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18. März 2019Die internationale Presseschau

In der heutigen Ausgabe geht es um den Tropensturm Idai im südlichen Afrika und die Wahl in der Slowakei. Im Fokus bleibt aber der islamfeindliche Terroranschlag in Christchurch.

Die Masjid Al Noor Moschee in Christchurch, Neuseeland (ZUMA Wire/picture alliance )
Die Masjid Al Noor Moschee in Christchurch, Neuseeland (ZUMA Wire/picture alliance )

Beginnen wir mit einem Stimmungsbild aus der Region des Südpazifiks. Der Insel-Staat Fidschi schickt eine Botschaft der Solidarität hinüber nach Neuseeland - in der FIJI TIMES heißt es: "Im Mitgefühl für die Opferfamilien und durch die scharfe Verurteilung solcher Angriffe, die die Welt weiterhin heimsuchen, sind wir in ein Geflecht aus überwältigender Trauer, Wut, Frust und Unsicherheit hineingezogen worden. Es ist schlimm, dass auch Menschen aus Fidschi bei dem sinnlosen Töten gestorben sind. Wir bekräftigen die Aufforderung, als Fidschianer in dieser Stunde des großen Schocks vereint zu sein für das neuseeländische Volk", schreibt die FIJI TIMES aus der Haupstadt Suva.

In Papua-Neuguinea erscheint die Zeitung NATIONAL - darin ist zu lesen: "Wieder trauert die Welt um den sinnlosen Verlust unschuldiger Menschenleben durch einen Akt des Terrors - diesmal traf es einen pazifischen Nachbarn und Freund. Dass solche furchtbaren Taten der Heimat immer näher rücken, ist für uns alle ein Weckruf. Wir sind nicht mehr immun gegen solche bösen Machenschaften, die von Hass, Intoleranz und Fanatismus getragen werden", warnt THE NATIONAL aus Port Moresby, der Hauptstadt von Papua-Neuguinea.

Schlagen wir nun den NEWCASTLE HERALD aus Australien auf. "Die Grenze zu Neuseeland hat sich vorübergehend aufgelöst durch das Mitgefühl und gemeinsame Entsetzen über das, was unseren relativ isolierten Teil der Welt da erreicht hat. Unser Land mag sich isoliert fühlen und mithin geschützt vor den Gräueltaten, die jenseits des Meeres geschehen. - Bis Freitag hatten die Neuseeländer vermutlich ähnlich gedacht."

Die indische Zeitung THE HINDU führt aus: "Der rechtsgerichtete rassistische Terror, der in der Nachkriegszeit weitgehend unbedeutend war, wird zur großen sicherheitspolitischen Bedrohung - besondere in Gesellschaften mit weißer Mehrheitsbevölkerung. Moscheen in Deutschland und Frankreich gerieten ins Visier, in Großbritannien wurde eine Abgeordnete erstochen, in den USA eine Synagoge angegriffen. Die Sprache, die die Angreifer verwenden, ähnelt der von Mainstream-Politikern wie Trump, Orbán oder Salvini. Zudem sind rechtsextreme Parteien in Europa entweder an der Macht oder auf dem Vormarsch wie die FPÖ, die AfD oder der Front National. Während sie die Konturen antimigrantischer, antimuslimischer und antisemitischer Politik skizzieren, töten Neonazis wie Breivik und der Christchurch-Attentäter unschuldige Menschen", argumentiert THE HINDU aus Chennai.

Die neuseeländische Zeitung THE NEW ZEALAND HERALD hebt hervor: "Der Aufstieg der Ideologie weißer Vorherrschaft wurde - wie einst der der Terrororganisation IS - von großen Tech-Firmen gefördert. Radikalismus wird im Internet geschürt. Mit seinem Livestream auf Facebook machte der Moschee-Attentäter die Online-Plattformen zur Waffe. Es gibt eine internationale rechtsextreme Infrastruktur von Politikern, Spendern, Kommentatoren, Medien und Internetaktivisten, die Nationalismus, Rassismus und Islamfeindlichkeit propagieren. Während der Fokus der Sicherheitspolitik auf dem islamistischen Terrorismus lag, sickerte der weiße Nationalismus in den Mainstream ein", kommentiert der NEW ZEELAND HERALD aus Auckland.

Die WASHINGTON POST zieht eine Verbindung zum US-Präsidenten: "Trump ist nicht schuld an der Tragödie. Aber es gibt wenig Licht zwischen dem Feld-Wald-und-Wiesen-Rassismus im Manifest des Attentäters und dem rechtsextremen Nativismus, der manchmal von Trump und seinen Beratern vertreten wird. Man betrachte den Schwerpunkt, den der Attentäter auf die Verschwörungstheorie vom 'großen Bevölkerungsaustausch' zu legen scheint. Obwohl die Einwanderungsrate in Europa seit 2015 deutlich gesunken ist - und Muslime in jedem Land dort eine Minderheit bilden -, bleibt sie virulenter Mobilisator der europäischen Rechten und hat sich in verschiedener Form über den Atlantik und auf der anderen Seite der Erdkugel ausgebreitet", analysiert die WASHINGTON POST.

