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StartseiteVerbrauchertippWas Kamin-Käufer beachten sollten25.03.2019

Heizen mit HolzWas Kamin-Käufer beachten sollten

Wer sich einen Kamin zulegen will, hat die Wahl zwischen einem fest gemauerten Exemplar oder einem frei stehenden Ofen. Sie unterscheiden sich deutlich im Preis und in der Heizleistung. Zukünftige Kaminbesitzer müssen sich aber auch Gedanken über Holzlagerung und Feinstaub machen.

Von Peter Dickmeyer

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Feuer brennt in einem eingebauten Kaminofen (picture-alliance / dpa / Florian Schuh )
Kaminöfen sind günstiger als gemauerte Kamine (picture-alliance / dpa / Florian Schuh )
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Die Grundsatzentscheidung fällt vorab: Soll der Kaminofen fest gemauert oder ein fertiger Ofen im Raum aufgestellt werden. Der Unterschied liegt zum einen im Wirkungsgrad – er ist bei einem festen Ofen höher – und andererseits im Preis. Enrico Huhle ist Ofenbauer aus Überzeugung.

"Was möchte ich mir leisten auf Dauer. Stellen sie einen Kaminofen hin, für – sagen wir mal – fangen wir vernünftig an: Zweieinhalb bis dreitausend Euro brauch ich schon, um ein vernünftiges Gerät zu bekommen. Wenn ich anfange, müssen wir da in den fünfstelligen Bereich gehen. "

Folgekosten einkalkulieren

Dafür bekommt man aber ein individuelles Unikat, das auch deutlich länger hält, als ein frei stehender Fertigofen. Aber die höhere Investition ist nicht in jedem Fall die bessere Lösung.

"Wenn mir einer sagt, ich will einmal im Monat Feuer gucken, brauch ich keinen Ofen bauen. Das hat keinen Sinn; steht in keinem Verhältnis."

Denn es sind nicht nur der Anschaffungspreis, sondern auch die Folgekosten wie Wartung und Reinigung einer Feuerstelle zu berücksichtigen.

Des weiteren sollte man sich darüber informieren, wie eine "offene Feuerstelle" richtig zu bedienen ist. Denn ein falsches Befeuern erhöht die Gefahr eines Kaminbrandes. Aus diesem Grund sollte man schon bei der Planung jemanden wie Andreas Stommeln zu Rate ziehen. Er ist Schornsteinfegermeister im Bergischen Land.

Gefahr von Kaminbränden

"Der Russbrand entsteht hauptsächlich durch nasses Holz und falsches Heizen. Das heißt, Heizen unter Luftmangel. Wenn man das Feuer nur so vor sich hinkokeln lässt, schwelen, dann entstehen keine Temperaturen. Und damit hat dann die Feuchtigkeit die Möglichkeit sich als Hart- oder Glanzruß im Schornstein anzusetzen."

Und weil der brennbar ist, kann das fatale Folgen für den Schornstein, wenn nicht sogar das ganze Haus haben. Aber auch bei der Bemessung der Kamingröße weiß Andreas Stommeln die Antwort auf wichtige Fragen.

"Welche Räumlichkeiten sind da zu heizen? Der Ofen sollte nämlich auch immer zur Raumgröße passen. Und dann werden natürlich die ganzen brandschutz-technischen Sachen berücksichtigt. Wie ist das Haus? Ist das ein massiv gebautes Haus? Ein Fertighaus? Ein Fachwerkhaus, wo mit Holzbalken zu rechnen ist? Und dementsprechend geht es da auch um die Brandschutzabstände, die eingehalten werden müssen."

Wo Feuer ist, da ist auch Rauch und der verursacht Emissionen. Zum Beispiel durch Feinstaub. Jedoch halten Geräte, die heute auf dem Markt sind und eine TÜV-Zertifizierung haben, die vom Gesetzgeber vorgegebenen Grenzwerte ein. Andreas Stommeln weist aber darauf hin, dass das dennoch den Betreiber nicht davon entbindet, seinen Kamin fachgerecht zu betreiben, wenn die Emissionswerte nicht unzulässig hoch ansteigen sollen.

Brennholz muss mindestens zwei Jahre lagern

"Natürlich wird das beeinflusst durch den Brennstoff. Wenn man jetzt naturbelassenes, stückiges Brennholz verheizt, so wie es die Hersteller vorgeben, dann hat man eigentlich wenig mit den Emissionen zu tun. Weil dann hat man eine saubere gute Verbrennung."

Apropos Holz. Ein Aspekt wird leider auch immer wieder übersehen.

"Man muss auch die Möglichkeit haben, Holz zu lagern. Wenn man also mit Holz heizen will, reicht es nicht, dass man draußen zwei Quadratmeter Garten hat. Weil, es muss mindestens zwei Jahre ablagern. Man hat also immer für zwei Jahre Holz da, das erst mal trocken werden muss."

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