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Insolventer ZahlungsdienstleisterErneute Durchsuchungen bei Wirecard - Ermittlungen auf Betrug ausgeweitet

Der Schriftzug von Wirecard ist an der Firmenzentrale des Zahlungsdienstleisters in Aschheim in Bayern zu sehen (dpa / Sven Hoppe)
Die Firmenzentrale des Zahlungsdienstleisters Wirecard in Aschheim in Bayern (dpa / Sven Hoppe)

Die Ermittlungen gegen den insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard sind ausgeweitet worden.

Es gehe um den Verdacht des Betrugs gegen die frühere Wirecard-Chefetage, teilte die Münchner Staatsanwaltschaft mit. Derzeit wird bereits wegen möglicher Bilanzfälschung und Marktmanipulation ermittelt. Diese Untersuchungen richten sich gegen den zurückgetretenen Wirecard-Vorstandsvorsitzenden Braun und mehrere weitere Spitzenkräfte. Der ehemals für das operative Geschäft zuständige Manager Marsalek ist flüchtig und soll sich in Asien aufhalten.

Bei dem Unternehmen gab es erneut Durchsuchungen, unter anderem in zwei Objekten in Österreich. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters werden voraussichtlich alle Wirecard-Geschäftsbereiche einzeln verkauft. Der Geschäftsbetrieb solle nach Möglichkeit nicht unterbrochen oder eingestellt werden, hieß es.

Außerordentliche Kündigung von Ex-Vorstandschef Braun

Der Aufsichtsrat des Unternehmens hatte den Vertrag des früheren Vorstandschefs Braun außerordentlich gekündigt. Braun war vor knapp zwei Wochen zurückgetreten. Wenige Tage später wurde er festgenommen, kam aber gegen Kaution wieder frei.

Wirecard meldete Insolvenz an, nachdem das Unternehmen eingestand, dass in der Bilanz aufgeführte Mittel von 1,9 Milliarden Euro nicht auffindbar sind und vielleicht sogar nie existierten. Der Aktienkurs des Unternehmens brach im Zusammenhang mit dem Bilanzskandal sehr stark ein.

Lesetipp

Ausführlicher mit dem Thema befassen wir uns hier: [Was Wirecard in den Dax brachte und jetzt in Bedrängnis|deutschlandfunk.de/zahlungsdienstleister-aus-bayern-was-wirecard-in-den-dax.1939.de.html?drn:news_id=1145262].