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StartseiteVerbrauchertippDie richtige Abkühlung für Vierbeiner27.06.2019

Hitzeschutz für HaustiereDie richtige Abkühlung für Vierbeiner

Die hohen Temperaturen machen nicht nur den Menschen zu schaffen: Auch Hunde oder Katzen leiden darunter. Besonders Hundehalter sollten einiges beachten, um ihr Haustier vor Hitze zu schützen. Von Kühlmatten bis zu Wasserbädern: die wirksamsten Maßnahmen.

Von Klaus Deuse

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Ein Dackel holt sich Abkühlung in der Havel. (dpa / picture-alliance / Peer Grimm)
Willkommene Abkühlung für Hunde: ein Bad (dpa / picture-alliance / Peer Grimm)
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Lotta, eine zweijährige Hündin, ist ein Energiebündel und tollt gern herum. Nach dem Gassigang an einem heißen Sommertag vergangenen Jahres kannte die Bochumerin Marion Wiemann ihre Hündin jedoch kaum wieder.

"Das war ganz eigenartig, weil Lotta eigentlich sehr, sehr lebhaft ist. Die habe ich noch nie so erlebt. Die war richtig platt, lag hechelnd in der Ecke und suchte natürlich irgendwo kalte Fliesen. Aber es war doch sehr atypisch und ich habe mir schon Sorgen gemacht."

Symptome bei Tieren beobachten

Gerade bei steigenden Temperaturen sollten Halter ihren Hund genau beobachten, um zu erkennen, ob und wie sehr das Tier unter der Hitze leidet, sagt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund.

"Erste Anzeichen dafür, dass die Hitze einem Hund stark zusetzt und dass eine Überhitzung droht, sind Mattheit oder Unruhe. Der Blick wird glasig, die Zunge wird tiefrot, und der Hund beginnt mit gestrecktem Hals zu hecheln."

In solchen Fällen ist es ratsam, umgehend einen Tierarzt aufzusuchen. Denn wenn ein Hund unablässig stark hechelt, kann das auch zu einer Sauerstoffunterversorgung und letztlich zu einem Kreislaufversagen führen. Und wenn Katzen anfangen, unruhig auf und ab zu gehen, kann das bereits ein erster Hinweis auf einen Hitzschlag sein.

"Der Herzschlag geht dann nach oben, die Körpertemperatur ist erhöht und die Tiere liegen stark hechelnd auf dem Bauch und sie bewegen sich nicht mehr besonders viel."

Gassigänge lieber früh morgens oder spät abends

Damit es nicht so weit kommt, können Tierhalter vorsorgen. Besonders wichtig ist es, immer genügend frisches Trinkwasser bereit zu stellen. Gerade Hunde benötigen zur Abkühlung an heißen Tagen mehr Flüssigkeit. Und was das Futter betrifft, so sollte man es an warmen Tagen nicht zu lange stehen lassen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich dort Bakterien sammeln oder Fliegen darin ihre Eier ablegen. Das kann zu Erbrechen und Magen-Darm-Problemen führen. Neben der Hygiene ist grundsätzlich ist darauf achten, dass sich Hunde nicht überanstrengen, rät Lea Schmitz:

"Deshalb sollte man als Hundehalter Spaziergänge und Gassigänge lieber in die frühen Morgenstunden oder die späten Abendstunden verlegen. Und lieber mal, ja öfter und kurzer rausgehen als dann so ganz lange Runden zu drehen."

Wasserbecken oder kaltes Handtuch

Fahrradfahren mit dem Hund verbietet sich an sengend heißen Tagen von selbst. Von Natur eigenwillige Katzen entscheiden selbst, ob sie rein oder rausgehen. Darum sollten sie stets Zugang zu kühlen Räumen haben. Etwa einem gefliesten Bad oder einem Kellerraum. Auch Hunde schätzen es, wenn sie sich auf einen kühlen Boden in der Wohnung legen können. Da Hunde im Unterschied zu Katzen erheblich mehr mit Wasser anfangen können, bieten sich noch andere Möglichkeiten zur Regulierung der Körpertemperatur.

"Abkühlung verschafft zum Beispiel ein Wasserbecken, das man draußen im Garten aufstellen kann. Und natürlich mögen es Hunde auch bei warmen Temperaturen, irgendwo an einem Bach oder Fluss spazieren zu gehen, wo sie dann vielleicht auch mal rein springen können."

Es hilft aber auch, ein großes feuchtes Handtuch für circa zehn Minuten ins Gefrierfach des Kühlschranks zu legen und dann über dem Hund auszubreiten. Im Zoofachhandel gibt es außerdem Kühlmatten, deren Wirkung einsetzt, sobald sich der Hund darauf legt. Je nach Größe kosten diese Matten zwischen 15 und 30 Euro. Damit Haustiere derartige Hundstage gut überstehen, sollte man ihr Verhalten genau beobachten, um ihnen stets Abkühlung zu verschaffen oder notfalls rechtzeitig einen Tierarzt aufsuchen zu können.

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