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StartseiteInterview"Rassisten kommen nicht auf uns zu"10.03.2019

Internationale Woche gegen Rassismus"Rassisten kommen nicht auf uns zu"

Die Moderatorin Mo Asumang sucht das Gespräch mit Neonazis, um die Spirale von Hass und Gegenhass zu brechen. Es sei wichtig, die eigenen Komfortzonen zu verlassen und Fragen zu stellen. "Davon profitiert nicht nur der Einzelne, sondern die ganze Gesellschaft", sagte Mo Asumang im Dlf.

Mo Asumang im Gespräch mit Stephanie Rohde

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Die Moderatorin und Journalistin Mo Asumang (dpa/picture alliance/Ingo Wagner)
Jeder kann etwas gegen Alltagsrassismus tun - meint die Moderatorin und Publizistin Mo Asumang (dpa/picture alliance/Ingo Wagner)
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Die Publizistin Mo Asumang moderierte als erste Afrodeutsche das Magazin "Liebe Sünde" auf Pro Sieben und bekam Morddrohungen. Seither stellt sie sich der Konfrontation mit den Rassisten. Es sei wichtig, dass man mit ihnen ins Gespräch kommt, weil sie sich selbst nicht hinterfragen.

"Wenn wir uns immer sagen, wir würden uns wünschen, dass es keinen Rassismus und keine Rassisten mehr gibt, dann muss man sich auch diesen Menschen zuwenden und schauen, über was reden sie eigentlich selber", sagte Mo Asumang, anlässlich der am Montag beginnenden Internationalen Wochen gegen Rassismus, die bundesweit vom 11. bis 24. März stattfindet.

Entscheidend: Fragen stellen

Entscheidend sei, dass die Fragen von Außen kommen und dass sie gestellt werden. Kein Neonazi würde einem anderen die Frage stellen, warum er Neonazi sei. Und erst recht kämen Rassisten nicht auf "uns zu, um sich irgendwie zu transformieren".

Sie selbst versuche immer wieder, rassistische Äußerungen über Geflüchtete wie "die sollen doch im Meer ertrinken" menschlich genauer zu hinterfragen und die anderen stutzig zu machen: "Ich glaube, dass Rassisten sehr in einer Theorie drin sind und nicht so in der Realität. Und da muss man sie irgendwie hinbringen", sagte die Autorin des Buchs "Mo und die Arier - allein unter Rassisten und Neonazis".

Sie berichtet von einem Aussteiger aus der Neonaziszene, der heute einer ihrer Freunde sei. Ihn habe die Frage eines 15-jährigen Mädchens nach dem Sinn des Rassisten-Daseins umdenken lassen, sagte Asumang.

Raus aus der Komfortzone

Jeder könne etwas gegen Alltagsrassismus tun. "Ich würde allen Menschen raten, wirklich aus ihrem Schneckenhaus und ihrer Komfortzone rauszugehen und Fragen zu stellen." Davon profitiere nicht nur der Einzelne, sondern die ganze Gesellschaft. "Und das stärkt die Gesellschaft ungemein", so Mo Asumang.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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