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StartseiteVerbrauchertippDen Tisch für Bienen und Schmetterlinge decken10.04.2019

Insektenfreundlicher GartenDen Tisch für Bienen und Schmetterlinge decken

Garten- und Balkonbesitzer können mit der richtigen Bepflanzung viel für die Artenvielfalt von Insekten tun. Gänseblümchen und Löwenzahn sind Leckerbissen für Bienen und sollten nicht sofort gemäht werden. Und auch ein Spielrasen für Kinder kann insektenfreundlich angelegt werden.

Von Claudia Ullrich-Schiwon

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Eine Biene auf der Blüte einer Rosa roxburghii  (picture-alliance / dpa / chromorange / Dirk Daniel Mann)
Gartenbesitzer können mit den richtigen Blumen viel für Bienen tun (picture-alliance / dpa / chromorange / Dirk Daniel Mann)
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Vom Frühjahr bis zum Herbst kann ein Hobbygärtner den Tisch für Bienen, Wildbienen, Hummeln Schmetterlinge und Co. decken, sagt die Biologin Berit Phillip vom NABU Münsterland. Dabei stehen die Frühblüher, zum Beispiel die Narzissen, jetzt auf dem Speisezettel. Und was noch:

"Gerade diese früh blühenden Zwiebelgewächse, das sind vor allem Krokusse oder Blaustern, oder Wildtulpe, dann kommen Glockenblumen, sind wichtig im Garten für die Insekten."

Im eigenen Garten der Insektenexpertin ist jetzt besonders im blühenden Blutpflaumenbaum etwas los. Da summt und brummt es unüberhörbar. Auch in einem gesondert angelegten insektenfreundlichen Frühbeet mit Winterlingen, Traubenhyazinthen und einigen Kräutern ist oft viel Betrieb.

"Wichtig ist einfach, dass es über das ganze Jahr hinweg ein bisschen blüht, dass die Wildbiene oder die Schwebfliege oder die Schmetterlinge da auch Nahrung finden. Je mehr Struktur ich in den Garten bringe desto vielfältiger wird der Garten und der Lebensraum."

Spielrasen mit eingearbeiteten Kräutern

Ein Garten, der Insekten Raum bietet, der kann genauso gut familienfreundlich sein, betont die Biologin. Ein Gebrauchsrasen inbegriffen.

"Es gibt Spielrasen, die mit Kräutern angereichert sind."

Ein Leckerbissen für Insekten. Auch Gänseblümchen und Löwenzahn sollten die Gartenbesitzer nicht mit Stumpf und Stiel entfernen.

"Was ich auch immer als Tipp gebe, den Rasen nicht zu sehr düngen und eine Ecke im Garten einrichten, die so ein bisschen wilder ist."

Bei der Auswahl insektenfreundlicher Blumen, die reichlich Pollen und Nektar liefern, fragt man vor dem Kauf am besten einen Gärtner. Karl Heinz Schapmann, der in Münster auf einer etwa fußballfeldgroßen Fläche seine Stauden selber zieht, rät den Hobbygärtner zum Beispiel zu:

"Steppensalbei, Eisenkraut, Storchenschnabel, Gänsekresse, Steinkraut. Praktisch alle Blütenstauden, die noch nicht überzüchtet sind. Beispielsweise die einfache Margerite, da gehen Insekten dran, nimmt man die gefüllte Margerite, die von der Blüte her top ist, gehen kaum Insekten dran."

Insektenoasen auf dem Balkon

Gefüllte Blüten sind also eine Mogelpackung für alle Honig und Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und alle anderen Insekten, weil sie hier keine Nahrung finden. Insektenoasen können auch auf jeder Terrasse und auf Balkons entstehen. Karl Heinz Schapmann:

"Jede Fläche spielt eine Rolle, jede kleine Fläche und jede kleine Pflanze. Die Insekten sind für den Aufbau des Lebens zuständig, denn ohne Insekten gibt es kein Obst, kein Gemüse."

Ein Dach über dem Kopf soll den Insekten auch helfen. Insektenhotels in allen Größen und Formen gibt es in Baumärkten und Blumencentern zu kaufen. Der NABU rät allerdings zur Marke Eigenbau. Im Internet findet man diverse Anleitungen.

Ein durchschnittlicher deutscher Privatgarten ist 150 Quadratmeter groß. Wenn aus der Vogelperspektive sich diese insektenfreundlichen Oasen aneinanderreihen, ist für den Insektenschutz und die Artenvielfalt schon viel gewonnen, sagt die Insektenexpertin Berit Philipp vom NABU:

"Der Siedlungsbereich ist ganz wichtig. Wir haben immer wieder kleinere Flächen, so Trittsteinbiotope, wo die Tiere auch wandern können sich austauschen, das ist ja ganz wichtig, dass die sich auch mal genetisch austauschen."

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