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StartseiteVerbrauchertippEine Pelletheizung für die Wärme 25.02.2019

Heizen mit HolzEine Pelletheizung für die Wärme

Wer seine Heizung heute austauscht, hat neben den klassischen fossilen Energieträgern Öl und Gas die Wahl zwischen diversen erneuerbaren Energien. Eine Option ist das Heizen mit Holzpellets. Dafür können Verbraucher sogar Fördermittel bekommen.

Von Maike Strietholt

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Eine Frau haelt am 02.08.2018 in Berlin Holzpellets in den Haenden (gestellte Szene). Foto: Andrea Warnecke | Verwendung weltweit (dpa / Andrea Warnecke )
Holzpellets zum Heizen (dpa / Andrea Warnecke )
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Carsten Ripke steht im Keller seines Lübecker Hauses neben der Heizungsanlage: "Wir hören momentan die Sauganlage von meiner Pelletheizung. Ich habe ein viereinhalb Tonnen großes Sacksilo, da sind die Pellets drin. Und die werden dann einmal am Tag von der Pelletheizung automatisch in so einen Zwischentank gesaugt. Und von dem Zwischentank ausgehend befüllt sie dann die Brennkammer und heizt dann."

Als Carsten Ripke vor acht Jahren einzog, stand ohnehin ein Austausch der alten Ölheizung an. Er suchte nach einer Alternative mit geringem Wartungsaufwand.

"Wir wollten auf keinen Fall Öl verbrennen, aus ökologischen Gründen. Und haben dann überlegt: Welche Alternativen gibt es? Eine Gasleitung lag hier nicht bis zum Haus, so dass man die hätte legen müssen."

Und allein das hätte Kosten von um die 5000 Euro verursacht - kein Wunder also, dass die Wahl auf die Pelletheizung fiel. Ein typischer Fall, bestätigt Jan-Peter Peters, Energieberater bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Die einzige Voraussetzung für die Einrichtung einer Holzpelletheizung ist genügend Platz für das Pelletlager:

"Bei gut gedämmten Gebäuden, Neubauten, sind relativ geringe Energieaufwendungen nötig. Je älter das Gebäude, desto mehr Heizenergie braucht man, da braucht man halt mehr Lagerfläche! Also sechs bis acht Kubikmeter. Das heißt, der alte Öllagerraum, den man vielleicht im Bestand hat, der wird dann Pelletlager. Wenn der Platz nicht ausreicht, muss man sich halt zweimal im Jahr beliefern lassen."

Fördersumme der BAFA je nach Größe

Eine Holzpelletheizung kostet inklusive Installation zwischen zehn und 20.000 Euro - und ist somit teurer als eine Öl- oder Gasheizung, die bereits unter 10.000 Euro zu haben ist. Durch Fördermöglichkeiten lässt sich der Investitionspreis jedoch deutlich senken - Energieberater Peters:

"Bei der BAFA sind 5 bis 10.000 Euro Zuschuss möglich, und bei der KfW ist das 10 oder 15 Prozent auf die Heizungsmodernisierung - und die sind kombinierbar. Aber die KfW-Förderung gibt es leider nur in der Sanierung."

Wie hoch die Fördersumme der BAFA in Einzelfall ausfällt, hängt von Größe und Modell der Heizung ab und lässt sich am besten in einem Beratungsgespräch klären - zum Beispiel bei einer Verbraucherzentrale. Gefördert wird auch der Einbau eines Partikelfilters, durch den die Feinstaubemissionen nur noch leicht über denen einer Ölheizung liegen. Grundsätzlich fällt bei einer Holzpelletheizung viel weniger Feinstaub an als bei einem Kaminofen – nämlich nur rund ein Zehntel. Die laufenden Kosten sind für Holzpellets vergleichsweise günstig – Heizungsbesitzer Carsten Ripke, der zuvor mit Gas geheizt hatte, konnte seine jährlichen Ausgaben um circa 30 Prozent senken:

"Die Mietwohnung war etwa 90 Quadratmeter und wir haben jetzt so 125, 130 Quadratmeter. Das, was ich da überschlagen konnte, das war sehr vergleichbar - also, von daher bin ich da sehr zufrieden."

Auf seriöse Händler achten

Bei der Auswahl des Pelletlieferanten sollte man jedoch nicht ganz wahllos zugreifen - noch einmal Jan-Peter Peters von der Verbraucherzentrale:

"Die Pellets sollte man natürlich nicht unbedingt gleich im Internet bestellen – 'der Günstigste kriegt den Zuschlag'. Also, da sollte man auf einen seriösen Händler achten, vielleicht auch mit Logos versehen. Dass man sich sicher sein kann, dass es nicht aus Sibirien wild und schwarz gefälltes Holz ist."

So garantiert beispielsweise der "Blaue Engel" nachhaltige Waldwirtschaft - und zudem eine feinstaubarme Verarbeitung

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