Samstag, 24.10.2020
 
StartseiteAus Religion und GesellschaftWer hat je Ähnliches von einer Frau gehört27.06.2018

Hildegard von BingenWer hat je Ähnliches von einer Frau gehört

Hildegard von Bingen, eine Ordensfrau des Mittelalters, ist bis heute eine spirituelle Marke. Auch ihre Musik verkauft sich glänzend: Eine heilende Wirkung gehe von den Klängen aus, verspricht die Werbung. Ihre theologischen Idee eines selbstverantwortlichen Menschen geht vor lauter Harmonie unter.

Von Thomas Daun

Ein Szenenbild aus "Die Visionärin" von Susanne Felicitas Wolf auf der Theaterlust-Bühne in Haag (Theaterlust / Hermann Posch )
Hildegard von Bingens Werk fasziniert auch heute noch - im Kloster und auf der Bühne (Theaterlust / Hermann Posch )
Mehr zum Thema

Kirchenchöre Probezeit!

Der Siegeszug der Lobpreismusik "Ich will nur stolz auf Christus sein"

Stille zum Hören Der Gregorianische Choral boomt wieder

          "O Kraft der Weisheit

            Alles hast du auf deiner Bahn umfasst und umfangen,

            Alles umschlossen auf deinem Weg –

            Und der Weg führt ins Leben!

            O Kraft der Weisheit"

"Hildegard war Benediktinerin, Klosterfrau, aber gleichzeitig auch eine Ratgeberin für Kirche und Welt. Sie hatte großen Einfluss auf die Mächtigen ihrer Zeit, hat zwei Klöster gegründet, was für eine Frau im 12. Jahrhundert ganz außergewöhnlich war.  Sie hat ein ganz umfangreiches theologisches, geistliches, philosophisches, musikalisches, naturkundliches Werk hinterlassen. Sie war, das würde man heute sagen, eine der letzten Universalgelehrten, die es überhaupt gab", sagt Schwester Philippa.

Als "erste deutsche Ärztin" wird sie heute manchmal bezeichnet. Koch- und Gesundheitsbücher sind ihr gewidmet. Handbücher zur Spiritualität schmücken sich mit ihrem Namen. Frauenbewegung und Umwelt-Aktivisten berufen sich auf sie. Im Esoterik-Laden sorgen meditative Klänge aus ihrer Feder für Wohlfühl-Atmosphäre.

Kaum eine andere Persönlichkeit des Mittelalters ist in so vielen verschiedenen Bereichen präsent wie Hildegard von Bingen. Und doch wirkte sie in einer fremden, fernen Welt. Unser Lebensbild der berühmten Äbtissin setzt sich zusammen aus wenigen Fakten, aus einer zeitgenössischen Chronik, die eher einer Legende gleicht – und aus ihren Werken und Briefen. Sicher aber ist, dass die "Kraft der Weisheit", die sie in ihrem Virtus sapientiae für ihren Lebensweg bestimmend war. 

Die Benediktinerinnen-Abtei St.Hildegard in Eibingen bei Rüdesheim – eine Klostergründung, die auf die Heilige zurückgeht.

Das Kloster St. Hildegard inmitten von Weinstöcken (imago stock&people)Das Kloster St. Hildegard inmitten von Weinstöcken (imago stock&people)

"Sie war eine höchst emanzipierte und höchst gebildete Frau", sagt Schwester Philippa. "Wobei man dazu sagen muss, dass in früheren Zeiten bildungshungrige Menschen in die Klöster gingen. Im 12. Jahrhundert war die Wissenschaft noch nicht in verschiedene Schubladen eingeteilt, sondern man versuchte noch, das Ganze des Lebens im Blick zu haben, also Himmel und Erde, Gott und Mensch waren noch eine Einheit zu dieser Zeit. Und Hildegard hat in nem ganz visionären großen Werk das alles beschrieben."

