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StartseiteVerbrauchertippSchuhe wirksam vor Nässe schützen12.02.2019

Imprägnier-MittelSchuhe wirksam vor Nässe schützen

Wer seine Schuhe vor Wasserrändern schützen möchte, sollte sie imprägnieren. Die Auswahl von Mitteln dafür ist groß, es gibt sie als Spray, Schaum und Lotion - welches am besten passt, hängt auch vom Leder ab. Doch gibt es beim richtigen Imprägnieren auch noch etwas anderes zu beachten.

Von Stephan Beuting

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Die Schuhe einer Fußgängerin auf einer regennassen Straße in der Innenstadt von Frankfurt. (picture alliance / Frank Rumpenhorst)
Wenn der Schuh durchs Wasser muss, leiden Leder und andere Materialien (picture alliance / Frank Rumpenhorst)
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Imprägniermittel wirken nicht wirklich, dafür sind sie teuer und stinken. Dachte ich. Zumindest, was die Wirkung angeht, ist Norman anderer Meinung.

Es macht doch einen Unterschied

Norman arbeitet beim Outdoor-Ausstatter Globetrotter in Köln und ist dort Experte für Schuhe und deren Pflege und er will mir etwas mir etwas zeigen. Vor uns stehen zwei Schuhe, braunes, glattes Leder, gleiches Modell aber: der eine etwas dunkler, ein bisschen speckig, der andere heller und rauer und daneben: eine kleine Schüssel mit Wasser.

"Wenn wir jetzt einmal gucken. Vorführeffekt, vielleicht kriegen wir es so hin, sonst mach ich es mit dem Finger."

Norman tunkt eine Socke in ein Wasserschälchen und setzt einzelne Tropfen auf die Schuhe, jeweils auf die Schuhkappe und auf die Nähte. Der rechte Schuh ist imprägniert, der linke nicht.

"Pass auf, jetzt noch eins, wirst Du jetzt sehen."

Wir warten ein wenig und nach einigen Sekunden schon wird klar, Imprägniermittel mögen viel kosten und manchmal schlimm stinken, aber sie machen offenbar einen Unterschied.

Reiner Metzger arbeitet bei der Stiftung Warentest. Vor drei Jahren hatten sie dort im Heft einen umfangreichen Imprägniermitteltest. Getestet wurden Sprays zum Pumpen und mit Treibgas, sogenannte Wash-Inns und Schäume. Letztere haben aber weniger gut abgeschnitten.

Wasserabweisend, aber nicht gesund

"Die Pumpsprays sind ganz gut und die mit Treibgas"

Was viele Mittel eint, ist ein unheimlich strenger und auch beißender Geruch.

"Das sind Fluor-Carbonharze, auch PFC abgekürzt. Das sind unheimlich stabile Verbindungen, die weisen Wasser Fett und Schmutz ab und deswegen nimmt man die auch, die kleben sich schön dran an Leder und bestimmte Stoffe, sind aber wie sie sind nämlich nicht besonders gesund."

Aber, sie schützen und die Sprays sogar materialübergreifend, von Sneaker über Glattleder bis Wildleder, mit gutem Ergebnis, sagt Metzger. Sein Rat: Die Mittel dünn auftragen, am besten ein- bis zweimal wiederholen und das bei offenem Fenster oder besser gleich draußen. Zurück beim Praxistest: Mittlerweile sind fünf Minuten rum und das Wassertropfen-Ergebnis ist eindeutig.

"Diese Umrandung, die wir hier haben, bei dem unbehandelten Schuh, die geht schon richtig ins Leder rein. Wir sitzen ja schon fünf, sechs Minuten hier, bei dem behandelten Modell stehen die vier Tropfen, zwei auf der Naht und zwei im vorderen Bereich, immer noch 1a."

Regelmäßig und häufig - für den Lotus-Effekt

Das ist der Lotus-Effekt, der Tropfen steht auf kleiner Fläche, kerzengerade. Damit das aber funktioniert, muss das eben nicht einmal im Jahr oder einmal im Monat geschehen, sondern eher so im Wochentakt.

"Wenn Du eine Beanspruchung hast, mit so einer hohen Feuchtigkeit, imprägnier mal alle drei Tage nach, wenn er im Schrank steht, kannst ihn tatsächlich auch mal vier fünf Tage oder eine Woche stehen lassen, dann wird das klappen, aber auch dann wieder: nachsprühen."

Wenn ich immer dachte, das bringt eh nichts, dann könnte das daran liegen, dass ich es einfach zu selten gemacht habe, sagt Norman.

Wer jetzt auch unter die echten Imprägnierer gehen will, für den der Tipp: Preise vergleichen. Metzgers Mittel der Wahl: Imprägnol, gibt es im Netz für sechs Euro pro Liter. Wer mit Normans Fibretec imprägniert, zahlt etwa das Zehnfache.

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