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StartseiteAus Religion und GesellschaftDas letzte Drittel der Dreifaltigkeit27.05.2020

Heiliger GeistDas letzte Drittel der Dreifaltigkeit

Pfingsten ist eines der höchsten christlichen Feste, zwei Feiertage gibt es dafür in Deutschland. "Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden", heißt es im Evangelium. Eine Geschichte von Tauben, Eiern und ekstatischen Zuckungen.

Von Rolf Cantzen

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Eine weiße Taube flattert vor schwarzem Hintergrund. (EPA/DPA)
Wer ist der Heilige Geist? Und legt er Eier? (EPA/DPA)
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"Da habe ich wirklich diese Kraft erlebt, da bin ich auch zu Boden gegangen, aber das war wirklich etwas Echtes."

Der Heilige Geist hat Pastor Sebastian Werner schon einmal umgehauen.

"In dem Fall war das zum Beispiel so, wo ich so eine Kraft gespürt habe und zu Boden gegangen bin. Die Auswirkungen von diesem Erlebnis waren zum Beispiel, dass mir mein Glaubensleben, Gebetsleben, die Art, wie ich Bibel gelesen habe, wie ich auf Situationen geblickt habe, wochenlang nach diesem Ereignis signifikant leichter, stärker mit einer anderen Qualität vorkamen." 

Das passiert aber in seiner "Pfingstgemeinde" – genauer: der freikirchlichen Nehemia-Gemeinde in Potsdam – eher selten. 

"Gott wirkt solche Sachen nicht nur, weil den Leuten langweilig ist."

Wer ist der Heilige Geist?

Frage 69: Wer ist der Heilige Geist?
- Der Heilige Geist ist die dritte göttliche Person; er ist wahrer Gott wie der Vater und der Sohn.
- Korrrekt!

"Die 'frohe Botschaft', schreibt Paulus, kam zu euch 'in der Kraft und im Heiligen Geist'", sagt Professor Dr. Dr. Bernhard Lang.

Frage 70: Was bekennen wir im Glaubensbekenntnis vom Heiligen Geist?
- Wir bekennen: "Ich glaube an den Heiligen Geist, den Herrn und Lebensspender, der vom Vater und vom Sohne ausgeht; er wird mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und verherrlicht, er hat gesprochen durch die Propheten." (Katholischer Schulkatechismus der 1970er-Jahre)

Das Gemälde eines südschwäbischen Meisters um 1480 mit dem sakralen Thema: "Die Ausgießung des Heiligen Geistes". Die Gläubigen werden durch eine Taube mit dem heiligen Geist erfüllt.  (dpa / Schnoerrer)"Die Ausgießung des Heiligen Geistes": Die Gläubigen werden durch eine Taube mit dem heiligen Geist erfüllt. (dpa / Schnoerrer)

Pastor Sebastian Werner: "Wir gehen davon aus, wenn sich die Gläubigen versammeln, dass der Heilige Geist – das wären dann eher die Gaben des Geistes – auch bestimmte Dinge wirkt."

Frage 70b: Legt der Heilige Geist Eier?
- Bernhard Lang: "Die Erzählung von Jesu Taufe durch Johannes den Täufer wird in allen vier Evangelien erzählt. Die Taube fehlt in keiner."
- Tauben legen Eier!

"Bemerkenswert ist der Unterschied zwischen den Evangelien: Bei Matthäus und Markus heißt es: Jesus sah den Geist Gottes auf sich herabkommen 'wie eine Taube'. Bei Lukas dagegen: 'Der Heilige Geist kam in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herab.' Die Einheitsübersetzung verdeutlicht noch und schreibt: 'in sichtbarer Gestalt einer Taube'."

Taube also eindeutig ja, aber ob sie Eier legt, weiß Bernhard Lang – er ist katholisch, Theologieprofessor, Spezialist fürs Neue Testament und Experte für die Entstehung des Gottesbildes und Autor zahlreicher wissenschaftlicher Bücher  – also, ob der Heilige Geist in Gestalt einer Taube auch Eier legt, und wenn ja, sinnbildliche oder sichtbare, weiß auch Bernhard Lang nicht. Doch im Genesis-Kapitel des Alten Testaments lassen sich interessante Hinweise finden:

"Finsternis lag über der Urflut, und Gottes Geist schwebte über dem Wasser." (Buch Genesis)

Geist, Wasser … Taube, Brüten …

Der Theologe Bernhard Lang erklärt: "Gottes Geist 'schwebt': Das entsprechende Wort lässt sich auch als 'brüten' verstehen. Gottes Geist brütet, wie eine Taube. Tatsächlich gibt es eine entsprechende jüdische Überlieferung, die in der Auslegung hier von einer Taube spricht. Also: Gottes Geist brütet wie eine Taube auf dem Wasser."

