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StartseiteVerbrauchertippWer auf Pellets setzt spart CO213.05.2020

HeizungWer auf Pellets setzt spart CO2

Gut zwei Drittel der Heizungen in Deutschland sind veraltet und damit ziemliche Energieverschwender. Der Umstieg auf eine Pellet-Heizung kann sich lohnen. Kosten beim Heizen spart man zwar kaum, dafür haben Pellet-Öfen aber andere Vorteile, die sich langfristig rechnen.

Von Bernd Debus

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Eine Frau haelt am 02.08.2018 in Berlin Holzpellets in den Haenden (gestellte Szene). Foto: Andrea Warnecke | Verwendung weltweit (dpa / Andrea Warnecke )
Holzpellets zum Heizen (dpa / Andrea Warnecke )

Martin Fritsch hatte Anfang der neunziger Jahre ein altes Haus gekauft. Mit einer alten Gasheizung:

"Und so langsam wurde der Schornsteinfeger da auch ungnädig und empfahl uns, doch eine andere Heizung einzubauen."

Die preisgünstigste und technisch einfachste Lösung wäre eine neue Gasheizung gewesen. Ramona Mittag, Energieexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW:

"Gas kann man machen, also dann machen Sie sicher nichts falsch. Ist aber genau wie das Öl ein fossiler Brennstoff und somit auch von CO2-Abgaben betroffen und für die Umwelt ist es auch nicht so richtig gut."

Aus diesen Gründen wollte Martin Fritsch auf eine Heizung umstellen, die ohne fossile Brennstoffe auskommt:

"Und dann war so Pellet-Heizung das Nächstliegende, zumal hier auf dem Grundstück auch genügend Platz ist, um die Dinger zu lagern."

Die "Dinger", das sind die Pellets:

"Also ein Pellet ist ein aus Holzsägespänen gepresstes Stück, ungefähr so groß wie eine Zigarettenkippe." 

Hergestellt werden die Pellets überwiegend aus Holzabfällen, wie sie zum Beispiel in Sägewerken anfallen. Nun könnte man das Abfallholz natürlich auch am Stück verheizen und sich den Umweg über die Pellets sparen. Das hätte aber zwei Nachteile:
Erstens: Holzscheite müsste man per Hand nachlegen. Eine Holzpellet-Heizung erledigt die Sache mit dem Brennstoff-Nachschub hingegen vollautomatisch. Und zweitens:
entsteht bei der Verbrennung von Holz im Kamin schon auch mehr Feinstaub als im Pellet-Ofen, denn dort habe ich eine geregelte, ich möchte fast sagen saubere Verbrennung mit einem genormten Rohstoff."

Ein Schmelzofen der Trimet Aluminium AG in Hamburg wird am Mittwoch (09.05.2007) mit flüssigem Aluminiumoxid befüllt. Trimet hatte das Werk von den Vorbesitzern übernommen, die es wegen zu hoher Energiekosten stillgelegt hatten. Bis Mitte Juni sollen 180 der insgesamt 270 Öfen wieder laufen, eine zweite Staffel mit den restlichen 90 wird bis Ende 2007 in Betrieb genommen. Dann erreicht das Werk seine volle Kapazität von 133 000 Tonnen Aluminium jährlich. Foto: Ulrich Perrey dpa/lno +++(c) dpa - Report+++ | Verwendung weltweit (dpa)Hamburger Aluminiumwerk geht offiziell wieder in Betrieb (dpa)Umdenken beim Klimaschutz - Energie vermarkten statt verpulvern
 Energie, die bei der Verarbeitung von Rohstoffen frei wird, pusten viele Firmen oft ungenutzt in die Luft. Dabei ließen sisch Energieüberschüsse gut vermarkten.

Besonders lohnend für bisherige Ölheizungbesitzer

Trotzdem, so sauber wie eine Gas- oder Ölheizung brennt eine Pellet-Heizung nicht, heißt es beim Umweltbundesamt. Andererseits ist ihre CO2-Bilanz, vor allem wenn die Pellets aus regionaler Produktion stammen, deutlich besser als die der Konkurrenz. Energieexpertin Ramona Mittag:

"Man kann sagen, über den Daumen gepeilt, spart man von Öl auf Pellets 95 Prozent CO2."

Denn beim Verbrennen von Holz wird nur das CO2 wieder freigesetzt, das der Baum vorher aus der Luft aufgenommen hat.

Interessant ist der Umstieg vor allem für die Besitzer von Ölheizungen, denn die könnten den Raum, in dem ehemals der Öltank stand, als Vorratslager für die Pellets nutzen:

"Wenn nun alle auf die Pellet-Heizung umsteigen, ja dann bekommen wir tatsächlich ein Problem. Wenn aber nur die umsteigen, die aktuell eine Ölheizung haben oder sagen, ach Mensch, das ist für mich die ideale Heizform, dann ist es überhaupt kein Problem."

Allerdings: Eine Pellet-Heizung ist deutlich teurer als eine Gas- oder Ölheizung:

"Ölheizungen bekommt man für, sechs-, sieben-, achttausend Euro. Die Pellet-Heizung steht im Katalog dann eher mit 16.000 Euro."

Eine Pellet-Heizung kostet circa 16.000 Euro (imago stock&people)Brennende Pellets und Feuer in einem Pelletsofen. (imago stock&people)

Fördertöpfe beim Heizungsumstieg nutzen

Wer es jedoch schafft, alle Fördertöpfe für eine Pellet-Heizung auszuschöpfen, zahlt nicht mehr allzu viel drauf. Die Pellets selber kosten im Schnitt etwas weniger als Öl oder Gas. Martin Fritsch:

"Aber es macht jetzt nicht so den entscheidenden Unterschied, dass man sagen würde, deswegen rechnet sich jetzt im Moment die Pellet-Heizung."

Übrigens funktioniert nicht alles bei einer Pellet-Heizung vollautomatisch. Eine Arbeit, die jeder Besitzer eines Holzofens kennt, muss man auch hier noch von Hand erledigen:

"Was halt anfällt ist, dass man so alle zwei bis drei Wochen mal den Aschekasten leeren muss."

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