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StartseiteMusikjournalPer Livestream in die Schulaula21.10.2019

„Innovatives Orchester 2019“Per Livestream in die Schulaula

Mit einem Live-Stream holt die Württembergische Philharmonie Reutlingen klassische Musik in Schulen auf dem Land - dafür gab es die Auszeichnung "Innovatives Orchester 2019". Es werde aber nicht einfach nur eine Aufführung übertragen, so Dramaturgin Stefanie Eberhardt. Das Ganze funktioniert als Quiz.

Stefanie Eberhardt im Gespräch mit Susann El Kassar

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Mitglieder eines Orchesters blicken auf einen Bildschirm, der eine Schulklasse in einer Turnhalle zeigt (Württembergische Philharmonie Reutlingen / Jürgen Lippert)
Die Schüler können während der Übertragung Fragen zur Musik, zu den Instrumenten oder zum Notenbild beantworten (Württembergische Philharmonie Reutlingen / Jürgen Lippert)
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Die Württembergische Philharmonie Reutlingen hat den Preis Innovatives Orchester 2019 bekommen, der von der Deutschen Orchester-Stiftung verliehen wird. Den Preis gab es für das Projekt "Netz-Werk-Orchester: Per Livestream aufs Land"

Ursprünglich habe die Württembergische Philharmonie Reutlingen Schulklassen zu sich eingeladen, um vor Ort ein Konzert zu erleben, erzählte Dramaturgin Stefanie Eberhardt im Dlf. Aber als das achtjährige Gymnasium - auch Turbo-Abi genannt - eingeführt wurde, hätten die Schülerinnen und Schüler für einen ganztägigen Schulausflug keine Zeit mehr gehabt. Dann sei die Idee erwachsen, die Orchester per Livestream in die Klassenzimmer zu schalten. Besonders ländliche Regionen habe man dabei im Blick gehabt.

Neben einem Bildschirm, der eine Schulklasse in einer Turnhalle zeigt, steht ein Mann mit einer Kamera und Kopfhörern. (Württembergische Philharmonie Reutlingen / Reiner Pfisterer)Die Schüler können den Musikern auch Fragen stellen (Württembergische Philharmonie Reutlingen / Reiner Pfisterer)

"Uns war von Beginn an klar, dass es keinen Sinn machen würde, eine Konzertsituation zu kopieren." Ein einfacher Stream in eine Schulaula oder Turnhalle könne niemals die Atmosphäre eines Konzertsaals erreichen, so Eberhardt. Dann hätten sich die Initiatoren eine neue Art der Begegnung zwischen Schülern und Orchester ausgedacht: ein Quizformat.

Länge und Auswahl der Stücke wichtig

"Die Schüler treten gegeneinander an, wir haben zwei Mannschaften. Wir haben ein Publikum in der Mehrzweckhalle oder der Turnhalle sitzen, das aus den Mitschülern oder den Eltern besteht. Und diese Situation wird zurückgestreamt ins Studio, wo das Orchester sitzt." Der Stream gehe demnach in beide Richtungen. Die Kinder müssten während der Übertragung Fragen zur Musik, zu den Instrumenten oder zum Notenbild beantworten oder auch Aufgaben erledigen. Beim Orchester im Studio befänden sich außerdem Kindermoderatoren und -moderatorinnen.

Das ganze Projekt werde intensiv evaluiert, erklärte Stefanie Eberhardt. Von den Schülerinnen und Schülern sei viel Feedback gekommen. "Es gab Rückmeldungen bezüglich der Musikstücke. Wir müssen sehr auf die Länge der Musikstücke achten." Die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder und Jugendlichen sei in einer Turnhalle noch mal kürzer als im Konzertsaal. "Gut sind sehr effektvolle, klare Stücke." Man müsse die Aufmerksamkeit auch mit Aufgaben wach halten. Geplant sei, das Format auch für interessierte Erwachsene auszuweiten, so Eberhardt.

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