Dienstag, 11.12.2018
 
Seit 08:00 Uhr Nachrichten
StartseiteUmwelt und Verbraucher"Die Größe des Projekts spielt keine Rolle"07.06.2016

Innovationsförderung der DBU"Die Größe des Projekts spielt keine Rolle"

Ob Starkregenproblematik in Kommunen oder Energieeffizienz in Altenheimen: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert innovative Verfahren in den Bereichen Umwelttechnik und Umweltforschung. Sie hat einen Jahresetat von 50 Millionen Euro - und kann damit große Projekte fördern. Doch entscheidend sei nicht die Größe, sondern die Idee, sagte Franz-Georg Elpers von der DBU im DLF.

Franz-Georg Elpers im Gespräch mit Jule Reimer

Arbeiter installieren Solarzellen auf einem Dach, aufgenommen am 06.03.2012 in Igersheim. (dpa picture alliance / Daniel Kalker)
Solarenergie ist eins von vielen Feldern, auf dem die Deutsche Bundesstiftung Umwelt Forschung und Innovationen unterstützt. (dpa picture alliance / Daniel Kalker)
  • E-Mail
  • Teilen
  • Tweet
  • Drucken
  • Podcast
Mehr zum Thema

Berlin Woche der Umwelt im Garten von Schloss Bellevue

Jule Reimer: Jetzt kommen wir zu jemandem, der hier auch auf der Woche der Umwelt eine wichtige Rolle spielt. Kurz vor dem Mauerfall beschloss die Bundesregierung unter Helmut Kohl, mit dem Erlös aus der Privatisierung der ursprünglich staatseigenen Salzgitter AG eine Umweltstiftung zu gründen. Die Regierung hätte sich das Geld ja auch in den Staatshaushalt stecken können. Heraus kam ein Stiftungskapital von umgerechnet 1,3 Milliarden Euro, sattes Geld also. Daraus geboren wurde die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, kurz DBU, und neben mir ist Franz-Georg Elpers, der Pressesprecher der DBU. Was machen Sie mit dem vielen Geld?

Franz-Georg Elpers: Wir fördern primär innovative Verfahren, innovative Techniken in den Bereichen Umwelttechnik, in Umweltforschung und Umweltkommunikation und auch im Naturschutz. Wir versuchen, den Stand der Technik und des Wissens fortzuentwickeln, damit wir auf diese Art und Weise für uns und auch für zukünftige Generationen die Lebensbedingungen im Rahmen der planetaren Grenzen verbessern können.

"Projekte müssen innovativ, umweltentlastend und modellhaft sein"

Reimer: Da müssten Sie bitte ein bisschen konkreter werden. Welche Beispiele haben Sie da?

Elpers: Hier ist vorhin schon dieses ONYX-Projekt angesprochen worden. Das ist so ein Modellprojekt, das für uns sehr wichtig ist, weil es ultraleicht ist, weil es Perspektiven aufzeigt, wie man umweltfreundlich in Städten sich bewegen kann. Das sind Modelle, die für uns wichtig sind. Aber wir fördern auch Projekte, wo es um die Starkregenproblematik in Kommunen geht, um Energie sparen in Alten- und Pflegeheimen, ganz konkrete Projekte, die für uns und unsere jetzige Generation und zukünftige Generationen die Lebensbedingungen einfach optimieren.

Reimer: Große und kleine Bewerber melden sich. Wie groß muss ich sein, um bei Ihnen überhaupt eine Chance zu haben?

Elpers: Sie müssen vor allen Dingen gut sein, um eine Chance zu haben. Die besseren Projekte sind die Feinde der guten. Das ist so. Die Größe spielt eigentlich keine Rolle. Wichtig sind drei Kriterien: Projekte müssen innovativ, umweltentlastend und modellhaft sein. Wenn diese Kriterien erfüllt werden, dann gibt es Möglichkeiten, von uns und von unserer Stiftung entsprechend gefördert zu werden, wobei diese Förderung nicht nur eine rein finanzielle Förderung ist. Wir haben Kollegen in allen Fachdisziplinen in unserem Haus, die sich sehr engagiert mit den Projektpartnern auseinandersetzen, sie beraten, ihnen Hilfestellung geben, damit auf diese Art und Weise dann tatsächlich Projekte entstehen, die Perspektiven für die Zukunft entwickeln.

"Auf ein bewilligtes Projetk stoßen drei Ablehnungen"

Reimer: Das heißt, ich kann auch mit einer guten Idee kommen und die Ihnen erst mal vortragen?

Elpers: Ja, durchaus. Es ist sogar vielfach üblich so, dass uns Skizzen eingereicht werden, die dann von unseren Experten begutachtet werden. Wir haben immer auch externe Gutachter, die für uns ehrenamtlich arbeiten. Die checken letzten Endes, welches Potenzial hinter diesen Projekten steht, und fällen dann eine Entscheidung, wie es gehen kann. Insgesamt kann man sagen, dass auf ein bewilligtes Projekt drei Ablehnungen stoßen. Das heißt, man sieht daran auch, dass wir sehr genau gucken, welches Umwelt-Entlastungspotenzial hinter dem jeweiligen Projekt steht.

Reimer: Ich habe gelesen, dass Ihr jährliches Fördermittel-Volumen - ich weiß nicht, ob es jetzt noch so ist - zumindest in der Vergangenheit mehr als der Forschungsplan des Umweltministeriums ausmacht. Sind Sie so eine Art Nebenministerium?

Elpers: Nein. Wir sind eine private Stiftung bürgerlichen Rechts und wir verstehen uns auch so. Natürlich: Wir haben im Jahr einen Etat von rund 50 Millionen Euro, das ist schon ganz beachtlich, mit dem wir dann entsprechend Förderung betreiben können. Und immerhin haben wir ja jetzt in den 25 Jahren, die es unsere Stiftung gibt, rund 9.000 Projekte mit einem Volumen von 1,6 Milliarden Euro gefördert und trotzdem unser Kapital auf mittlerweile 1,6 Milliarden Euro ausgeweitet. Das zeigt, dass wir nachhaltig arbeiten in der Praxis und auch in der Finanzanlage.

Reimer: Schönen Dank für diese Informationen an Franz-Georg Elpers von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

 

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk