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StartseiteSprechstundeSicherer Sex dank PrEP-Medikamenten16.01.2018

HIV-PräventionSicherer Sex dank PrEP-Medikamenten

Die sogenannte Präexpositionsprophylaxe (PrEP) ist eine medizinische Präventionsmaßnahme, mit der sich HIV-negative Menschen vor einer HIV-Infektion schützen können. Diese wirken dann wie eine Art chemisches Kondom. Wer aber glaubt, dass ein tägliches Pillenschlucken reicht, irrt.

Von Renate Rutta

Ein Liebespaar im Bett (imago / Westend61)
Die sicherste Methode, sich gegen Geschlechtskrankheiten zu schützen, ist ein Kondom - gegen HIV gibt es aber auch noch eine Alternative (imago / Westend61)
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"Hallo, Herr T., schönen guten Tag, schön, Sie zu sehen. " - "Hallo – wie geht es Ihnen?"– "Ach, es geht ganz gut. Ich nehme jetzt die PrEP seit gut zwei Monaten und von anfänglichen gelegentlichen Nebenwirkungen abgesehen, fühle ich mich gut."

Donnerstagnachmittag, Infektiologische Ambulanz der Universitätsklinik Köln. Martin T. kommt zu PD Dr. Christoph Wyen. Er nimmt ein Medikament zur HIV-Vorbeugung, kurz PrEP genannt.

"Ich muss mal kurz in Ihrer Akte nachlesen, Sie haben vor zwei Monaten angefangen, erzählen Sie mal, wie waren die ersten Wochen, haben Sie mal Müdigkeit empfunden, gab es etwas Besonderes?" – "Also ich bin nicht so ganz sicher, ob es wirklich auf die Medikamente zurückzuführen ist, ich hatte in der Zeit an mehreren Tagen eine extreme Müdigkeit, die ich sonst nicht kenne und ich hatte auch zwei- oder dreimal Übelkeit, die wieder vergangen ist. " - "Was Sie sagen, beschreiben viele Patienten. Sie sagen auch, dass es im Laufe der Zeit ein bisschen besser wird. Haben Sie auch das Gefühl, dass die Nebenwirkungen jetzt im Monat zwei weniger geworden sind?"

"Eindeutig, also wenn ich mich recht erinnere, hatte ich die Nebenwirkungen nur in den ersten zwei oder drei Wochen gespürt. Im Moment spüre ich gar keine Nebenwirkungen."

PrEP erfordern regelmäßige Untersuchungen

Dr. Wyen fragt Martin T. ob er mit der Einnahme des Medikaments weitermachen möchte. Dann müssen regelmäßig verschiedene Untersuchungen erfolgen.

"Es würde heute die Dreimonats-Laborkontrolle anstehen, sprich wir machen heute wieder einen HIV-Test, kontrollieren die Nieren- und die Leberwerte, machen einen Syphilis-Test, einverstanden?"-  "Ja." - "Ich gucke mir grade noch die Laborwerte an. Bevor es losgegangen ist, hatten wir Ihren Impftiter kontrolliert. Sie sind geschützt gegen Hepatitis B, sind geschützt gegen Hepatitis A, das müssen wir jetzt nicht kontrollieren. Also bleiben die üblichen Laborkontrollen HIV, Syphilis, Hepatitis C, Leber-und Nierenwerte, einverstanden?"

"Einverstanden, vor allem, ich möchte auf jeden Fall weitermachen, weil ich jetzt beim Sex ein sichereres Gefühl habe, eine angstfreiere Sexualität leben kann, deshalb will ich auf jeden Fall mit der PrEP weitermachen."

"Lassen Sie ab und zu mal Kondome weg, passiert das schon mal?" - "Ja, kommt schon vor." - "Ihnen geht es aber gut? Man kann sich natürlich andere Sachen einfangen, wenn ab und zu Kondome weggelassen werden. Meine Frage ist konkret, Sie haben kein Brennen beim Wasserlassen, Sie haben keine Probleme bei der Verdauung, keine neuen Beschwerden, die jetzt aufgetreten sind?"- "Nein, da ist alles in Ordnung."

Medikamenten-Kosten trägt der Patient

Das Medikament zur HIV-Vorbeugung muss der Nutzer selbst bezahlen, es gibt verschiedene Ausführungen, die nicht überall zu haben sind.

"Was für ein Rezept brauchen Sie von mir? Möchten Sie die PrEP-Verbliesterung haben oder wollen Sie ein Rezept haben, wo Sie in jede Apotheke gehen können?" - "Ja ich möchte wegen des Preisunterschieds schon die Variante mit der Verblisterung, kostet ja ziemlich exakt 50 Euro die Monatspackung, das hätte ich dann gern, ja."- "Gut, ich mache dann die Rezepte fertig. Dann wäre meine Bitte, dass wir nächste Woche telefonieren zur Besprechung der aktuellen Werte. Das nächste Mal sehen wir uns dann wieder in drei Monaten."- "Sehr gerne, danke."

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