Geist, Wasser … Taube, Brüten … 

"In jenen Tagen kam Jesus … und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam."

Bernhard Lang: "Das Evangelium nach Markus stellt also, wie das Alte Testament, an den Anfang Wasser und Geist. Dabei kommt die Taube als biblische Reminiszenz ins Spiel. Diese Deutung könnte die Erwähnung der Taube in den Taufgeschichten Jesu erklären."

Das heißt: Geist und Wasser, Taube und Brüten bilden einen Motivzusammenhang, den auch der Theologe Johannes Eriugena im 9. Jahrhundert erkannte:

"Der Heilige Geist nämlich brütete über den ersten Ursachen, die der Vater im Anfang, und zwar in seinem Sohn geschaffen hatte, das heißt, er nährte sie mit der Wärme göttlicher Liebe. Zu diesem Zweck werden nämlich die Eier von den Vögeln bebrütet."

Eine Taube brütet ausgestauschte Gipseier aus in einem Nest im betreuten Taubenschschlag in Berlin. (dpa/Carsten Koall)Ohne Eier kein Brüten - gilt das auch für den Heiligen Geist? (dpa/Carsten Koall)

Frage 70b: Legt der Heilige Geist Eier?

Ohne Eier kein Brüten, da macht der Heilige Geist keine Ausnahme. Auch zum geistigen Brüten gehören Eier, sinnbildliche.

Noch einmal zurück zum Anfang: Genesis, Kapitel 1:

Bernhard Lang: "Der Heilige Geist, hebräisch 'ruach', ist die Kraft, die Gott jedem Menschen schenkt, damit er überhaupt leben kann, damit er atmen kann. Das erfahren wir in der biblischen Schöpfungsgeschichte: Gott bildet den ersten Menschen aus der Urmaterie, sie wird Staub genannt, und haucht dann seinem Atem ein. Dieser Atem wird im Buch Hiob auch Gottes Geist genannt."

In der griechischen Philosophie ist vom "pneuma" die Rede. Übersetzt: Feuer, Seele, Geist, Lebenskraft.

Die Gaben des Heiligen Geistes

Heutige Esoteriker sprechen gern von Lebensenergie. Der ganze Mensch kann sich davon beseelen lassen. In der Bibel gibt es dann noch eine andere Geist–Komponente: Die "Gaben" des Heiligen Geistes, die später in der Kirche systematisiert wurden.

"Die Gaben der Weisheit, der Einsicht, des Rates, der Erkenntnis, der Stärke, der Frömmigkeit und der Gottesfurcht ..."

Bernhard Lang: "… und zwar als permanente Gabe, wie im Buch Jesaija erwähnt, dort für Herrscher speziell gedacht."

Diese sieben Gaben sollen also einen Herrscher – oder allgemein eine Herrschaft – legitimieren. Später, im Christentum, kommen diese Gaben nicht nur den Herrscher-Eliten zu, sondern statusunabhängig allen, die in der Gnade des Heiligen Geistes stehen. Der Heilige Geist und seine Gaben werden damit potentiell demokratisiert: Jeder kann sie empfangen – Gnade vorausgesetzt.

Pastor Sebastian Werner sagt: "Ich gehe mit ihm, ich gehe nicht mehr meinen eigenen Weg. Und auf diesem Weg werde ich verändert. Ich werde nicht eingegliedert in eine Kopie von, was weiß ich wie vielen Kopien, sondern Gott nutzt das, was er in jedem Menschen hineingelegt hat und macht es noch schöner."

Die ruppige Seite

Tätig wird der Heilige Geist aber mitunter auch etwas rabiat, schlagkräftiger.

Bernhard Lang erklärt: "Dann, zweitens, eine Begabung körperlicher Kraft und Fähigkeit: also, da geht es um eine kriegerische, sportliche Begabung."

In der Bibel heißt es: "Als die Philister ihm" - die Rede ist von Samson, der Feind der Philister, das ist der mit dem langen Haar, der mit Delila ein Verhältnis hatte - "als ihm die Philister entgegenliefen, kam der Geist des Herrn über ihn."

Und wenn der Geist des Herrn über Samson kommt, wird er zum Killer: Einen Löwen, 300 Füchse und jede Menge der feindlichen Philister bringt er um – gleich 1.000 von ihnen mit einem – Zitat – "Eselskinnbacken" – alles nachzulesen im alttestamentlichen Buch Richter, Kapitel 15. Das heißt, der Heilige Geist hat auch eine ruppige Seite, vielleicht gehen deshalb "Phingstler", also Mitglieder der Pfingstkirchen, vor allem die in den USA gleich reihenweise zu Boden.

