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HolocaustMit Gertrud Steinl ist eine der letzten "Gerechten unter den Völkern" in Deutschland gestorben

Besucher der Ausstellung über die Geschichte des Holocaust in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. (imago / UPI Photo / Debbie Hill)
Die Ritualisierung durchbrechen: Dafür plädiert Jo Frank. (imago / UPI Photo / Debbie Hill)

Gertrud Steinl ist tot.

Sie war eine der letzten noch lebenden Deutschen, die von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem als "Gerechte unter den Völkern" geehrt wurde. Sie sei bereits am Montag, einen Tag vor ihrem 98. Geburtstag in Nürnberg gestorben, sagte eine Vertraute von Steinl dem Evangelischen Pressedienst. Steinl trug den Ehrentitel seit dem Jahr 1979. Er kann nichtjüdischen Menschen verliehen werden, die unter der Herrschaft der Nationalsozialisten ihr Leben eingesetzt haben, um Juden vor der Ermordung zu retten.

Steinl habe in den letzten Kriegsjahren als Aufseherin bei der Karpaten-Öl AG im polnischen Stryj gearbeitet und dort eine "warme und menschliche Einstellung" gegenüber ihren Arbeiterinnen gezeigt, wie es im Lexikon der Gedenkstätte heißt. Eine Mitarbeiterin, die ihr verraten habe, Jüdin zu sein, habe sie zu ihren Eltern ins Sudentenland geschickt.

Steinl wurde auch in Deutschland geehrt. Im April 2019 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz am Bande, die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Einer der wohl bekanntesten "Gerechten unter den Völkern" war Oskar Schindler, über den der Hollywood-Regisseur Steven Spielberg seinen Film "Schindlers Liste" gemacht hat. Insgesamt gibt es 627 "Gereche unter den Völkern" in Deutschland.