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StartseiteSprechstundeBehandlungsmethoden auch bei britischer Variante erfolgreich23.02.2021

Infektiologe zu Corona-MutationenBehandlungsmethoden auch bei britischer Variante erfolgreich

Die Gefahr durch Mutationen schätzt der Infektiologe Clemens Wendtner als hoch ein. Doch die Impfstoffe seien auch bei der hier verbreiteten britischen Variante wirksam, sagte er im Dlf. Antikörper-Medikamente schützen vor schweren Verläufen - dazu müsse man sie aber auch ambulant einsetzen dürfen.

Clemens Wendtner im Gespräch mit Christian Floto

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Eine Dosis Impfstoff wird mit einer Spritze entnommen (picture alliance / Zoonar | Wolfgang Filser)
Bei der brasilianischen und südafrikanischen Variante ist die Wirksamkeit der Impfstoffe möglicherweise geringer - bei der britischen Variante hingegen nicht (picture alliance / Zoonar | Wolfgang Filser)
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Covid-19 Wo liegt die Gefahr der Coronavirus-Mutationen?

Je mehr Menschen sich mit einem Virus infizieren, umso mehr Varianten entstehen und umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dabei auch Varianten entstehen, die ansteckender sind. Und diese Varianten setzen sich dann langfristig durch. Genau diese Form der Selbstoptimierung ist gerade in der weltweiten Corona-Pandemie zu beobachten. In den letzten Monaten sind mehrere beunruhigende Varianten aufgetaucht, die in Großbritannien, in Brasilien, in Südafrika ihren Ursprung haben. Sie gelten als deutlich ansteckender als das Corona-Wildtypvirus.

Eine Laborantin bereitet eine Probe mit extrahierter RNA für PCR-Tests vor, bei denen Mutationen des Coronavirus erkannt werden sollen. (picture alliance / dpa / Keystone / Ti-Press / Pablo Gianinazzi) (picture alliance / dpa / Keystone / Ti-Press / Pablo Gianinazzi)Wo liegt die Gefahr der Coronavirus-Mutationen? 
Gleich drei veränderte Varianten des ursprünglichen Coronavirus bereiten derzeit Sorgen. Vor allem die britische Mutante B.1.1.7 könnte sich schnell verbereiten. Was macht die neuen Mutationen gefährlich? Müssen die bestehenden Impfstoffe angepasst werden – und geht das überhaupt?

Klinisch seien Mutationen nicht erkennbar, so der Infektiologe Clemens Wendtner im Deutschlandfunk. Die Symptome seien dieselben wie bei der Standardvariante – mit einer Ausnahme: Auch Kinder könnten schwerer erkranken. Ansonsten sei ein typischer Verlauf zu beobachten: grippale Symptome in der ersten Woche. Und in der entscheidenden zweiten Woche zeige sich dann, ob eine starke Entzündung vorliege.

Bezüglich der Wirkung von Impfungen zeigte sich der Mediziner optimistisch. Zwar gebe es Hinweise, dass die Impfstoffe bei der südafrikanische und der brasilianischen Variante weniger erfolgreich seien, doch es gebe bisher nur sehr wenige registrierte Fälle in Deutschland. Gegen die viel weiter verbreitete Mutation aus Großbritannien hingegen könnten die Impfungen gut eingesetzt werden.

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Zudem gebe es neue Antikörper, die bei der britischen Virusvariante gut wirkten – wenn man sie in den ersten Tagen nach Auftreten der Symptome einsetze. Im Moment dürften sie aber nur stationär oder teilstationär zur Anwendung kommen. Das muss sich ändern, fordert Clemens Wendtner: Antikörper müsse man "flächendeckend da einsetzen, wo sie gebraucht werden, nämlich in der Frühphase – wir sehen die Patienten in der Regel zu spät".

Bezüglich des weiteren Verlaufs der Pandemie äußerte sich der Infektiologe vorsichtig optimistisch. Es werde zwar noch anstrengende Wochen geben, aber die Abstands- und Hygieneregeln wirkten auch bei den Mutationen. "Sars-CoV-2 wird aller Voraussicht nach endemisch werden in Deutschland, in der Welt", so der Mediziner, "wir werden aber auch mit intelligenten Werkzeigen gegen die Mutanten vorgehen können." Unsere Impfstoffe könnten in der nächste Saison angepasst werden, sodass es "nur noch einen kleinen Schnupfen, aber nicht mehr die Erkrankung mit ihrer ganzen Breite" geben wird. Dann könne man mit diesem Virus leben - "aber das wird frühestens 2022 so eintreten".

Coronavirus (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte)Übersicht zum Thema Coronavirus (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte)

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