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InsektenGeburtenkontrolle im Ameisenstaat

Ein Blick ins Nest der Bleichen Soldatenameise (Pheidole pallidula).  (imago stock&people, 79360587 )
Ein Blick ins Nest der Bleichen Soldatenameise (Pheidole pallidula). (imago stock&people, 79360587 )

Ameisen können steuern, welche Larve eine Arbeiterin und welche eine Soldatin wird.

Wie Forscher aus Kanada mitteilten, liegt das Geheimnis in einem kleinen Organ, das während der Metamorphose der Ameisen-Larve zum Insekt nur ganz kurz auftaucht. Bei männlichen Ameisen und Ameisenköniginnen würden daraus später die Flügel. Bis jetzt ging man davon aus, dass die anderen Mitglieder im Ameisenstaat dieses Organ nicht brauchen. Die Wissenschftler zeigen nun aber, dass dieses Flügel-Organ auch bei Larven erscheint, aus denen später Soldatinnen werden können. Ohne das Organ wird aus der Larve eine Arbeiterin.

Und noch einen Steuerungsmechanismus fanden die Forscher: Die bereits aktiven Soldatinnen sondern während ihrer Lebenszeit einen Duftstoff ab. Dieser steuert, wie viele der Soldatinnen-Larven heranwachsen. So wird verhindert, dass es zu viele Soldatinnen und nicht genug Arbeiterinnen im Staat gibt.

Ameisen leben oft in straff organisierten Staaten, in denen jedes Tier eine festgelegte Aufgabe hat. Bei den Ameisenarten der Gattung Pheidole zeigt sich das auch an der Körperform: Es gibt in jedem Staat etwa fünf bis zehn Prozent Soldatinnen, die deutlich größer und stärker sind als die restlichen Arbeiterinnen. Zu den Pheidole-Ameisen gehören vor allem Arten, die in Südeuropa und den tropischen Gebieten vorkommen.