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StartseiteInformationen am MittagFestnahmen bei Razzien gegen die ’Ndrangheta05.12.2018

Internationale Polizeiaktion gegen MafiaFestnahmen bei Razzien gegen die ’Ndrangheta

Mit einer großangelegten Razzia sind Ermittler in Deutschland, Italien, den Niederlanden und Belgien gegen die italienische Mafia-Organisation ’Ndrangheta - die mächtigste Mafia-Organisation - vorgegangen. Bislang sind offenbar 90 Verdächtige festgenommen worden.

Von Jan-Christoph Kitzler

Polizisten stehen bei einer Razzia gegen die Mafia in einem Eiscafé in der Duisburger Innenstadt.  (dpa / picture alliance / Christoph Reichwein)
Harter Schlag gegen die Mafia: Mit einer großangelegten Razzia sind Ermittler in Europa und Südamerika gegen die italienische Mafia-Organisation 'Ndrangheta vorgegangen. (dpa / picture alliance / Christoph Reichwein)
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Die internationale Polizeiaktion trägt den Codenamen "Pollino". Allein in Deutschland sollen über 100 Objekte durchsucht worden sein, unter anderem im Rheinland und im Ruhrgebiet.

In Italien, Deutschland, den Niederlanden, Belgien und in Ländern Südamerikas seien 90 Verdächtige festgenommen worden teilte die italienische Polizei mit, sie sollen Mitglieder der ’Ndrangheta sein, einer aus Kalabrien in Süditalien stammenden Mafiaorganisation. Ihnen wird, neben der Bildung einer mafiösen Vereinigung, unter anderem Geldwäsche und Drogenhandel vorgeworfen.

Waffenhandel, Geldwäsche und Korruption

Die ’Ndrangheta gilt als die mächtigste Mafia Organisation weltweit. Sie kontrolliert den Drogenhandel nach Europa, erwirtschaftet aber auch mit Waffenhandel, Geldwäsche und Korruption weit über 50 Milliarden Euro im Jahr. Ursprünglich stammt die Organisation aus Kalabrien in Süditalien, ist aber längst zu einem Global Player geworden. Die Clans sind, nicht nur in Norditalien, sondern in vielen Ländern Europas und zum Beispiel auch in Südamerika und Australien aktiv. Auch die sogenannten Mafia-Morde von Duisburg gingen auf das Konto der ’Ndrangheta – 2007 waren dort vor einer Pizzeria sechs Menschen erschossen worden.

Die Ermittlungen, die jetzt zu den Razzien führten, begannen schon 2016. Im Laufe des Tages will die Polizei weitere Einzelheiten bekannt geben.

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