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StartseiteInformationen am MittagSmarte Küchengeräte und intelligente Bettdecken31.08.2018

IFA 2018 öffnet für das PublikumSmarte Küchengeräte und intelligente Bettdecken

Die Vernetzung von Geräten im Haushalt und die Sprachsteuerung sind in diesem Jahr die großen Themen auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. Aussteller haben dafür für die Besucher ganze Wohnbereiche aufgebaut mit smarten Haushaltsgeräten und dem Schlafzimmer der Zukunft.

Von Dieter Nürnberger

Die Internationale Funkausstellung (IFA) ist die weltweit führende Messe für Consumer Electronics und Home Appliances (imago)
Die Internationale Funkausstellung (IFA) ist die weltweit führende Messe für Consumer Electronics und Home Appliances (imago)

Seit heute Vormittag ist die Internationale Funkausstellung auch für die Besucher, die Alltagskonsumenten also, geöffnet. Und wie erwartet pilgern diese regelrecht zum Berliner Messegelände. Auch dieses Rentnerpaar, seit Jahren kommen sie immer am ersten Tag. Technikbegeistert - ja, obwohl:

"Wir sind zwar schon in dem Alter, wo man viele Technik nicht mehr versteht. Aber man bekommt alles gezeigt. Die Funkausstellung ist schon etwas Tolles."

"Man bekommt alles Neue mit. Früher war ich auch so, dass ich dachte, jedes Jahr muss das Neuste her. Heute weiß man kaum, wie man etwas einrichtet. Da fragt man dann die Jüngeren."

Das Messegelände ist wieder ausgebucht, über 1.800 Aussteller präsentieren die neusten Trends der Kommunikations- und Unterhaltungselektronik. Eine Ausstellung für das vernetzte Leben - sagt die Branche. Und auch, wenn dieses Schlagwort der Vernetzung längst nicht mehr neu ist, erwartet der Branchendachverband gfu auch dieses Jahr wieder gute Geschäfte: Mit knapp fünf Milliarden Euro ist die Funkausstellung die weltweit wichtigste Ordermesse für den Fachhandel. Diesmal soll der Sprachsteuerung der Durchbruch gelingen, ein Milliardenmarkt. Die Technik funktioniert auf Zuruf, sagt Jens Heithecker, Messechef der IFA.

Kunden überzeugen, Vorbehalte ausräumen

"Im Smartphone kennen wir das schon. Man fragt bestimmte Services ab. Das wird mehr und mehr auch in anderen Kategorien verwendet. In TV-Geräten, in Waschmaschinen. Damit werden komplizierte Benutzermenüs einfacher."

Somit sind beispielsweise die Bildschirme diesmal nicht nur wieder etwas flacher, größer und vor allem im Bild und Ton noch brillanter als in den Vorjahren, sondern teilweise auch schon sprachgesteuert. Wobei einige Besucher doch skeptisch bleiben - schlechte Erfahrungen:

"Ich habe ein Sprachprogramm auf dem Computer. Da soll ich eigentlich diktieren und der Computer alles in Schrift übertragen. Das Programm war wahnsinnig teuer, aber es funktioniert nicht so recht. So etwas muss ich dann auch nicht haben."

Genau solche Kunden gilt es zu überzeugen. Hans Joachim Kamp kennt natürlich die Vorbehalte - der Vorstandschef des Veranstalters gfu setzt auf den Vorführeffekt:

"Wir wissen aus Studien heraus, dass der Konsument sehr aufgeschlossen ist. Und wenn er sieht, wie es funktioniert - dann ist eben seeing und hearing gleich believing. Und dann wird er diese Produkte auch kaufen."

Smarte Decken und Matratzen 

Weshalb auf der Funkaufstellung ganze Wohnbereiche aufgebaut wurden. Smart Home - das vernetzte, das intelligente Zuhause, zeigt die Wohnzimmer, Küchen und auch Schlafzimmer der Zukunft. Das Unternehmen "Sleepace" beispielsweise hat sich auf smarte Betten und Matratzen spezialisiert. Judith Duschel, zuständig für Marketing, stellt das digitale Schlafkissen vor:

"Da sind Sensoren drin, die Ihre Herzfrequenz und auch Ihren Schlafrhythmus messen. Sich dann entsprechend ihrem Körper oder auch der Körpertemperatur anpassen können. Das ermöglicht einen besseren Schlaf."

Die digitale Technik sorgt immer wieder für Erstaunen. Auch bei unserem Rentnerpaar, den IFA-Fans seit vielen Jahrzehnten. Ein vernetztes Schlafzimmer, Geräte, die auf Zuruf funktionieren. Das weckt Neugier, doch Zweifel bleiben.

"Wissen Sie, was langsam grausam ist? Alles geht nur noch über die Technik. Die Leute reden immer seltener miteinander."

Vielleicht eine Generationenfrage. Noch bis einschließlich Mittwoch hat die Funkausstellung ihre Tore für die Besucher geöffnet.

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