bis ungefähr 1.000 Euro. Da gibt es auch Headsets, die kosten über 6.000 Euro. Wenn man etwas Ordentliches haben will, dann muss man so 600 Euro ausgeben, aber das funktioniert nicht mit dem normalen Büro PC. Man braucht einen leistungsfähigen PC mit einer leistungsstarken Grafikkarte, die preislich so dann bei 400 bis 500 Euro liegt."

Orientierung durch Raum, Boden und Möbel

Früher mussten in dem Raum noch externe Tracker aufgestellt werden. Also so etwas wie kleine Kameras, die den Anwender beobachten, wie er sich im Raum bewegt. Das war für viele Nutzer zu umständlich. Die aktuellen VR-Headsets haben ein sogenanntes Inside-Out-Tracking. Die Kameras sind im Headset eingebaut und orientieren sich anhand des Raums, des Bodens und der Möbel.

"Man kann sagen, dass es zwei große Bereiche im VR gibt. Das sind einmal Headsets wofür man einen PC oder eine Spielkonsole braucht. Dann gibt es sogenannte autarke Headsets, wo alles im Gerät eingebaut ist."

Diese autonom arbeitenden Headsets gibt es für 450 Euro. In Sachen Softwareunterstützung ist es fast egal, welches Headset man kauft. Bis auf einige professionellen Brillen beherrschen alle Geräte den OpenVR-Standard. Die Software bekommt man in verschiedenen App-Stores. Der größte Anbieter ist derzeit Steam, der vor allem durch den Verkauf klassischer Computerspiele bekannt ist.

Ein überzeugendes Mittendrin-Gefühl bieten fast alle Geräte. Wer an einen Kauf denkt, sollte sich nicht allein auf die technischen Leistungsdaten verlassen. Genauso wichtig sind Tragekomfort und die mitgelieferten Hand-Controller. Denn nicht alle Köpfe sind gleich. Wenn die Brille nicht richtig sitzt, können Kopfschmerzen und Verspannungen die Folge sein. Jedes Headset sollte vor dem Kauf ausprobiert werden."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk