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ImpfstofftestsWie Geld die Corona-Forschung beschleunigt

Forscher in Schutzkleidung arbeiten an einem Medikament gegen Covid-19 (picture alliance / Zoonar.com / Robert Kneschke)
Forscher arbeiten an Medikament gegen Covid-19 (picture alliance / Zoonar.com / Robert Kneschke)

Der Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Marburg, Becker, hat sich optimistisch gezeigt, dass es Mitte des kommenden Jahres einen zugelassenen Impfstoff gegen das Coronavirus geben wird.

Sein Institut forscht an einem Impfstoff, der im September in die klinische Prüfungsphase geht. Das Tempo der weltweiten Forschung sei enorm, erläuterte Becker im Deutschlandfunk Kultur (Audiolink). Normalerweise laufe die klinische Erprobung in zeitversetzten Phasen ab – zunächst würden Nebenwirkungen an gesunden Menschen getestet, dann an Älteren und Kindern und später würde die Wirksamkeit des Mittels überprüft. Dieser Prozess benötige normalerweise mehrere Jahre.

Aufgrund der großen Dringlichkeit während der Corona-Pandemie werden die Tests nun oftmals parallel durchgeführt. Dies birgt laut Becker gewisse Risiken, auch finanzielle. Im normalen Prozess könnten die Forschungsinstitute früher aus den Tests aussteigen, sollte ein Mittel durchfallen.

Virologe: Es braucht mehrere Impfstoffe

Für den Leiter des Instituts für Virologie in Marburg ist auch im späteren Produktionsprozess wichtig, dass genug Gelder zur Verfügung stehen. Denn man wolle auch in Ländern impfen, in denen sich die Menschen keinen Impfstoff leisten könnten.

Der Wettbewerbsdruck verschiedener Institute ist für Becker bei der Impfstoffentwicklung weniger bedeutend. Nach Einschätzung Beckers braucht es im Kampf gegen die Corona-Pandemie mehrere verschiedene Impfstoffe. Momentan könne man noch nicht sagen, welcher von den verschiedenen erprobten Stoffen wirklich schütze. Und selbst wenn ein wirksamer Stoff gefunden würde, seien die Impfstoffdosen zunächst limitiert. Dutzende Millionen Dosen von einem Mittel auf einmal zu produzieren sei nicht möglich.

Die EU-Kommission hat auf einer Geberkonferenz Geld für die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus gesammelt. Profitieren sollen Forschungseinrichtungen weltweit.