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StartseiteBüchermarkt"Starke Kommerzialisierung des gesamten Betriebs"23.11.2018

Helge Malchow verabschiedet sich von KIWI"Starke Kommerzialisierung des gesamten Betriebs"

Nach 36 Jahren beendet der Verleger Helge Malchow seine Tätigkeit bei Kiepenheuer & Witsch. Im Dlf spricht er über die Kommerzialisierung des Buchbetriebs und darüber, wie wichtig langfristige Verlässlichkeit an der Spitze für den Erfolg eines Verlages ist.

Helge Malchow im Gespräch mit Hubert Winkels

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Helge Malchow, in seinem Verlegerbüro (Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH / Melanie Grande)
Der Kölner Verleger Helge Malchow in seinem Büro (Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH / Melanie Grande)
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Ein Verlag sei eigentlich ein Versprechen auf vertrauensvolle Zusammenarbeit von Autoren und den Menschen, die im Verlag arbeiten, sagte Helge Malchow im Dlf. Bücher entstünden manchmal über Jahre, darum sei die Verlässlichkeit an der Spitze von so immanenter Bedeutung. Für Malchow ist das ein Gegenentwurf zur Schnelllebigkeit der aktuellen Wirtschaftökonomie, den es zu verteidigen gilt. Insgesamt beobachtet er im Verlagswesen eine "starke Kommerzialisierung des gesamten Betriebs".

Autobiografische Bücher zunehmend wichtig geworden

Den Verlag, den er an seine Nachfolgerin übergibt, auch wenn er als editor-at-large noch einige Autoren weiter betreut, beschreibt er als klassischen Publikumsverlag, in dem die literarische Belletristik und das aufgeklärte, kritische Sachbuch im Vordergrund stehen. In den letzten Jahren seien zunehmend auch autobiografische Bücher wichtig geworden, die dann in andere Themenfelder hineinwirken würden - wie etwa ins Theater, Kino, Schauspiel oder auch in den Sport.

Politisch beschreibt sich Malchow selbst als "in den 68er-Jahren sozialisiert". Trotzdem habe er immer darauf geachtet auch Bücher zu verlegen, die das 68er Denken auf den Prüfstand gestellt haben, wie etwa Gerd Koenens "Das rote Jahrzehnt".

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