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StartseiteVerbrauchertippSmartphones ohne Kabel laden08.07.2019

Induktive LadestationenSmartphones ohne Kabel laden

Beim induktiven Laden wird kein Kabel mehr benötigt. Immer mehr Smartphones bieten diese Option. Die Stiftung Warentest untersuchte die entsprechenden Ladestationen in einem Test - schlechte Bewertungen gab es nicht, auch, wenn noch ein paar kleinere Probleme auftraten.

Von Dieter Nürnberger

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Eine Ladestation zum drahtlosen Aufladen eines Telefons derMarke LG (Deutschlandradio )
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Um ein Smartphone zu laden, braucht man heute kein Ladekabel mehr. Die Alternative nennt sich "induktives Laden" - das ist deutlich praktischer: Und inzwischen hat sich die Branche hier sogar auf einen einheitlichen Standard geeinigt, so Marcus Pritsch von der Stiftung Warentest.

Es ist ganz einfach: Man hat zwei Spulen - eine ist im Telefon eingebaut, die andere ist im Ladegerät verbaut. Über die beiden Spulen wird Energie übertragen - so kommt der Stromfluss vom Ladegerät in die Spule und wird dort in die andere Spule induziert. Und dadurch wird dann der Akku geladen."

Im Handel werden zwei Varianten angeboten: Zum einen gibt es flache Ladepads, hier muss das Smartphone lediglich recht passgenau draufgelegt werden. Die Ladestands hingegen sind etwas geneigte Stationen, in die das Smartphone einfach hineingelegt wird. Bei beiden Varianten gab es gute Bewertungen. Eines fiel den Warentestern jedoch gleich auf: Das induktive Ladegerät benötigt vergleichsweise viel Strom.        

"Nicht nur ein bisschen, sondern es verbraucht fast doppelt so viel an Energie. Allerdings ist dies nur eine relative Zahl: Wenn ich jeden Tag mein Handy lade, dann muss ich im Gegensatz zum Kabel rund drei Euro mehr an Stromkosten bezahlen - im Jahr."

Hoher Energieverbrauch der Ladegeräte

Die Energieverschwendung steigert sich noch, wenn das Smartphone schon vollgeladen ist und dennoch am induktiven Ladegerät verbleibt - beispielsweise über Nacht. Und die flachen Pads verbrauchen auch mehr Strom, wenn das Smartphone nicht mittig aufgelegt wurde. Bei den geneigten Ladestands tritt dieses Problem weniger auf.

Ein induktiver Ladevorgang dauert deutlich länger als der per Kabel, teils sogar doppelt so lang. Und an warmen Tagen kann es Probleme geben, sagt Warentester Marcus Pritsch. Denn die verwendeten Lithium-Ionen-Akkus der Smartphones mögen keine hohen Temperaturen.

"Der Ladevorgang eines Smartphones bedeutet, dass sich der Akku erhitzt. Die induktive Ladung erhitzt es noch ein wenig mehr. Damit komme ich ganz schnell an die 45-Grad-Grenze und dann wird der Ladevorgang abgeschaltet. Die einen schalten sich komplett ab. Andere schalten sich für ein paar Minuten ab und dann wieder ein."

Insgesamt gute Bewertungen durch Stiftung Warentest

Somit gibt es auch ein paar Schwachstellen bei den induktiven Ladengeräten für Smartphones. Doch im Großen und Ganzen konnten sie überzeugen. Und sowohl bei den flachen Pads als auch bei den Stationen lagen Produkte des Anbieters Anker vorn:

"Und zwar das PowerPort Qi 10 und der PowerWave 7.5. Die Pads sind immer günstiger als die Stands. In den Stands ist auch immer ein bisschen mehr an Technik verbaut. Und deshalb ist das Anker Qi 10 auch eines der billigsten Modelle in der Untersuchung und unser Testsieger."

Ein schlichtes, aber funktionales Ladepad für 21 Euro. Die günstigste und noch gut bewertete Station war vom Hersteller Peter Jäckel für 28 Euro. Zudem auch das Stands-Modell, welches vergleichsweise am wenigsten Strom zog. 

Noch ist der Markt für induktives Laden eher auf hochpreisige Smartphones beschränkt. Das könnte sich aber bald schon ändern, mutmaßt Warentester Markus Pritsch. 

"Es gibt viele Vorteile, die dieses kabellose Laden hat. Man kann sich beispielsweise vorstellen, dass ich einem Café oder einem Restaurant im Tisch integrierte Ladepads habe. Und jeder kann da sein Telefon drauflegen und laden, wie er möchte. Der andere Vorteil ist: Dadurch, dass es kabellos ist, könnte es irgendwann so sein, dass es Telefone gibt, die gar keine mechanischen Schnittstellen - keine Stecker und Buchsen - mehr haben. Dann könnte ein Smartphone auch mal in eine Badewanne fallen, ohne, dass es kaputtgeht."

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