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StartseiteSternzeitSuper-Neptun mit viel Atmosphäre05.07.2018

Helium in der Atmosphäre eines ExoplanetenSuper-Neptun mit viel Atmosphäre

Den Exoplaneten mit der sperrigen Bezeichnung WASP-107b haben die Astronomen erst im vergangenen Jahr entdeckt. Er zieht etwa alle fünfeinhalb Tage vor seinem Stern entlang und dämpft dabei dessen Licht - geringfügig.

Von Hermann-Michael Hahn

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The exoplanet WASP-107b is a gas giant, orbiting a highly active K-type main sequence star. The star is about 200 light-years from Earth. Using spectroscopy, scientists were able to find helium in the escaping atmosphere of the planet — the first detection of this element in the atmosphere of an exoplanet. (ESO)
Künstlerische Darstellung des Exoplaneten WASP 107b während des Transits vor seinem Zentralstern (ESO)
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Aus den Beobachtungsdaten lässt sich ableiten, dass dieser Planet zwar ähnlich groß wie Jupiter ist, aber nur ein Zwölftel seiner Masse besitzt. Die Anziehungskraft an seiner Oberfläche ist also deutlich geringer als im Falle von Jupiter und reicht kaum aus, um die Atmosphäre des Planeten dauerhaft festzuhalten.

Der Planet hat nur einen geringen Abstand vom Stern. Dadurch wird seine Atmosphäre vom Sternenlicht mächtig aufgeheizt. Hinzu kommen immer wieder heftige Ausbrüche der Sternoberfläche, bei denen große Mengen an ultravioletter Strahlung freigesetzt werden.

Helium nachgewiesen

Beides führt dazu, dass dieser Planet einen kometenähnlichen Schweif mit sich führt, über den die Atmosphäre langsam abströmt. Auch verschluckt der Schweif einen Teil des Sternenlichts, wenn er vor dem Stern entlang zieht. Das führt in dessen Spektrum zu charakteristischen dunklen Linien.

Erstmals ist es einer internationalen Forschergruppe unter Leitung von Jessica Spake von der Universität von Exeter jetzt gelungen, Helium in der abströmenden Atmosphäre dieses Exoplaneten nachzuweisen.

Helium ist das zweithäufigste Element im Kosmos und wurde schon länger als ein wesentlicher Bestandteil von großen Exoplaneten und deren Atmosphären vermutet. Dem direkten Nachweis hatte es sich allerdings bisher entzogen.

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