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StartseiteCampus & Karriere"Immer mehr Studiengänge auf Englisch"11.05.2012

"Immer mehr Studiengänge auf Englisch"

Russland möchte naturwissenschaftliche und technische Studenten locken

Wer überlegt, im Ausland zu studieren, der kann sich auf der Messe "StudyWorld" in Berlin informieren. In diesem Jahr ist Russland das Schwerpunktland. Dr. Olga Vladimirova ist die Leiterin der Sprachenabteilung im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin.

Olga Vladimirova im Gespräch Kate Maleike

Wer sich für ein Auslandsjahr in Russland entscheidet, hat viele Universitäten zur Auswahl, so wie die staatliche Universität in St. Petersburg hier im Bild (U. Burgwinkel)
Wer sich für ein Auslandsjahr in Russland entscheidet, hat viele Universitäten zur Auswahl, so wie die staatliche Universität in St. Petersburg hier im Bild (U. Burgwinkel)

Kate Maleike: Guten Tag, Frau Vladimirova!

Olga Vladimirova: Ja, guten Tag!

Maleike: Sprache ist ein ganz, ganz wichtiger Schlüssel für das Studium in Russland. Muss man tatsächlich Russisch gut können, um im Studium Erfolg zu haben?

Vladimirova: Also als Erstes möchte ich sagen, dass man auch mit Englisch nach Russland fahren kann. Wir haben fast an jeder Universität eine sehr gute Vorbereitungsfakultät für die russische Sprache, also man kann nach Russland fahren und dort die Sprache lernen und danach studieren. Man kann auch ein Auslandssemester auf Englisch machen. Von Jahr zu Jahr gibt es mehr und mehr Studiengänge auf Englisch. Allerdings ist es wichtig, Russisch zu sprechen. Aber das ist auch wie für jedes Land: Wenn Sie reisen, dann ist es wichtig, die Sprache des Landes zu kennen.

Maleike: Sie präsentieren sich ja hier, sind Schwerpunktland, und es ist kein Geheimnis, dass es nicht unbedingt viele deutsche Studierende nach Russland gezogen hat. Sie haben großes Interesse, dass Ihre Hochschulen international werden. Womit wollen Sie punkten, womit locken Sie nach Russland?

Vladimirova: Zuerst, in erster Linie möchten wir naturwissenschaftliche und technische Studiengänge nach Russland locken. Es wurde wirklich sehr viel in den letzten Jahren gemacht, auch von unserem Staat. Wir haben jetzt viele wissenschaftliche Zentren und Labors, der Kollege wird ein bisschen mehr dazu noch erzählen. Und für deutsche Studenten, die in diesen Einrichtungen studieren oder sich dafür interessieren, ist es wirklich eine gute Möglichkeit. Und die Frage der Attraktivität ist einfach eine Frage der Information: Man weiß leider zu wenig über Russland und über das russische Hochschulwesen. Aber die Informationen kann man heute oder auch in unserem Haus bekommen.

Maleike: Spätestens seit heute kann man nicht mehr sagen, es gibt keine Information, es läuft ja auch noch – gerade aus allerdings – das deutsch-russische Wissenschaftsjahr, da liefen auch eine ganze Menge Infoveranstaltungen, und demnächst gibt es an einigen Hochschulen auch spezialisierte Russland-Wochen. Wie ist das denn mit der Bewerbung? Bewerbe ich mich, wenn ich mich für ein Studium oder Auslandssemester in Russland interessiere, direkt an der Uni, oder gibt es eine zentrale Stelle?

Vladimirova: Es gibt mehrere Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist natürlich, dass sich die Studenten unmittelbar über die Uni bewerben. Jede Uni hat die Seite auf Englisch und man kann alles auf der Seite der Uni ablesen, was es für Studiengänge gibt und was für Anforderungen. Es gibt auch eine Seite vom Bildungsministerium, man kann sich über Bildungsministerium für das Studium bewerben, oder man kann das auch über das Russisches Haus machen.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Deutschlandradio macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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