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Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung"Lebensbejahende Perspektive" kommt zu wenig vor

Der Inklusions-Aktivist, Blogger, Autor und Kommunikationswirt Raul Krauthausen (picture alliance/Sozialhelden/ Andi Weiland)
Der Inklusions-Aktivist und Kommunikationswirt Raul Krauthausen: Ein Rollstuhl kann auch Freiheit bedeuten. (picture alliance/Sozialhelden/ Andi Weiland)

Zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderung wünscht sich der Inklusionsaktivist Raul Krauthausen ein differenziertes Bild in den Medien.

"Wenn Menschen mit Behinderung medial auftauchen, dann immer nur weil sie behindert sind", sagte Krauthausen im Deutschlandfunk. Ganz selten tauchten sie dagegen als Experten und Expertinnen für andere Bereiche auf - etwa als ModeratorInnen, LiebhaberInnen oder BusfahrerInnnen. Und wenn dann über die Behinderung berichtet werde, dann meistens aus einer leidhaften Perspektive. Krauthausen, der selbst mit dem Rollstuhl unterwegs ist, beklagte, dass "lebensbejahende Perspektiven" sehr wenig aufgegriffen würden: "Nämlich dass ein Rollstuhl für jemanden, der einen braucht, Freiheit bedeutet und Unabhängigkeit." Dies alles führe dazu, dass sich Menschen überhaupt nicht mehr vorstellen könnte, dass etwa die LehrerInnen und ErzieherInnen der Kinder Behinderungen haben könnten.

Forderung nach Quoten

Krauthausen forderte zum einen eine Quotenregelung im Arbeitsleben. Diese sei sicherlich der einzige Weg, zu ernsthaften, nennenswerten Schritten zu kommen. Außerdem brauche es mehr Sensibilisierung und mehr Barrierefreiheit der Mehrheitsgesellschaft. Denn man müsse die "Mehrheitgesellschaft barrierefrei gestalten, um die Sonderwelten aufzulösen".

Das Bundesamt für Arbeit und Soziales wies darauf hin, dass nicht jede Behinderung auf den ersten Blick erkannt werden könne. Umso wichtiger seien Inklusion und Barriere-Abbau auf allen Ebenen.

Einen Beitrag zur Barrierefreiheit leistet der Deutschlandfunk unter anderem mit seiner Nachrichtenseite "Nachrichtenleicht" in einfacher Sprache.