Montag, 16.09.2019
 
Seit 16:10 Uhr Büchermarkt
StartseiteSprechstundeBeckenbodengymnastik gegen Blasenschwäche16.08.2016

InkontinenzBeckenbodengymnastik gegen Blasenschwäche

Inkontinenz ist den Betroffenen meist unangenehm und peinlich. Aber mit Hilfe von regelmäßigem Training des Beckenbodens kann die Blase wieder besser kontrolliert werden. In vielen Städten werden spezielle Kurse angeboten - sowohl für Männer als auch für Frauen.

Von Mirko Smiljanic

Ein grün leuchtendes Toiletten-Hinweisschild hängt auf dem Messegelände in Frankfurt am Main unter der Decke (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi)
Wer seinen Beckenboden täglich trainiert, kann seine Blase besser in den Griff bekommen. (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi)
Mehr zum Thema

Inkontinenz Nicht angenehm, in vielen Fällen aber heilbar

Die Ansage der Trainerin war eindeutig: Bringen Sie zur ersten Stunde bequeme Kleidung mit, mehr sei nicht erforderlich. Und genau das hat diese Mittfünfzigerin gemacht, die jetzt noch etwas unsicher in einem Gymnastikraum des Rheinischen Turnerbundes Bergisch Gladbach steht.

"Ich war beim Arzt gewesen und bei mir wurde eine Beckenbodenschwäche festgestellt und die sollte man in den Griff bekommen mit Beckenbodengymnastik, weil ich leichte Probleme habe, also wenn ich mal huste oder niese, dann, ja, ist so ein leichter Urinausstoß, ja, deswegen bin ich jetzt hier."

Probleme beim Husten oder Niesen

Ein typischer und keinesfalls seltener Fall, sagt Monika Wiethoff, Referentin für "Gesundheit & Prävention" beim Deutschen Turnerbund und Leiterin der Trainingsstunde. Für die erste Übung sitzen die Frauen auf dem Boden.

"Wir sitzen ganz normal wie bei jeder anderen Stunde auf der Matte, nehmen unsere Finger unter das Gesäß, und zwar so, dass die Fingerspitzen zueinander zeigen, und setzen uns dann auf unsere Handrücken. Spürst Du, wie der Sitzknochen auf den Fingern zu spüren ist?" - "Ja, ja." - "Und jetzt versuchen wir, die Sitzknochen, die ja zu den Fingerspitzen zeigen, zu schieben."

Anspannung und Entspannung

Anspannung und Entspannung wechseln sich ab, an den Augen der Patientin sieht man: Es macht ihr Spaß.

"Und wieder locker lassen, man wird automatisch anderthalb Zentimeter länger, der Körper richtet sich auf. Und dann lassen wir langsam wieder locker und die Sitzbeinhöcker gehen wieder auseinander."

Wirklich sportlich muss man für solche Übung übrigens nicht sein.

"Es ist ein bisschen ungewohnt, aber es fühlt sich gut an." - "Jetzt versuchen wir das zu kombinieren mit dem Gefühl, ich müsste eigentlich auf die Toilette, es ist aber leider keine Toilette in der Nähe und ich zieh die Sitzbeinhöcker ganz extrem zusammen. Wunderbar, man merkt, wie aktiv Du mitarbeitest, und jetzt wieder langsam locker lassen."

Erfolg bei täglichem Training

Erfolg hat, wer möglichst täglich trainiert, 15 bis 30 Minuten reichen. Das ist vergleichsweise wenig Einsatz, um ein ziemlich unangenehmes Problem in den Griff zu bekommen, sagt die Patientin.

"Es tritt ja meistens auf beim Lachen oder Niesen oder so, und wenn man dann in Gesellschaft ist, ja, ich denke, das kann schon unangenehm sein, weil man nicht weiß, passiert das jetzt oder passiert das nicht? Und da kann ich mir schon vorstellen, dass man da vielleicht auch gar nicht mehr außer Haus geht."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk