Sonntag, 19.01.2020
 
Seit 00:05 Uhr Lange Nacht
StartseiteVerbrauchertippBäume fachgerecht fällen lassen08.01.2020

Im eigenen GartenBäume fachgerecht fällen lassen

Abgestorbene Bäume im Garten dürfen nicht stehen gelassen werden - zu groß ist die Gefahr, dass sie umstürzen und Menschen verletzen. Gartenbesitzer sollten aber nicht selbst zur Axt greifen, sondern die Fällung Profis überlassen. Es lohnt sich, im Vorhinein die Preise der Anbieter zu vergleichen.

Von Anne Debus

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Ein Mann zersägt in einem Garten einen gefällten Baum (picture-alliance / dpa / blickwinkel / E. Teister)
Abgestorbene Bäume müssen gefällt werden (picture-alliance / dpa / blickwinkel / E. Teister)
Mehr zum Thema

Pestizide im Garten „Der Marienkäfer ist dann irgendwann einfach weg“

Schotter statt Pflanzen vor dem Haus "Die Negation dessen, was wir als Garten begreifen"

Naturschutz Insektenfreundlicher Garten mit heimischen Pflanzen

Das Fällen von Bäumen übernehmen Gartenbau-Betriebe oder sogenannte Baumdienste. Oft ist in Privatgärten kein Platz, um hohe Bäume einfach in voller Länge umzulegen; sie müssen dann stückweise von oben abgesägt werden. Beim Baumdienst "Stamm und Ast" aus Hamm kommt dafür ein Hubsteiger zum Einsatz, ein schmales Fahrzeug mit einem ausfahrbaren Arbeitskorb. Chef Stefan Krellmann erklärt die Vorzüge:

"Es ermöglicht uns, über die Teleskop-Arme sozusagen in den Baum reinzufahren. Die Teleskope schieben sich nacheinander raus und wir haben die Möglichkeit, sie bis auf 30 Meter Höhe auszulegen."

Abgestorbene Bäume müssen gefällt werden

Der Arbeitskorb schwebt nun in Höhe der Baumspitze. Stefan Krellmann beginnt, von oben nach unten zunächst die Äste und dann Stück für Stück den Stamm abzusägen. Ist kein Platz für einen Hubsteiger, können Baumfäller mit einer Ausbildung in Seilklettertechnik auch den Baum hinaufklettern. Und notfalls bleibt noch die Methode mit einem Kran:

"Also große Baukräne, die sich dann beispielsweise vor dem Gebäude aufstellen, ein großes Seil runter zum Baum lassen. Und dann kann man einzelne Baumteile an dieses Seil anbringen, und der hebt sie dann über das Haus vorne auf die Straße, und da können sie dann entsorgt werden." 

Ein Mann zerkleinert eine gefällte Eiche in einem Garten (picture-alliance / dpa / blickwinkel / E. Teister)Wer den Baum von Profis fällen lässt, muss dabei meist viel Geld zahlen (picture-alliance / dpa / blickwinkel / E. Teister)

So viel Aufwand klingt abschreckend. Abgestorbene Bäume einfach stehen zu lassen, ist allerdings keine Alternative, denn irgendwann werden sie umstürzen. Grundstückseigentümer haben aber eine 'Verkehrssicherungspflicht', sollten Bäume auf ihrem Grundstück also auch regelmäßig überprüfen, erklärt Philipp Stempel vom Städte- und Gemeindebund NRW:

"Stellen Sie sich vor, was passiert, wenn der Baum umstürzt. Auf das Nachbargrundstück, möglicherweise auf die Straße. Möglicherweise läuft da gerade jemand lang. Und der Grundstückseigentümer muss im Zweifel dafür haften."

Baumfällung kann mehrere Tausend Euro kosten

Viele Kommunen haben eine Baumschutzsatzung, mit ganz unterschiedlichen Bestimmungen. Bevor man einen Baum fällen lässt, sollte man sich deshalb erkundigen, ob dafür eine Genehmigung nötig ist. Dann geht es ans Finanzielle: Je nach Aufwand kostet eine Baumfällung 500 bis zu mehrere Tausend Euro. Ein Preisvergleich macht also Sinn. Dabei muss das auf den ersten Blick günstigste Angebot nicht unbedingt das beste sein. Karl Jänike vom Verband Garten- und Landschaftsbau NRW rät zur Vorsicht, wenn der Stundensatz ungewöhnlich niedrig ist:

"Es gibt viele, die sind unglaublich günstig unterwegs. Das bezahlen Sie einfach damit, dass derjenige dann vielleicht nicht so viel Erfahrung, nicht so viel Know-how hat. Und dann länger braucht, viele Sachen falsch macht. Und dann am Ende trotzdem teurer ist."

Aus einem Angebot sollte deshalb genau hervorgehen, um wie viel sich der Preis verteuert, falls die geschätzte Arbeitszeit überschritten wird. Es kann auch sinnvoll sein, einen Pauschalpreis zu vereinbaren, so Karl Jänike:

"Dass man sagt: Mensch, lieber Gärtner, wollen wir das hier nicht mit einer Pauschale machen. Dass er für sich kalkuliert: So und so lange brauche ich. Und wenn er schneller ist, dann ist es schön für ihn. Und wenn er länger braucht, dann ist es etwas ungünstiger für ihn. Aber so hätten Sie als Kunde eben Planungssicherheit." 

Was mit dem Holz des Baumes passiert, ist eine Frage der Absprache. Auf Wunsch übernimmt das Unternehmen die komplette Entsorgung. Wer will, kann den Stamm aber auch als Brennholz behalten. Und private Helfer stellen, um die Äste wegzuräumen. Das senkt in der Regel den Preis.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk