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StartseiteSprechstundeImpfung schützt vor Grippe22.11.2011

Impfung schützt vor Grippe

Jährliche Erneuerung notwendig

Erkältungen sind meist harmlos. Die Grippe dagegen ist für ältere Menschen und Personen mit chronischen Krankheiten eine echte Gefahr. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission beim Robert Koch Institut die rechtzeitige Impfung.

Von Volkart Wildermuth

Die Grippeimpfung ist in der Regel gut verträglich. (AP)
Die Grippeimpfung ist in der Regel gut verträglich. (AP)

Eines ist sicher: Die Grippe wird auch in diesem Winter wieder viele Menschen in Deutschland infizieren, und sie wird für rund hundert Todesfälle direkt und für einige tausend indirekt verantwortlich sein. Gefährdet sind vor allem Personen über 60 Jahre und Menschen, die an einer Zuckerkrankheit leiden, die Atem oder Herzprobleme haben oder deren Immunsystem nur eingeschränkt arbeitet. Für diese Gruppe gilt schon seit Jahren eine Impfempfehlung. Seit zwei Jahren wird auch Schwangeren zu einer Impfung geraten.

"Es hat sich einfach gezeigt, dass in der Schwangerschaft es auch zu sehr schweren Verläufen der Grippe kommen kann. Das hängt damit zusammen, dass durch die Schwangerschaft das Immunsystem auch umgebaut wird, umgestellt wird bei der Mutter","

… erläutert Gerhard Falkenhorst von der Geschäftsstelle der Ständigen Impfkommission am Berliner Robert Koch Institut. Die Grippeimpfung für Schwangere schützt vor der Influenza, und sie ist für Mutter und werdendes Kind auch sicher. Das zeigen zehn Jahre Erfahrung mit dieser Impfung in den USA. Wie alle anderen Mediziner wurden auch die Frauenärzte über den Nutzen der Grippeimpfung für Schwangere informiert.

""Aber wir hören auch, dass teilweise Frauenärzte die Impfung nicht empfehlen, einfach weil sie es überhaupt nicht gewohnt sind zu impfen. Es ist für manche Frauenärzte etwas ganz Neues. Und das braucht vielleicht noch weitere Motivation und Aufklärung, dass das auch passiert."

Schwangere Frauen können die Grippeimpfung aber auch von ihrem Hausarzt bekommen. Wer sich für eine Impfung entschieden hat, steht vor der Frage, welcher Impfstoff zum Einsatz kommen soll. Es gibt ein gutes Dutzend Varianten, die sich aber kaum unterscheiden. Einzige Ausnahme: ein Impfstoff mit Wirkverstärker. Laut Werbung soll er vor allem bei älteren Menschen mit schwachem Abwehrsystem eine ausreichende Immunantwort auslösen. Die Geimpften bilden tatsächlich mehr Antikörper. Ob sich das aber in einen besseren Schutz vor der Grippe umsetzt, ist nach wie vor unklar. Alle verfügbaren Impfstoffe bestehen aus den Bestandteilen von Grippeviren, die auf Hühnereiern herangezogen wurden. Das kann für Menschen mit einer starken Hühnereiweißallergie ein Problem darstellen. Für sie sollte ein Impfstoff aus der Zellkultur eine Alternative bieten, der keinerlei Hühnereiweiß enthält.

"Und es hat sich jetzt zu Beginn der Grippesaison leider gezeigt, dass einige Menschen relativ schwere Unverträglichkeitsreaktionen bekommen haben, dass also der Arm, wo gespritzt wurde, sehr stark geschwollen ist und sehr weh tat. Daraufhin ist der Impfstoff jetzt vom Markt zurückgenommen worden."

Doch letztlich vertragen nur sehr wenige Menschen überhaupt kein Hühnereiweiß, so Gerhard Falkenhorst.

"Es ist durchaus möglich, auch Personen mit einer Eiweißallergie zu impfen. Es gibt so eine Faustregel, die sagt: Wer ein Rührei essen kann, der kann auch geimpft werden. Und nur Personen, die also bei Genuss von Ei mit Atemnot und starken Schwellungen reagieren, die sollten nicht geimpft werden."

Für alle anderen gilt: Die Grippeimpfung ist gut verträglich. Allerdings muss sie jedes Jahr wiederholt werden. Jedes Jahr sind andere Grippeviren unterwegs, der Impfstoff muss deshalb neu gemischt werden. Nur dieses Jahr ist eine Ausnahme, es sieht so aus, als ob die vom Winter 2009/2010 bekannten Virenvarianten immer noch aktiv sind. Der Impfstoff musste nicht verändert werden. Trotzdem rät Gerhard Falkenhorst allen Risikopersonen zur Impfung, selbst wenn sie vergangenen Winter schon geimpft wurden.

"Leider ist es beim Grippeimpfstoff so, dass die Schutzwirkung nicht so lange anhält, wie wir uns das wünschen würden. Man muss damit rechnen, dass nach einem Jahr der Schutz doch deutlich zurückgegangen ist, und deshalb sollten alle Menschen, die geschützt sein wollen, sich noch mal impfen lassen, auch wenn sie im letzten Jahr schon eine Impfung hatten."

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