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StartseiteWirtschaftsgesprächTelekom will beim 5G-Ausbau zügig vorankommen19.02.2020

Huawei-TechnikTelekom will beim 5G-Ausbau zügig vorankommen

Noch ist immer nicht klar, ob der chinesische Netzwerkausrüster Huawei beim Ausbau der 5G-Frequenzen in Deutschland beteiligt werden darf oder nicht. Die Deutsche Telekom will allerdings zügig vorankommen beim 5G-Ausbau und hat bereits Huawei-Komponenten verbaut. Ein Aus der Chinesen würde daher einiges kosten.

Von Sina Fröhndrich

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Smartphone mit 5G-Logo von  Huawei  (imago /Han Yan)
5G-Ausbau - Die Telekom will den Anschluss an Konkurrent Vodafone nicht verlieren (imago /Han Yan)
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Wie steht die Telekom zur Beteiligung von Huawei am 5G-Ausbau?

Genauso wie Vodafone und Telefonica sagt auch die Telekom: Huawei ist wichtig für den 5G-Ausbau. Die Mobilfunkanbieter wollen den neuen Standard schnell ausbauen, sie haben ja die 5G-Frequenzen für viel Geld ersteigert. Und sie wollen wissen, dürfen wir oder dürfen wir eben nicht mit Huawei arbeiten.

Die Telekom hat Ende des vergangenen Jahres erstmal erklärt: Es würden aktuell keine Verträge zu 5G geschlossen mit keinem Hersteller – so lange die Frage nicht entschieden ist. Damit hob sich die Telekom von der Konkurrenz ab, die weiter Huawei-Technik einsetzt.

Allerdings: Trotz der Ankündigung ist auch bei der Telekom Huawei-Technik im Einsatz. Das hat das Handelsblatt kürzlich berichtet - es handle sich um 5G-Antennen aus vorhandenen Testbeständen, sagte ein Telekomsprecher.

Eine 5G-Flagge, die von einem kleinen Fahrzeug-Roboter getragen wird, ist auf dem 10. Global Mobile Broadband-Forum abgebildet, das Huawei am 15. Oktober 2019 in Zürich veranstaltet. (AFP / Stefan Wermuth) (AFP / Stefan Wermuth)5G-Ausbau mit Huawei
Die Unionsfraktion hat sich darauf geeinigt, dass es keinen Automatismus geben soll, um die chinesische Firma Huawei beim Ausbau der 5G-Netze auszuschließen. Die Möglichkeit dazu soll aber weiterhin erhalten bleiben. 

Politisch wird noch diskutiert - schaffen die Unternehmen schon Fakten?

In gewisser Weise ja. Denn: Die Unternehmen wollen auf mehrere Anbieter setzen, auf Ericsson und Nokia genauso wie auf Huawei. Die Unternehmen arbeiten auch schon länger mit dem chinesischen Netzwerkausrüster zusammen - die Telekom hat Huawei-Komponenten verbaut in der Vergangenheit.

Sollte Huawei jedoch beim 5G-Aufbau doch ausgeschlossen werden, würde das die Telekom wohl einiges kosten. Für sie geht es am Ende aber derzeit auch um den Wettbewerb. Die Telekom will vorankommen beim 5G-Ausbau, das sind riesige Investitionen, die aber nötig sind aus Sicht des Bonner Konzerns – auch um den Anschluss an den Konkurrenten Vodafone nicht zu verlieren.

Wie läuft sonst das Geschäft für die Telekom in Deutschland?

Die aktuellen Jahreszahlen zeigen: Mehr Umsatz, mehr Gewinn, 3,8 Milliarden Euro Überschuss am Ende: ein Plus von 80 Prozent. Die Telekom spricht von einem Rekordjahr. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass etwa das Kabelgeschäft schwieriger werden könnte. Denn der Konkurrent Vodafone hat ja vor kurzem Unitymedia übernommen. Der Name Unitymedia wird getilgt, das wurde vorgestern bekannt – wichtig auch für alle Kundinnen und Kunden –  und diese Übernahme sorgt dafür, dass Vodafone bundesweit Kabelanschlüsse anbieten kann.

Die Telekom befürchtete eine Monopolisierung, und  geht nun juristisch dagegen vor. Sie hat beim Gericht der Europäischen Union Klage gegen den Deal eingereicht.

Die Telekom ist auch in den USA aktiv - wie läuft es dort?

Das US-Geschäft ist für die Telekom inzwischen ein wesentlicher Wachstumstreiber. Die Hälfte des Umsatzes wird in den USA gemacht. Die Telekomtochter dort hat gut 200.000 Beschäftigte und der jüngste Jahresgewinn ist sicher gut für das Unternehmen, das ja vor einer Fusion in den USA steht mit dem Mobilfunkkonkurrenten Sprint. Der Gewinn gibt Rückenwind.

Vergangene Woche hat die Telekom da auch eine wichtige Hürde genommen – eine Klage mehrerer US-Bundesstaaten gegen die geplante Fusion wurde abgewiesen. Final ist das Geschäft trotzdem noch nicht, aber eigentlich rechnet kaum noch jemand mit Gegenwind.

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