Taube, Liebe und Fruchtbarkeit

Bernhard Lang erklärt: "Und dann gibt es Fruchtbarkeit, die Gabe der Fruchtbarkeit. Das kennen wir vor allem aus dem Neunen Testament. Da kommt der Engel zu Maria und kündet von der Geistkraft, die Maria fruchtbar macht."

Eine Malerei des Erzengels Gabriel von Guido di Pietro (ca. 1400-1455). (imago / Leemage)Eine Gemälde des Erzengels Gabriel von Guido di Pietro (ca. 1400-1455). (imago / Leemage)

Zitat Engel Gabriel: "Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden."

Vielleicht, um von einer eventuellen Eigenbeteiligung Gabriels abzulenken, flattert in frommen christlichen Abbildungen häufig eine Taube um Gabriel und Maria herum. Altorientalische, nicht-jüdische Tauben-Symboliken bestätigen: Taube, Liebe und Fruchtbarkeit gehören zusammen:  

Bernhard Lang: "Die Taube gilt in dieser Welt als Begleittier von Liebesgöttinnen, zum Beispiel der griechischen Aphrodite und der syrische Fruchtbarkeitsgöttin Atargatis." Und Bernhard Lang fragt: "Was aber bedeutet die Taube, vor diesem Hintergrund gesehen, in der Erzählung von Jesu Taufe?" 

Jesus - weiblich?

Eine mögliche Antwort könnte auch feministischen Theologinnen gefallen: "Wenn man Gott im Himmel mit weiblichen Zügen ausgestattet denkt, dann könnte die Göttin ihre Taube als Liebesbotin zu Jesus schicken. Das passt zu der Himmelsstimme: 'Du bist mein geliebter Sohn.' Die Taube überbringt, wie eine Brieftaube, die Botschaft", sagt Bernhard Lang.

Oder aber: Man begreift Jesus selbst als weiblich, als Inkarnation göttlicher Weisheit.

"Und als Weisheits- und Liebesgöttin verstanden, kommt Jesus dann die Taube als Begleittier zu", sagt Bernhard Lang. 

Es handelt sich hier um eine Deutung, die der Theologieprofessor Bernhard Lang anstellt, aber diese verweist auf die Fruchtbarkeits-Symbolik der Taube in der Antike: das Bebrüten von Eiern.

"Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort."

Die Apostel und Maria, der jungfräulichen Mutter Jesu, die, wie wir wissen, bereits im Zusammenhang mit der Verursachung ihrer Schwangerschaft Kontakt mit dem Heiligen Geist hatte.

Pfingsten: das Gründungsereignis der Kirche

Bernhard Lang: "Das Pfingstereignis gilt, erzählt in der Apostelgeschichte, als Gründungsereignis der Kirche."

Ein "Tosen aus dem Himmel" ertönte … "Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab."

Pastor Sebastian Werner sagt: "Dann sprachen Sie auch noch von Zungenrede."

Für Pastor Sebastian Werner ist das nichts Ungewöhnliches. In seiner Pfingstgemeinde in Potsdam bewirkt das der Heilige Geist gelegentlich auch – und nicht nur Pfingsten.

"Das machen Menschen in unserer Gemeinde … Es sind manchmal Laute, wobei für die Menschen selbst, die das machen, es schon wie eine Sprache klingt. Wenn Menschen laut, für alle hörbar, ein Mikrophon in einer Sprache sprechen, die wir nicht verstehen, was soll das? Das macht keinen Sinn. Dann muss es ausgelegt oder erklärt werden. Und normalerweise, wenn es vom Geist geleitet ist, gibt es auch jemand anders, der dies auch irgendwie erklären kann. Aber das persönliche Sprachengebet, das gibt es bei uns in der Gemeinde." 

Pastor Sebastian Werner ist, was diese ekstatischen und trancehaften Aspekte anbelangt, lieber ein bisschen vorsichtig, findet es aber okay, wenn es echt ist. Er sagt: "Wenn wir uns vom Heiligen Geist geleitet fühlen, etwas zu sagen, etwas zu bekräftigen, dann geht es nicht an unserem Verstand vorbei und nicht an unserem Bewusstsein. Wir wissen, was wir tun", sagt Sebastian Werner.

Der Heilige Geist ergreift ihn und seine Gemeinde, doch das ist nichts willentlich Herbeigeführtes betont er, sondern es passiert halt.      

"Was es gibt: Prophetische Rede, wobei prophetische Rede keine Zukunftsvorhersage ist, sondern ein Bekräftigen oder ein für die aktuelle Situation bewusst gesetztes bekanntes Wort zum Beispiel, auch ein Psalm", sagt Sebastian Werner.

Ergriffene Gläubige

In der biblischen Apostelgeschichte stellt Petrus richtig: "Diese Männer sind nicht betrunken, wie ihr meint". 