Die Stimme Gottes im Ohr

"Scivias" – "Wisse die Wege" – überschrieb Hildegard von Bingen ihr berühmtestes Buch, das in mehreren Exemplaren die Zeit überdauerte. Handschrift Nummer 1 – das wichtigste dieser Manuskripte – umfasst etwa 250 Seiten und ist mit prachtvollen farbigen Bildern illustriert.

Mehr als neun Jahre arbeitete Hildegard von Bingen an diesem ersten Werk. Sie war bereits über fünfzig, als sie es beendete. Inspiriert wurde die Äbtissin – so schreibt sie im Prolog – durch die Stimme Gottes, die sie beauftragte, ihre Visionen niederzuschreiben und anderen Menschen zugänglich zu machen.

Erste Visionen hatte Hildegard schon im Alter von drei Jahren; die verschwieg sie jedoch schamhaft. Erst nachdem sie Jahrzehnte später ihr eigenes Kloster am Rupertsberg in Bingen gegründet hatte, beschrieb sie die immer wiederkehrenden Erscheinungen:

"Ich sehe diese Dinge nicht mit den äußeren Augen und höre sie nicht mit den äußeren Ohren; auch nehme ich sie nicht mit den Gedanken meines Herzens wahr. Ich sehe vielmehr einzig mit meiner Seele, so dass ich dabei niemals die Bewußtlosigkeit einer Ekstase erleide, sondern wach schaue ich dies, bei Tag und Nacht."

Schwester Philippa sagt:

"Sie hat ja von Gott, wie sie selbst beschreibt in mehreren ihrer Werke, den Auftrag bekommen: schreibe auf, was du siehst und hörst. Sie hatte also Visionen und Auditionen, und das hat sie aufgeschrieben. Sie sah sich selber als Werkzeug Gottes; Posaune, wie sie selbst schreibt, Posaune Gottes und sah ihren Auftrag darin, die Menschen ihrer Zeit wieder an Gott zu erinnern. Das ist ein interessantes Phänomen, denke ich. Offenbar hatten die Menschen im 12. Jh Gott auch vergessen."

Das Ensemble Ars Choralis Coeln im Jahr 2011 (Ars Choralis Coeln / Wolfgang Burat)Das Ensemble Ars Choralis Coeln im Jahr 2011 (Ars Choralis Coeln / Wolfgang Burat)

"Also auch im Himmel wird gesungen. Die Engel singen eigentlich immer. Nur, wir können es nicht hören, weil es zu laut ist. Aber sie hat’s gehört. Und das ist die Musik, die sie aufgeschrieben hat. Sie hat‘s ja nicht komponiert. Sie hat neben den Visionen auch Auditionen gehabt und hat eigentlich nur das wieder gegeben, was sie im Himmel gehört hat."

"Viele ihrer Stücke haben auch so was Himmlisches, weil sie haben kein Anfang und kein Ende. Sie könnten genau so weitergehen. Und man hat auch manchmal das Gefühl, es fängt mittendrin an; man hat den Anfang gar nicht mitgekriegt, man hört nur diesen Ausschnitt, den Hildegard für uns festgehalten hat. Und der Rest ist ein großes Rätsel", erklärt Maria Jonas, Leiterin des Vokalensembles Ars Choralis Coeln.

Hildegard von Bingen schrieb theologische und philosophische Werke – und musikalische. Maria Jonas beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den geistlichen Kompositionen der Äbtissin.

"Für Hildegard als Benediktinerin war Musik sehr wichtig, weil die Benediktiner ihr Stundengebet hatten. Und das Stundengebet war Singen. Die haben den ganzen Tag gesungen. Für Hildegard war das Singen Ausdruck der Verbindung zu Gott."

Die Musik des 12. Jahrhunderts ist stilistisch vom gregorianischen Choral geprägt: schlichte Hymnen, einstimmig gesungen, meist im getragenen Tempo und mit geringem Tonumfang.

Viele Jahrhunderte vergessen

Die Kompositionen der Hildegard von Bingen durchbrechen diese engen Grenzen, nutzen den gesamten Tonraum der menschlichen Stimme. Farbig, phantasievoll – und äußerst schwierig zu singen sind diese Lieder.