Südafrikas DAILY MAVERICK ergänzt: "Es ist beunruhigend, aber wenig überaschend, dass der Attentäter vor seiner Tat Trumps Twitter-Kanal offen hatte. Bei den vielen Zornesausbrüchen gegen Minderheiten kann man leicht vergessen, was genau der islamfeindliche Präsident gesagt hat. Extremismusforscher weisen aber seit Jahren darauf hin, dass Trumps aufwieglerische Äußerungen ausgrenzende Haltungen zu Muslimen in Amerika normalisieren. Seine Worte stacheln die Gewaltbereiten an und geben ihnen politische Rückendeckung", resümiert DAILY MAVERICK aus Johannesburg.

In der Slowakei sind zwei proeuropäische Kandidaten in die Stichwahl ums Präsidentenamt eingezogen, während die Rechtsaußen-Bewerber ausschieden. Die tschechische HOSPDARSKE NOVINY aus Prag konstatiert: "Die Rechtsanwältin Zuzana Caputova bestätigt mit ihrem Sieg in der ersten Runde, dass sich die slowakische Politik ändert. Sie zeigt als Politik-Neuling, dass auch diejenigen Erfolg haben können, die nicht die Konfrontation suchen."

Die slowakische PRAVDA aus Bratislava meint: "Das Ergebnis ist eine gute Nachricht. Das gilt für alle, die nicht in der Welt der Verschwörungstheorien leben und die das Land nicht aus seinem europäischen Umfeld reißen wollen, in dem es mit harter Arbeit aufgestiegen ist."

DENNIK N, ebenfalls aus Bratislava, führt aus: "Laut Umfragen punktete Caputova auch bei gläubigen Bürgern. Offenbar haben sie verstanden, dass Caputova zwar anders als andere Kandidaten kein Kreuz vor sich herträgt, ihre Politik dennoch eine christliche ist. Die Aufmerksamkeit der Medien richtet sich immer darauf, wen die katholischen Repräsentanten unterstützen. Wäre es nicht an der Zeit zu fragen, welchen Einfluss diese überhaupt noch haben? Zudem wäre es wichtig, deren Beziehung zu den Rechtsextremisten zu klären", fordert die slowakische DENNIK N.

Kommen wir nun zum Tropensturm "Idai". Die Katastrophe im südlichen Afrika sei ein Weckruf des Klimawandels, befindet THE HERALD aus Simbabwe: "Die Regierung sollte ihre Strategien im Umgang mit dem Klimawandel noch einmal prüfen. Das Land muss in der Lage sein, den Auswirkungen solcher Katastrophen so zu begegnen, dass sich die Bürger sicherer fühlen. Das Thema ist stark mit Entwicklung des Landes verbunden. Simbabwe kann keine Fortschritte machen, ohne den Klimawandel anzupacken. Auch wenn dieser die Armut nicht direkt verursacht, er verschärft sie", betont The HERALD aus Harare.

Nun das JORNAL NOTICIAS aus Mosambik:  "Der Wirbelsturm hat das Land nicht nur in kollektive Verzweiflung gestürzt, sondern auch eine Debatte darüber ausgelöst, inwieweit der Mensch Kontrolle über solche Naturgewalten hat. Wir müssen dringend darüber reden, welche strategischen Maßnahmen die Regierung ergreifen kann, um die zerstörerischen Folgen solcher Katastrophen zu überwinden und das Leid der Menschen möglichst gering zu halten. Immerhin haben wir schon bessere Kommunikationsverbindungen und Frühwarnsysteme", hebt das JORNAL NOTICIAS aus Maputo hervor.

Die Zeitung DIE BURGER aus Kapstadt meint: "Zyklon 'Idai' zerstörte auch zwei Hochspannungsleitungen, die von Mosambik nach Südafrika führen. Sicherlich hat das Leid der mosambikanischen Bevölkerung mit mehr als 100 Toten jetzt Vorrang. Doch die Katastrophe hat auch Auswirkungen auf unser Land, mit denen offenbar niemand gerechnet hatte. Der Stromversorger 'Eskom' sieht sich für den Wiederaufbau der Leitungen nicht zuständig, die Dieselvorräte für Generatoren sind erschöpft. Energie ist und bleibt ein zentrales Thema. Die Stromausfälle könnten bei uns durchaus noch ein politisches Nachspiel haben", mahnt DIE BURGER aus Südafrika.