Die Nachrichten

Deutschlandfunk24 Die Nachrichten

Die Nachrichten

IndonesienForscherin widerspricht Berichten, wonach sich die Lage der Orang-Utans verbessert habe

Das Bild zeigt ein Tier der neu entdeckten Orang-Utan-Art "Pongo tapanuliensis" beim Fressen eines Blattes auf der indoneischen Insel Sumatra.  (dpa/Maxime Aliaga)
Tier der auf Sumatra neu entdeckten Orang-Utan-Art "Pongo tapanuliensis". (dpa/Maxime Aliaga)

Die Situation der bedrohten Orang-Utans in Indonesien hat sich nach Ansicht von Biodiversitäts-Forscherin Maria Voigt eher verschlechtert statt verbessert.

Voigt widersprach indonesischen Regierungsberichten, wonach die Orang-Utan-Populationen im Land zwischen 2015 und 2017 um mehr als zehn Prozent zugenommen hätten. Voigt führte methodische Fehler an. Es reiche nicht, nur zwei Jahre lang zu prüfen, sagte sie im Deutschlandfunk. Zudem seien nur neun Gebiete erfasst worden, die ausschließlich Schutzgebiete gewesen seien. In Borneo lebten Orang-Utans aber größtenteils außerhalb von Schutzgebieten, betonte Voigt, die am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung tätig ist.

Sie äußerte die Sorge, dass die indonesische Regierung die falschen Schlüsse aus den Zahlen zieht. Wenn die Regierung davon ausgehe, dass es gar keinen rapiden Verlust, sondern im Gegenteil eine Zunahme gebe, dann würde sie natürlich andere Naturschutzmaßnahmen ergreifen oder vielleicht gar nicht ergreifen.