Maria Jonas sagt:

"Sie brauchte sehr gute Sängerinnen, sonst war das gar nicht singbar. In den entsprechenden Räumen in den romanischen Kirchen merkt man dann die Raumwirkung auch sehr stark von diesen Klangerweiterungen. Also sie spielt auch mit der Architektur des Raumes."

Viele Jahrhunderte lang waren Hildegards Melodien vergessen, schlummerten in Handschriften der Bibliothek des Klosters Rupertsberg. Erst Anfang des vergangenen Jahrhunderts übertrug eine fleißige und wissenschaftlich geschulte Benediktinerin die mittelalterliche Neumenschrift in moderne Notation.

Das Ensemble Sequentia 1995 bei einem Hildegard von Bingen-Projekt in Köln (Ensemble Sequentia)Das Ensemble Sequentia gehörte in den 90er-Jahren zu den Pionieren der Historischen Aufführungspraxis (Ensemble Sequentia)

Für die Praxis wurden Hildegards Kompositionen dann in den 90er Jahren durch die Musiker des Ensembles Sequentia wieder entdeckt.

"Historische Aufführungspraxis" nennt sich eine Bewegung, die in den 70er Jahren mit dem Ziel antrat, die Musik lange vergangener Epochen möglichst originalgetreu wiederzugeben. Im Bereich mittelalterlicher Musik zählt das Ensemble Sequentia seit damals zu den allerbesten.

1993 erschien Sequentias erste CD mit Musik der Hildegard von Bingen: "Gesänge der Ekstase" mit religiös-spirituellen Hymnen. Die Reaktion des Publikums war überwältigend – aber nicht so sehr wegen der Musik.

Das Mittelalter trifft die Ectasy-Szene

"Diese eine Platte hatte den Titel "Canticles of Ecstasy". Dieser Titel ist entstanden lange bevor irgend jemand wusste, was Ecstasy war. Aber so hieß die Platte eben. Und ein paar Plattenfirmen-Manager, besonders in Frankreich und Amerika, haben das extrem auf den Markt verbreitet. In Frankreich alleine hat diese Platte fast 200.000 Stück verkauft. Ich garantiere: nicht an Leute, die sich für Hildegard oder Musik des Mittelalters interessieren. Das war eher ein Phänomen der Zeit. Das war für uns natürlich eher schädlich, weil man uns mit dieser Vermarktung und Verunreinigung Hildegards assoziiert hatte, als ob wir das geplant hätten. Das war wirklich ein Zufall", sagt

Benjamin Bagby. Der Mitbegründer und Leiter von Sequentia, wirft einen kritischen Blick auf das Musikbusiness.

"Die Welt des Musikkonsums ist eine etwas zynische Welt. Es handelt mit Illusionen – und das Mittelalter liefert uns Illusionen, seien es Mönche oder irgendwelche träumerischen Vorstellungen vom Mittelalter, wie das war."

Sequentia fand viele Nachahmer: plötzlich wurden die Klänge der Hildegard von Bingen zum Kassenschlager. Längst nicht alle Interpreten waren an einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Musik des Mittelalters interessiert.

"Auf einmal war das ein Riesenhit, Riesenrenner. Hatte mit der Disco-Szene zu tun und Ecstasy-Konsum und all diesen Dingen. Und hatte Millionen gemacht für die Industrie. Auf einmal waren alle hellwach und wollten nur noch irgendwas geistliches; und es musste auch mystisch sein  und irgendwie mit Mönchen; es war ein bisschen so "grufty", (..) auch allgemein mystisch. Es hatte mit der Musik des Mittelalters wenig zu tun. Es war eher ein Kulturphänomen unserer Zeit. Und Hildegard wurde in diesem Phänomen irgendwie aufgesaugt. Und da sie eine Frau war hatte das einen besonderen Reiz."

Werbetexte schwärmen:

"Diese kostbaren Melodien zum Träumen und Wohlfühlen erwärmen mit edlen und samtweichen Arrangements jedes Herz und verwöhnen unsere Seele."

