Freitag, 22.11.2019
 
Seit 21:05 Uhr On Stage
StartseiteKulturfragen"Chancen stehen nicht schlecht, dass Ära Trump Episode bleibt"11.06.2017

Historiker Heinrich August Winkler"Chancen stehen nicht schlecht, dass Ära Trump Episode bleibt"

Nach Ansicht des Historikers Heinrich August Winkler hat das transatlantische Bündnis schon viele US-Präsidenten überstanden. "Deshalb müssen wir, so gut es geht, trotz Donald Trump, an diesen Institutionen und Traditionen festhalten", sagte er im Deutschlandfunk.

Heinrich August Winkler im Gespräch mit Karin Fischer

(dpa / picture alliance / Hendrik Schmidt)
Der deutsche Historiker Heinrich August Winkler, aufgenommen am 16.3.2016 in Leipzig, wo er für seine "Geschichte des Westens" geehrt wurde. (dpa / picture alliance / Hendrik Schmidt)
Mehr zum Thema

Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung Auszeichnung für Heinrich August Winkler

Live von der Leipziger Buchmesse Historiker Heinrich August Winkler

Historiker Heinrich August Winkler Warum der Westen nicht am Ende ist

Transatlantische Beziehungen "Trump gibt Europa eine Schocktherapie"

Der Historiker Heinrich August Winkler hat Europa aufgefordert, trotz der Politik von US-Präsident Trump seine Werte zu bewahren. Die Chancen stünden nicht schlecht, dass die Ära Trump eine Episode bleibe, sagte er im Dlf. Europa müsse trotz Trump an seinen Institutionen und Traditionen festhalten, betonte der Historiker. 

"Traditionsvergessen, wie Donald Trump nun einmal ist"

Winkler sagte: "Im weltweiten Maßstab müssen wir darauf achten, dass die menschenfreundlichen Errungenschaften der atlantischen Revolutionen (Ende des 18. Jahrhunderts in Amerika und Frankreich, Anm. d. Red.) nicht dadurch dauerhaft Schaden nehmen, dass ein amerikanischer Präsident - werte- und traditionsvergessen, wie Donald Trump nun einmal ist - dieses Erbe ruiniert. Und da hat Europa aufgrund seiner leid- und widerspruchsvollen Geschichte eine ganz besondere Verantwortung. Und das gilt nicht zuletzt für Deutschland."

Gefühl der Entfremdung gegenüber der europäischen Einigung überwinden

Zur neuen Rolle Europas stellte Winkler die Frage, ob es nicht an der Zeit sei, die parlamentarischen Kontrollmöglichkeiten auch gegen die europäische Politik zu stärken, vor allem in den nationalen Parlamenten. Das Gefühl der Entfremdung gegenüber einem so großartigen Projekt wie der europäischen Einigung müsse überwunden werden, durch ein Mehr an demokratischer Mitsprache auf der Ebene der Mitgliedstaaten.

Aus Winklers Sicht sollten die liberalen Demokratien Europas, gerade vor dem Hintergrund der Abwendung der USA von den Grundideen des Westens, engstens miteinander kooperieren.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk