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StartseiteVerbrauchertippRechtliche Absicherung beim gemeinsamen Haus21.02.2020

ImmobilienkaufRechtliche Absicherung beim gemeinsamen Haus

Eine von drei Ehen scheitert, bei Partnerschaften ohne Trauschein ist die Trennungsquote vergleichbar. Für einen Immobilienkredit haften dennoch beide Parteien. Wer gemeinsam eine Immobilie anschaffen möchte, sollte auch den Trennungsfall mitdenken.

Von Susanne Kuhlmann

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Ein Mann und eine Frau sitzen vor einem Stapel Unterlagen zusammen an einem Tisch und lesen einen Brief (picture alliance/ dpa/ Christin Klose)
Beim gemeinsame Hauskauf sollte man sich rechtlich gegen den Fall einer Trennung oder Tod eines Partners absichern. (picture alliance/ dpa/ Christin Klose)
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Das gemeinsame Haus oder Grundstück stellt für viele Paare einen wichtigen Schritt dar, wenn es um die gemeinsame Zukunft oder die Familienplanung geht. Ob verheiratet, unverheiratet oder in Lebenspartnerschaften spielt jedoch im Falle eine Trennung für ein zusammen aufgenommenes Darlehen keine Rolle. 

"Basis für die Kreditwürdigkeit ist die sogenannte Selbstauskunft", so Oliver Engelbertz von der Kreisparkasse Köln. Der Trauschein sei für die Entscheidung, ob ein Kredit gewährt wird, nicht wesentlich. Immobilienkredite werden unter Berücksichtigung von Lebensumständen und Fördermöglichkeiten individuell zugeschnitten: Im Falle einer Trennung gelten somit auch beide Parteien weiterhin als Sicherheitsgeber.

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Rechtsanwalt Martin Huff empfiehlt, gemeinsam zuvor klare Regelungen für den Fall einer Trennung, Scheidung oder bei Tod eines Partners zu finden. Dies betrifft nicht nur Bankdarlehen zur Finanzierung, sondern auch Kosten, die durch Renovierung und Einrichtung entstehen.

Das deutsche Recht bietet zahlreiche Möglichkeiten, derartige Dinge zu regeln, zum Beispiel mit einem Partnerschaftsvertrag oder mit der Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, GbR. Vor einer Entscheidung sollte ein Termin mit einem Rechtsanwalt oder Notar stehen. In diesem Gespräch spielen die finanziellen Ausgangsbedingungen sowie die genauen Pläne für die Immobilie eine zentrale Rolle. Dabei, so Martin Huff, stehen die Kosten von drei bis vier Beratungsstunden á 250 Euro in geringem Verhältnis zu den üblichen Kaufsummern in Höhe von mehreren hunderttausend Euro.

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Im Falle, dass ein Partner oder eine Partnerin verstirbt, sollte ein Testament zuvor die Erbbedingungen regeln. Andernfalls sei ein Interessenskonflikt zwischen den gesetzlichen Erben und hinterbliebenen Partnern nur schwer zu vermeiden.

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