Untermalt von schwebenden elektronischen Klängen, Obertongesang oder sanftem Glockenläuten, begleitet von indischer Sitar oder japanischer Shakuhachi, im Streicher-, Techno- oder Ambient-Sound: das Geschäft mit Musik der Hildegard von Bingen läuft auch heute noch gut. Und die Werbung verspricht das Blaue vom Himmel:

"Der einmalige Zauber dieser Musik schenkt uns wohltuende Harmonie und pure Lebensfreude - bezaubernd, entspannend und charmant!"

"Heilende Gesänge, die die Seele berühren und Lieder, die Schönheit und Frieden ins Leben bringen. Die klare und heilsame Energie der Hildegard von Bingen erstrahlt durch die Jahrhunderte und schenkt uns ein lichtvolles Sein und ein weites Bewusstsein. Ein kraftvoller Energiestrom durchdringt Körper, Geist und Seele."

Der Teufel ist los

Religiöse Aspekte kommen in den Hochglanz-Katalogen der Esoterik-Werbung über Hildegards Musik so gut wie nicht vor. Dabei liegt der Schlüssel zum Verständnis ihres Werks in der theologischen Botschaft.

77 liturgische Gesänge aus der Feder Hildegards sind erhalten – Musik, die im Stundengebet und in der Messe erklang. Ihr wichtigstes Werk aber ist das geistliche Singspiel "Ordo virtutum", das wahrscheinlich zu ihren Lebzeiten als geistliches Drama im Kirchenraum aufgeführt wurde – von schauspielernden und singenden Ordensschwestern.

"Es ist im Prinzip das Faust’sche Thema: Die Seele verkauft sich an den Teufel; wird vom Teufel verführt, der ihr alles mögliche verspricht. Die Virtutes, die sogenannten Gotteskräfte, kämpfen aber um die Seele und gewinnen sie zurück", erklärt Maria Jonas.

Es geht da um die Ordnung der Welt und des Universums. Also das ist ganz groß."

"In der ersten Szene verführt der Teufel die besagte Anima, die Seele. Da weinen dann die Virtutes und haben einen wunderbaren Gesang – O plangens vox – ganz tolles Stück. Es ist die Entscheidung der Seele, wohin sie sich wendet. Das ist letztendlich ein ganz moderner Gedanke, dass Hildegard, trotzdem sie voll im Mittelalter verwurzelt war in ihrem Denken, doch der Seele, also dem Menschen, eine Selbstständigkeit zuspricht, selber zu entscheiden, eine Selbstverantwortung. Nicht Gott entscheidet alles, was ja sonst eher in den Köpfen der Menschen war, dass alles gottgegeben ist. Das war bei Hildegard anders – und davon handelt der Ordo Virtutum."

Eine Darstellung der Hildegard von Bingen aus dem 19. Jahrhundert (picture alliance / dpa / Friedel Gierth)Eine Darstellung der Hildegard von Bingen aus dem 19. Jahrhundert (picture alliance / dpa / Friedel Gierth)

"Die Visionärin" heißt ein kürzlich entstandenes Theaterstück über Hildegard von Bingen. Die Autorin Susanne Felicitas Wolf zeichnet darin ein spannendes Charakterbild der mittelalterlichen Äbtissin.

"Sie ist eine, die immer wieder darauf pocht, dass wir eine Verantwortlichkeit haben; das heißt, was der Mensch anrichtet, hat Auswirkungen. Sie sagt, eins ist mit dem anderen verbunden", sagt Felicitas Wolf. "Für mich ist sie eine, die uns allen Mut macht, sich auf den Weg zu wagen, einen Weg zu beschreiten, nach Spiritualität, nach Gott zu suchen. Viele ihrer Aussagen sind einfach bis heute berührend; dass die Liebe letztendlich alles trägt."

Die Frau des Mittelalters war dem Mann untergeordnet und wurde in allen Bereichen benachteiligt. Hildegard von Bingen ließ sich davon nicht einschüchtern. Sie stritt mit Äbten und Bischöfen, sagte dem Papst ihre Meinung  und legte sich mit Kaiser Barbarossa an. Auch ihr Gottesbild unterscheidet sich vom damals üblichen.