Petrus und die Apostel bekehren Ungläubige, rufen zur Umkehr auf, heilen Kranke – kurzum: Sie betätigen sich als Nachfolger Jesu. Alle, die das erleben durften, waren ganz ergriffen von der geisterfüllten Stimmung und natürlich von den eindrucksvollen Feuerzungen.

"Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz."

Angeregt durch das Pfingsterlebnis war das Christentum zunächst, wie andere damals populäre Kultformen auch, eine ekstatisch-enthusiastische religiöse Bewegung. Die Gläubigen fühlten sich ergriffen vom Heiligen Geist, bekannten lautstark und sehr emotional ihren Glauben. 

Pastor Sebastian Werner: "… dass man schon im Flow des Heiligen Geistes sein kann, weil man merkt, dass einen das positiv nach vorne bringt. Und das ist für mich ein wichtiges Kriterium, nicht, mich irgendwie heiß machen, sondern: Was bewirkt das jetzt?"

In der Apostelgeschichte begleitete das Pfingstereignis nicht nur die brennenden Zungen oberhalb des Scheitelchakras, Bekehrungen und diverse Heilungen.

Bernhard Lang: "Hinzugefügt wird dann ein Sprachenwunder, das der Mission dient."

Dreifaltigkeit erst ab 381 n. Chr.

Der Heilige Geist flattert zwar durch das Alte und Neue Testament – sichtbar und unsichtbar, brütend und nicht-brütend, als multiples Symbol und ekstatischer Zustand – doch nicht als dritte Person Gottes.

"Die Lehre von der Dreifaltigkeit, dass die eine göttliche Wesenheit aus drei Personen besteht: Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist – das ist eine Intellektuellen-Theorie weniger frühchristlicher Kirchenlehrer", sagt Theologe Lang. 

Frage 77: Was sagt unser Glaube über die Heilige Dreifaltigkeit?
"Gott der Vater hat uns erschaffen, Gott der Sohn hat uns erlöst, Gott der Heilige Geist hat uns geheiligt."

Das war nicht immer so: Während des Konzils von Nicaea dachten die Kirchenoberen noch nicht daran, aus dem Heiligen Geist eine Person Gottes zu machen. Ihnen genügten Gott-Vater und Jesus. Erst 381, mit dem Konzil in Konstantinopel, avancierte der Heilige Geist zu einer der drei Personen Gottes."

"Er wird mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und verherrlicht."

Als das Christentum sich etablierte, zur hierarchischen Kirche und Staatsreligion wurde, versuchten die Kirchenoberen dann, den Heiligen Geist zu disziplinieren und zu kontrollieren.

"Was die Seele für den Leib des Menschen ist, das ist der Heilige Geist für den Leib Christi, welcher die Kirche ist", schreibt der Heilige Augustinus und konkretisiert: "So ist ein Christ ein katholischer, solange wie er in dem Leibe (der Kirche) lebt; wenn er aber abgetrennt und ein Häretiker geworden ist, folgt der Geist einem solchen amputierten Glied nicht."

Steinrelief mit Darstellung des Kirchenvaters Augustinus auf dem spaetgotischen Schluss-Stein der 1945 zerstörten Bibliothek des Augustinerklosters in der Altstadt von Erfurt in Thüringen (picture alliance / dpa / Beate Schleep)Kirchenvater Augustinus auf einem Steinrelief des Augustinerklosters in Erfurt (picture alliance / dpa / Beate Schleep)

Kurzum: Den Heiligen Geist soll es nur im kirchlichen Rahmen geben. Er wird quasi institutionalisiert, bleibt aber immer schwer zu zähmen, weil er immer wieder subversive Kräfte freisetzt. Es gab Mystiker und Mystikerinnen, die der Heilige Geist umtrieb und politische Bewegungen, die sich von ihm inspiriert glaubten – und die dann von der alleinseligmachenden Kirche unterdrückt wurden. 

Frage 70b: Legt der Heilige Geist Eier?

Ein Ei des Heiligen Geistes wurde in Wittenberg als Reliquie verehrt. Anfang des 16. Jahrhunderts besaß Friedrich der Weise die wohl weltweit größte Reliquiensammlung. Im Jahre 1520 hatte er 18.970 Reliquien aller Art: Heiligenknochen, Kreuzessplitter und eben auch das Ei des Heiligen Geistes. Sorgsam wurde Protokoll geführt. Nach der Reformation verabschiedeten sich viele protestantische Kirchen von ihren Reliquienschätzen. Das Ei des Heiligen Geistes kam ins katholische Mainz und ist dort leider nicht mehr vorhanden. Auch eine Feder des Heiligen Geistes verschwand spurlos. 

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