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StartseiteForschung aktuellMasern-Infektion schwächt die körpereigene Abwehr01.11.2019

Immun-AmnesieMasern-Infektion schwächt die körpereigene Abwehr

Masern-Infektionen können schwere Komplikationen hervorrufen und in Einzelfällen sogar tödlich sein. Durch eine seit Jahrzehnten bekannte Impfung könnte die Zahl der Infizierten drastisch gesenkt werden. Zwei internationale Forscherteams liefern nun zusätzliche Argumente für eine Masern-Impfung.

Von Michael Lange

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Der Rücken eines Mädchens, das an Masern erkrankt ist (picture alliance/KEYSTONE)
Eine Masern-Infektion schwächt das Immunsystem (picture alliance/KEYSTONE)
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Das Immunsystem speichert Informationen über frühere Infektionen in verschiedenen Immunzellen, und ist bei einer erneuten Infektion mit dem gleichen Erreger vorbereitet. Eine wichtige Rolle spielen die B-Gedächtniszellen, die bei einer Infektion umgehend Antikörper produzieren. Masern-Viren zerstören viele dieser B-Zellen und führen somit zu einem Immungedächtnisverlust. Dies schwächt die Abwehr gegen andere Krankheiten. Diese neuen Erkenntnisse erklären vier Jahre alte Forschungsergebnisse, die überraschender Weise gezeigt hatten, dass nach einer überstandenen Masern-Infektion die Häufigkeit anderer Infektionen ansteigt.

Informationsverlust des Immunsystems durch Infektion

Eine Masern-Infektion schwächt also das Immunsystem, anstatt es zu stärken. Dies kann durch immunstärkende Mittel nicht verhindert werden. Die Zahl der Immunzellen steigt zwar nach der Erkrankung wieder schnell auf ein normales Niveau, aber die Vielfalt der antikörperproduzierenden Zellen bleibt bis zu fünf Jahre lang verringert. Genau genommen führt eine Infektion nicht zu einer Schwächung des Immunsystems, sondern zum Informationsverlust – einer Amnesie.

Keine Immun-Amnesie bei Masern-Impfung

Obwohl im Masern-Impfstoff auch Viren enthalten sind, zeigt sich diese Wirkung nicht bei einer Impfung. Die verabreichten Masern-Viren sind geschwächt und haben die Funktion, dem Körperabwehrsystem die Informationen über eine Infektion zu liefern – nicht aber deren Symptome.

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