Felicitas Wolf sagt: "Es ist ein sehr fürsorglicher Gott. Es gibt natürlich auch in ihren Schriften manches, wo auch Drohungen vorkommen und Warnungen; aber prinzipiell ist es ein sehr warmherziger, ein verzeihender Gott, der wirklich sehr weiblich, sehr fürsorglich ist." 

Nicht nur die Komponistin Hildegard wurde in neuerer Zeit wiederentdeckt; auch als Naturkundige und Kräuterfrau, als Visionärin, Mahnerin und Heilerin erlebte sie ein Comeback.

Vom Dinkelbrot bis zur Schrundensalbe

Unter ihrem Namen wird alles Mögliche angeboten: vom Dinkelbrot über Dachsfellschlappen zur Schrundensalbe. Entspannungsmusik und sanfte Medizin, Geistheilung und Kristalltherapie nach Hildegard von Bingen: der Trend zur Vermarktung ist ungebrochen. Die Bezüge zu den Schriften Hildegards sind – wenn überhaupt vorhanden –  oberflächlich.

Schwester Philippa: Schwester Philippa Rath aus dem Kloster Rüdesheim (Abtei St. Hildegard)Schwester Philippa Rath (Abtei St. Hildegard)"Die Gefahr bei Hildegards Werk ist ganz sicher, dass man sich Einzelteile herauspickt und die verabsolutiert. Hildegard war eine universal gelehrte Frau. Sie hat alle Wissenschaften abgedeckt, die es zur damaligen Zeit gab. Insofern kann ich Hildegard unter ganz verschiedenen Gesichtspunkten betrachten. Ich kann das Musikalische schauen, das Naturheilkundliche, das Theologische, das Philosophische – das kann ich tun. Aber es ist unsere Aufgabe, den Menschen den Horizont immer auch für das je andere zu öffnen, also die Ganzheit Hildegards nicht auseinander fallen zu lassen."

Im Jahr 1165 – vor mehr als 850 Jahren – gründete Hildegard von Bingen das Kloster in Eibingen bei Rüdesheim. Die Abtei am Rupertsberg, ihre erste Gründung, war zu klein geworden; viele Frauen wollten im Konvent der charismatischen Äbtissin leben.

Die fünf Benediktinerinnen von P. Paulus Krebs, 1913, im Seitenschiff der Abtei St. Hildegard (imago stock&people)Auch heute noch ist die Abtei St. Hildegard Anziehungspunkt für Menschen auf der Suche nach Spiritualität (imago stock&people)

Auch wenn das heutige imposante Klosterbauwerk in Eibingen erst um 1900 entstand, gilt die Abtei als Zentrum der Hildegard-Forschung. Hier entstanden die Übersetzungen der Werke, die kritische Gesamtausgabe und wissenschaftliche Studien zu Einzelaspekten. Viele der Benediktinerinnen sind akademisch geschult und stehen in engem Kontakt mit Hildegard-Forscherinnen weltweit.

Fast noch wichtiger ist für Schwester Phillipa von St.Hildegard der tägliche Kontakt mit Besuchern.

"Viele Menschen, die zu uns ins Kloster kommen, sind voll von Sehnsucht nach Transzendenz, aber sie wissen von Gott nichts. Sie haben ihn vergessen oder sich nicht damit beschäftigt. Offenbar war das zu Hildegards Zeiten auch so und diese Parallele finde ich sehr spannend, dass diese Gottvergessenheit im 12. Jahrhundert im 21. Jahrhundert vorhanden ist."

"O Mensch, schau dir den Menschen an: Er hat Himmel und Erde und die ganze übrige Kreatur in sich selber! In ihm ist alles verborgen schon vorhanden. Gott hat den Menschen nach dem Bauwerk des Weltgefüges, nach dem ganzen Kosmos gebildet. O wie herrlich ist die Gottheit, welche, indem sie schafft und wirkt, ihre eigene Wirklichkeit offenbart."    

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk